Virtuelle Welten: Ein Grundgesetz für Gamer
Sind Computerspieler Kunden der Anbieter, oder sind sie Bürger von Online-Welten? Nach heftigem Protest gegen Blizzard stellt sich die Frage nach ihrem Selbstverständnis.
© Blizzard

Screenshot aus "Diablo III"
Gamer haben in den vergangenen Monaten viel protestiert: gegen das Ende der Mass-Effect-Trilogie etwa oder gegen die Serverausfälle, vermeintliche Sicherheitsprobleme und sogar gegen die Grafik von Diablo III. Tun sie das, weil sie sich als zahlende Kunden mit gewissen Ansprüchen verstehen – oder geht ihr Selbstverständnis weiter?
"Gamer brauchen ein Grundgesetz", schreibt Yannick LeJacq im Magazin The Atlantic. Er beruft sich dabei auf Professor Edward Castronova von der Universität von Indiana, einen der führenden Experten für das Wirtschaften in Computerspielen. Castronova schrieb bereits im Jahr 2002 in seinem Aufsatz On Virtual Economies: "Gamer halten sich selbst nicht für Kunden eines Spiels, sondern für Bürger mit entsprechenden Rechten." Diese These hält er für aktueller denn je.
Schon im Jahr 2000 hat der bekannte Gamedesigner Raph Koster eine "Erklärung der Rechte von Avataren" veröffentlicht, in der er verlangte, Avatare "wie Menschen zu behandeln, nicht wie körperlose, bedeutungslose und seelenlose Puppen." Koster, so schreibt nun LeJacq in The Atlantic, habe das zwar später als fehlerbehaftetes Gedankenexperiment abgetan. Doch vor allem der vielfältige Protest gegen Diablo III und gegen den Publisher Blizzard sei möglicherweise ein Zeichen, dass an den alten Thesen von den Grundrechten für Gamer doch etwas dran sei.
Brauchen und wollen Gamer aber überhaupt verbriefte Normen innerhalb der Spiele? Grundrechte sind schließlich vor allem Abwehrrechte gegen den Staat, und weder Spiele noch deren Hersteller sind – formell betrachtet – Staaten. Spiele sind Kunstwerke und unterliegen der künstlerischen Freiheit der Entwickler. Die Hersteller sind gewinnorientierte Unternehmen und können die Nutzungsbedingungen für ihre Produkte selbst bestimmen.
Spieler formen das Spiel
An dieser Stelle könnte die Diskussion beendet sein, weil der Vergleich zwischen Staaten und Spielen hinkt. Wer ein Spiel nicht mag, muss es nicht spielen. Wer dagegen seinen Staat nicht mag, kann nicht ganz so einfach damit aufhören, Bürger dieses Staates zu sein.

Zwei Entwicklungen aber lassen durchaus Raum für ein sich änderndes Selbstverständnis der Spieler, weg vom Kunden, hin zum mitstimmungsberechtigten "Bürger" eines Spiels: Erstens formen die Spieler durch ihren Einsatz von Zeit, Kreativität und Kooperation erst die Atmosphäre vor allem von Multiplayer-Online-Rollenspielen. Sie füllen die Welt mit Leben. Ohne sie wäre etwa die World of Warcraft ein öder Ort, der kaum neue Spieler und damit neue Einnahmen für den Anbieter anziehen würde. Wenn durch eine solche Mitgestaltung auch der Wille nach Mitbestimmung entsteht, ist das durchaus nachvollziehbar.
Zweitens bilden die Spieler in EverQuest, Diablo III oder künftig in The Elder Scrolls Online und vielleicht auch in Minecraft einen Wirtschaftsraum, indem sie mit virtuellen Gütern handeln oder virtuelle Arbeiten verrichten, die echtes Geld wert sind. "Sobald eine Online-Welt damit beginnt, diese Art der Interaktion anzubieten", so schreibt LeJacq, "haben die Entwickler praktisch die gleiche Hausmacht, wie sie eine echte Regierung über ihr Volk hat."
