SpielkonsolenDie Geschichte der Games begann mit einem Punkt

Vor 40 Jahren erfand Ralph Baer, Mitarbeiter einer amerikanischen Rüstungsfirma, einen Kasten namens "Brown Box". Es war die Geburtsstunde der Spielkonsolen. von Steve Haak

Prototyp der "Brown Box" im Museum of Sciency and Industry in Chicago

Prototyp der "Brown Box" im Museum of Sciency and Industry in Chicago  |  CC BY-SA 2.0 Georg Hoteling

Seine Vorgesetzten beim US-Militärzulieferer Sanders waren nicht begeistert, als Ralph Baer ihnen 1966 von seiner Idee erzählte. Man könne Fernsehgeräte interaktiv nutzen? Er verschwende die Zeit des Unternehmens, teilten sie ihm mit. Aber der gelernte Fernsehtechniker wusste es besser. Baer ahnte, dass sich mit TV-Geräten noch mehr anstellen lassen würde.

Millionen Menschen hatten in den siebziger Jahren einen Fernseher in ihren Wohnzimmern stehen. Das TV-Gerät als kommunikative Einbahnstraße? Das sah Ralph Baer anders. Sätze enden mit einem Punkt – die Geschichte der Videospiele beginnt damit.

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Zusammen mit seinen Kollegen Bill Harrison und Bill Rusch ließ er einen eingeblendeten Punkt auf dem Fernsehbildschirm hin und her wandern. Dazu brauchte es ein Steuergerät. Besser wären doch zwei Punkte und zwei Steuergeräte, dachten sich die Techniker. Dann könne man sich gegenseitig auf dem Bildschirm verfolgen. Und wenn man noch einen dritten Punkt hinzufüge, dann könne man den ersten Punkt mit den anderen Punkten von einer Seite zur anderen spielen.

Insgesamt entwickelten die beiden Bills zusammen mit Ralph Baer sieben Heimkonsolen-Prototypen. Den letzten nannten sie Brown Box.

Da sich sein Arbeitgeber nicht für den Kasten interessierte und ein solches Gerät auch nicht von einer Rüstungsfirma vertrieben werden konnte, suchte Baer nach anderen Unternehmen. Mehrere Verhandlungen scheiterten. Die Box mit den vielen Dioden, Transistoren und Widerständen wollte niemand haben.

Magnavox war der Retter in der Not

Schließlich interessierte sich doch noch jemand dafür: Bill Benders hatte eine Präsentation der Konsole gesehen und war begeistert. Als er wenig später beim Elektronikkonzern Magnavox angestellt wurde, erzählte er der Unternehmensleitung davon. Die ließ sich von seiner Begeisterung anstecken. Magnavox ließ das Gerät mit einem anderen Gehäuse produzieren und vermarktete es ab 1972 unter dem Namen Odyssey. Anfangs kostete das Gerät 100 US-Dollar. Hierzulande kam es ein Jahr später unter dem Namen Odyssee heraus.

Um die 28 Spiele, die es dafür gab, attraktiver zu gestalten, wurden Folien beigelegt. Diese wurden vor den Bildschirm gehängt. So entstand eine farbige Spielfläche, die bei jedem Spiel verändert werden konnte.

Leserkommentare
  1. Toll, das perfekte Spiel mit der perfekten Maschine ward erfunden - dem Spiel eine neue Dimension gegeben- Gesellschaftsspiele konnten fast abgeschafft werden!

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