SpielsteuerungZocken mit der Datenbrille
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Die wenigsten Eingabegeräte können sich durchsetzen

Valve ist nicht das einzige Unternehmen, das an neuen Eingabegeräten arbeitet. Auch Sony hat gerade einen neuen Controller patentiert , der offenbar die Bewegungssteuerung Move ergänzen soll. Ingenieure der Universität Utah stellten kürzlich den Prototypen eines Controllers vor , der auf haptischem Feedback basiert: Aktionen wie beispielsweise das Feuern von Waffen im Spiel werden an die Daumenspitze der Spieler übertragen. Razers "Hydra" dagegen nutzt ein schwaches Magnetfeld , um die genaue Position und Ausrichtung der beiden Controller zu bestimmen.

Auch in der Vergangenheit gab es reichlich Experimente bei der Spielesteuerung: Von Controllern, die Stromschläge geben über riesige Plastikbälle bis hin zu steuerbaren Massagewesten – die Fantasie der Entwickler hat so manche Kuriosität hervorgebracht. Sie alle sollten das Spielerlebnis revolutionieren. Erfolgreich waren die wenigsten.

Stattdessen dominiert das klassische Konzept: Ein Blick auf die Geschichte der Spielecontroller zeigt, wie wenig sich zwischen Ataris legendärem Joypad und den aktuellen Xbox-Controllern geändert hat. Und auch auf dem PC dominiert weiterhin die Kombination aus Tastatur und Maus.

Einzig Bewegungssteuerungen wie Microsofts Kinect und PlayStations Move sowie die Wii Remote haben sich durchgesetzt: Kinect verkaufte sich bis jetzt mehr als 18 Millionen Mal und schaffte es damit ins Guinness Buch der Rekorde .

Nur wenige Steuerungen erreichen die Massen

Und doch basiert der Erfolg der Bewegungssteuerung auf wenigen Spielen, die gezielt für diese Art des Inputs konzipiert wurden, allen voran Tanz-, Sport- und Partyspiele. Damit funktioniert die Technik erstaunlich gut. Bei Shootern, Rollen- oder Strategiespielen dagegen mangelt es auch zwei Jahre nach der Einführung Kinects an Unterstützung und Umsetzung. So kommt erst jetzt , ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des erfolgreichen Rollenspiels Skyrim , die offizielle Kinect-Unterstützung. Zuvor hatten Hobby-Entwickler bereits eigene Konzepte vorgestellt , die einer Steuerung per Datenbrille und erweiterter Realität schon sehr nahe kommen.

Auch das zeigt: Die größte Hürde bei der Einführung neuer Steuerungen und Interfaces ist nicht die Hardware. Die Steuerung muss den Spielern sowohl einen Mehrwert geben, als auch möglichst viele unterschiedliche Spiele unterstützen. Gerade daran scheiterten viele Ideen, die zwar mit einzelnen Titeln oder Spielideen funktionieren, aber nicht die Masse erreichen.

Diesen Problemen müssen sich auch Valves Entwickler stellen. Jedoch hat das Studio Vorteile gegenüber der Konkurrenz: Es ist zum einen für seine hohen Qualitätsansprüche und sein Innovationsreichtum bekannt. Zum anderen besitzt es mit Steam eine der erfolgreichsten Vertriebsplattformen. Das könnte Valve nutzen, um für die eigene Hardware die Unterstützung anderer Studios zu bekommen. 

Entwickler Abrash schreibt, dass auch ein Scheitern kein Problem sei – solange man daraus lerne. Vielleicht gelingt es Valve tatsächlich, schon bald ein Gesamtpaket aus Konsole, Controller und tragbaren Bedienelementen auf den Markt zu bringen. Vielleicht sogar zusammen mit Half-Life 3 .

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Leserkommentare
  1. ...irgendwann wird das kommen, ob der große Durchbruch jetzt schon ansteht, mal sehen. Hängt vom konkreten Mehrwert ab.

    Wichtig ist vor allem die Steuerung, nur Sachen anzeigen ist schnell erschöpft. Nützlich wären Lifezeit Übersetzungsprogramme oder Wiki-Zugang, am besten mit Spracherkennung gekoppelt.

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  2. 2. Valve

    Die sollen sich lieber um Half-Life 3 kümmern... ;)

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    • Panic
    • 24. April 2012 0:28 Uhr

    Sie haben. HL2, immer noch, nach all den Jahren mein absoluter Shooter Fav.

  3. ... steht ja einer guten Steuerung im Weg.

    • Panic
    • 24. April 2012 0:28 Uhr

    Sie haben. HL2, immer noch, nach all den Jahren mein absoluter Shooter Fav.

    Antwort auf "Valve"

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