Ein Beispiel dafür: Blizzard hat für das trotz aller Beschwerden sehr erfolgreiche Diablo III exklusive Auktionshäuser gegründet. Nur dort können Spieler mit ihren im Spiel erbeuteten Gegenständen handeln. Angesichts der hohen Summen, die dort umgesetzt werden, so argumentiert LeJacq, muss das Unternehmen seine Rolle als Wächter über das Wirtschaftssystem sehr ernst nehmen. Es muss den Betrieb seiner Server sicherstellen, also den virtuellen Lebensraum der Spieler, und deren Eigentum beschützen – so wie es auch ein Staat für seine Bürger tun muss.
Diese Rolle aber dürfte den Herstellern nicht gefallen. Der Blogger und Autor Cory Doctorow sagte kürzlich der taz: "Für die Spielbetreiber sind Charaktere in Online-Welten keine Bürger mit Rechten, sondern Kunden, die Geschäftsbedingungen zu akzeptieren haben." Rühmliche Ausnahme ist übrigens Eve Online, wo es einen von den Spielern gewählten Rat gibt, der in ihrem Aftrag mit dem Betreiber CCP über Verbesserungsvorschläge verhandelt.
In seinem Roman For the Win von 2010 beschreibt Doctorow, wie sich sogenannte Goldfarmer in einer Gewerkschaft organisieren, weil sie nicht länger unter miserablen Arbeitsbedingungen virtuelle Gegenstände in Onlinewelten erspielen wollen. Im Buch haben die organisierten Spieler am Ende so viel Macht über das Wirtschaftssystem eines Spiels, dass sie den Hersteller unter Druck setzen können. In der Realität ist es umgekehrt: Die Hersteller können ihre virtuellen Währungen, den milliardenschweren In-Game-Handel und ihre Nutzungsbedingungen ständig ändern, ohne dass die Spieler das verhindern können.
"Mit diesen Spielen kreieren wir Welten, in denen es kein vernünftiges Rechtssystem gibt", sagt Doctorow.
Dialog auf Augenhöhe
Professor Castronova plädiert für eine langsame Annäherung. Er empfiehlt den Entwicklern, künftig Räume für den konstruktiven Austausch mit den Spielern einzurichten. Falls es dann Probleme gibt, müssten sich die Spieler nicht mehr nur über Twitter oder in Foren Gehör verschaffen. Stattdessen könnten sie einen echten Dialog auf Augenhöhe starten. Denn eines habe der Protest gegen Blizzard gezeigt: "Diese Neigung, sich gegen etwas aufzulehnen, zeigt, dass Spiele wirklich mehr wie Regierungen als nur Produkte aus Hollywood sind."
Es wäre nun an der Zeit für die Gamer selbst, zu erklären, ob sie sich als Bürger oder als Konsumenten von Spielen verstehen.










das Publisher und Developer es geschafft haben die Anbiete-Kunden Barriere zu aufzuweichen.Die meisten Konsumenten von Spielen sind einfach keine aufgeklärte Kunden sondern schlicht und ergreifen Fans wie von einem Musiker.
Dies ist das Grundproblem weshalb Publisher und Developer fehlerhafte Produkte anbieten können bzw. schlicht und ergreifend nachweislich Lügen was die Produkteigenschaften angeht.
Ich trauere der "goldenen Zeit" zwischen 2002 und 2005 hinterher. Mitterweile braucht man für fast jedes neue Spiel x-verschiedene Konten und Dienste. Dazu kommen irgendwelche dubiosen Auktionshäuser á la Blizzard und überteurte Mini-DLC's wie bei Mass Effect 3, Battlefield 3 und MW 3.
Da lobe ich mir Skyrim. Zwar nutzt es auch Steam, aber wenn man mit diesem Umstand leben kann, bietet es unfassbar viele Spielstunden fürs Geld. Und es bietet noch richtige Addons. Das ist ja mittlerweile eine Rariatät geworden...
der Modsupport. Ich habe 4 GB an Mods installiert die das Spiel optisch als auch inhaltlich aufwerten. Spiele es mittlerweile nach 150 Stunden Diablo III wieder.
Und ich hoffe, dass das Onlinegame jetzt nicht dazu führt die Spieleentwicklung zu vernachlässigen. Jedes TES-Game war für sich gut und Skyrim ist absolut Klasse. Bethesda hat immer angegeben kein onlinespiel zumachen, weil der Aufwand zu groß ist und sie deshalb die Spielentwicklung vernachlässigen müssten. Ich befürchte Schlimmes.
der Modsupport. Ich habe 4 GB an Mods installiert die das Spiel optisch als auch inhaltlich aufwerten. Spiele es mittlerweile nach 150 Stunden Diablo III wieder.
Und ich hoffe, dass das Onlinegame jetzt nicht dazu führt die Spieleentwicklung zu vernachlässigen. Jedes TES-Game war für sich gut und Skyrim ist absolut Klasse. Bethesda hat immer angegeben kein onlinespiel zumachen, weil der Aufwand zu groß ist und sie deshalb die Spielentwicklung vernachlässigen müssten. Ich befürchte Schlimmes.
der Modsupport. Ich habe 4 GB an Mods installiert die das Spiel optisch als auch inhaltlich aufwerten. Spiele es mittlerweile nach 150 Stunden Diablo III wieder.
Und ich hoffe, dass das Onlinegame jetzt nicht dazu führt die Spieleentwicklung zu vernachlässigen. Jedes TES-Game war für sich gut und Skyrim ist absolut Klasse. Bethesda hat immer angegeben kein onlinespiel zumachen, weil der Aufwand zu groß ist und sie deshalb die Spielentwicklung vernachlässigen müssten. Ich befürchte Schlimmes.
Im Spiel selbst findet man so verdammt selten Gegenstände die man gebrauchen kann, dass man als in Arbeit stehende Person nicht um das Auktionshaus herum kommt.
Sie stehen in keinem Verhältnis zu dem was man braucht um vorwärts zu kommen und das schon von Anfang an in der Levelphase.
Man ist auf dieses Auktionshaus angewiesen. Anfangs findet man im Spiel genug Gold um sich die Standardausrüstung leisten zu können, während es nach oben hin immer weniger reicht.
Alles deutet darauf hin, dass Diablo 3 um das Auktionshaus herum gebaut wurde. Da man dort nun mit echtem Geld bezahlen kann setzt Blizzard auf die Gier der Menschen, die sie auch schamlos als Ausrede benutzen werden.
"Wir können nichts dafür, wenn Die Spieler 250€ für einen Gegenstand verlangen"
Unter dem Tisch gekehrt wird allerdings, dass sie Geld verdienen wenn ihn dann doch jemand kauft.
Wenn man sich über so etwas beschwert hat das nichts damit zu tun Rechte zu fordern die man nicht besitzt. Desweiteren ist es eine Frechheit wenn sich nun Firmen auf die künstlerische Freiheit berufen tun und lassen zu können was sie wollen, damit hats nämlich überhaupt nicht zu tun.
Man wurde nämlich ganz einfach verarscht.
Es war schlieslich nie die Rede davon das man 50€ und mehr für das neue Blizzard Auktionshaus bezahle das gnädigerweise Diablo3 als Feature hat.
"Sie stehen in keinem Verhältnis zu dem was man braucht um vorwärts zu kommen und das schon von Anfang an in der Levelphase.
Man ist auf dieses Auktionshaus angewiesen. Anfangs findet man im Spiel genug Gold um sich die Standardausrüstung leisten zu können, während es nach oben hin immer weniger reicht."
- es zwingt dich keiner, dort etwas zu kaufen
- als berufstätiger mensch kann man eben nicht mit der oberen spielerklasse mithalten, gewöhn dich dran
- es ist ein spiel, du bist nicht verpflichtet, irgendwelche fristen oder standards einzuhalten
"Sie stehen in keinem Verhältnis zu dem was man braucht um vorwärts zu kommen und das schon von Anfang an in der Levelphase.
Man ist auf dieses Auktionshaus angewiesen. Anfangs findet man im Spiel genug Gold um sich die Standardausrüstung leisten zu können, während es nach oben hin immer weniger reicht."
- es zwingt dich keiner, dort etwas zu kaufen
- als berufstätiger mensch kann man eben nicht mit der oberen spielerklasse mithalten, gewöhn dich dran
- es ist ein spiel, du bist nicht verpflichtet, irgendwelche fristen oder standards einzuhalten
Wer sich als Bürger von Onlinewelten versteht, der dürfte nicht "Items" (Sachen) mit Offlinegeld kaufen. Das jedenfalls ist meine Meinung.
"Powergamer" spielen nicht, sie arbeiten im Spiel für Euro im wirklichem Leben. Ihnen ist im Spiel alles recht, wenn sie dafür viele Euro bekommen. Das fängt beim "Farmen" (Stundenlanges blockieren einer guten Stelle) an, geht über anraunzen der schlechteren Spieler weiter, über "Bugusing" (Programmfehler zur Vorteilsnahme nutzen) bis hin zum "Cheaten" ( Nutzung eines meist unerlaubten vorteilbringenden, spieleingreifenden, externen Programms). Für mich ist das nicht der Sinn eines Spiels. Am Anfang der Onlinespiele war der Verkauf von Items für echtes Geld verboten und konnte mit Accountentzug bestraft werden.
Scheinbar haben sich die Zeiten gewandelt, die Powergamer hatten und haben ihre Kunden, und die Spieleanbieter verdienen sich jetzt eine goldene Nase. Das hat nur noch mit Geldkultur zu tun, Spielekultur ist das nicht mehr.
Natürlich ist es möglich ein Spiel "fair" zu spielen, also ohne "Fudelei" oder Zukauf. Aber ein "Zusammenspiel" zwischen Powergamern und normalen Spielern halte ich kaum für möglich. Der normale Spieler, der ohne großartiges farmen, Bugusing oder Cheaten spielt, hat nun einmal andere "Werte" als der für reales Geld arbeitende Powergamer.
Wegen dieser Fudelei in den Onlinespielen habe ich mit den MMORPGs (selber goggeln) aufgehört.
Bürger von Onlinewelten gehen nicht in andere Welten!
Ob die Spieler wirklich ein eigenes Grundgesetz brauchen, mag ich zu bezweifeln. Letztendlich handelt es sich ja bei Spielern im Prinzip um Produkte wie jedes Andere auch. Und wenn sich Spieler massiv über ein Spiel beschweren, schaltet sich Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. ein, wie es akutell beim Spiel Diablo 3 vom Hersteller Blizzard der Fall ist. Dieser wurde abgemahnt. Auch von Frankreich wurde Blizzard von deren Verbraucherzentrale gerügt.
Auch gegen das Ende des Spieles Mass Effect 3 haben Spieler massiv protestiert, so dass der Hersteller handeln musste und ein kostenloses update mit alternativen Enden anbietet.
Von daher ist es sehr schwer ein verbindliches Grundgesetz für Spieler oder Hersteller zu entwerfen, weil jedes Spiel was besonderes ist, und nicht mit anderen so vergleichbar wäre dass ein Grundgesetz für alle verbindlich wäre.
Was ich mir persönliche wünsche, wäre diese übertriebene Brutalität in Spielen einzudämmen? Ich hab ja nichts gegen Blut, aber brauch man wirklich die Zeitlupenansicht wie ich in einem Spiel eine Figur den Kopf explodieren lasse?
Leider muss man sagen dass die guten alten Zeiten, als der Spielemarkt sehr viel innovativer war (1995-2003/04), leider vorbei ist. Heute kommen nur noch Grafikdemos die sich Spiele nennen, mit flacher Handlung und sehr wenig Gestaltungsraum für den Spieler. Alles wird vorgekaut, mit sog. "Schlauchlvl" bis hin zur automatisierten Punkteverteilung seines Spiele-avatars.
noch nicht fertig
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