Minecraft : Kontinente aus Klötzchen

Das Kapitol in Washington, Peking, wie es 1845 aussah, der Kontinent aus "Game of Thrones": In monatelanger Arbeit bauen "Minecraft"-Spieler ganze Welten aus Klötzchen.
Die große Mauer von Westeros, nachgebaut aus "Minecraft"-Klötzchen © Maruku / westeroscraft.com

Westeros ist ein Kontinent mit sieben Königreichen und einer verdammt hohen Mauer. Die düstere Mittelalter-Welt entstammt der Buchreihe Das Lied von Eis und Feuer . Befördert durch den Erfolg der auf der Reihe basierenden TV-Serie Game of Thrones , regt sie die Vorstellungskraft Tausender Menschen an. Diese wollen die Gassen der Hauptstadt King’s Landing durchstreifen, die Zinnen von Winterfell bemannen und von den verkohlten Türmen der Burg Harrenhal herabsehen. Das Computerspiel Minecraft gibt ihnen die Gelegenheit, genau dies zu tun.

Spätestens im vergangenen Jahr wurde klar, dass es sich beim einstigen Ein-Mann-Projekt Minecraft , das 2009 an den Start ging, um mehr handelt als um einen Lego-Technik-Baukasten für den Rechner. Das Spiel zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus.

Der Avatar wird im Überlebensmodus in einer zufallsgenerierten, fast unendlich großen Welt ausgesetzt, in der rechte Winkel das Maß aller Dinge sind. Die "Blöcke" genannten Bausteine dieser Welt sind von unterschiedlicher Beschaffenheit und stellen Holz, Kohle, Wolle oder Edelsteine dar. Sie können abgebaut – gemined – und weiterverarbeitet – gecrafted – werden und die spielinterne Produktionskette sehr komplex machen.

Neben dem Survival-Mode bietet Minecraft auch einen Kreativ-Modus an. Der erinnert tatsächlich an ein Lego-Set, jedoch eines mit unendlich vielen Steinen. Und hier werden die aus den Büchern und der Serie bekannten Fantasy-Kulissen von Westeros zur virtuell begehbaren Welt.

Das Spiel holt – anders als die meisten Games es vermögen – seine Nutzer aus einer quasi-passiven Konsumhaltung heraus. So geschehen auch mit Jacob Granberry. Der Texaner leitet das Hobby-Projekt WesterosCraft, bei dem sich Spieler zusammengetan haben, um den kompletten Fantasie-Kontinent auf einem einzigen Minecraft -Server nachzubauen.

Es ist Fan-Fiction im besten Sinne. " Minecraft eignet sich ganz hervorragend für unser Vorhaben", so der 24-Jährige aus Austin . "Es gibt viele Plug-Ins, die es uns erlauben, die Blöcke nach unseren eigenen Vorstellungen herzustellen."

Plug-Ins, so heißen Modifikationen, mit denen Freizeit-Programmierer die ursprüngliche Version des Spiels um neue Gegenstände oder fotorealistische Texturen erweitern können. In das Klötzchen-Westeros wird aller Voraussicht nach ein Klassensystem eingebaut. Mit dessen Hilfe können sich Spieler entscheiden, ob sie lieber mit Schwert oder mit Magie kämpfen. Hinzu kommen vom Computer gesteuerte Spielfiguren, die dem Spieler Aufgaben geben.

Diese Offenheit bietet nicht jedes Computerspiel. Denn mit zusätzlichen Inhalten verdienen die Publisher inzwischen viel Geld – aber natürlich nur, wenn sie diese selbst liefern. " Minecraft erlaubt es uns Fans, ein eigenes Online-Rollenspiel im Universum von Game of Thrones zu bauen", sagt Granberry.

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Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Minecraft

Meiner Meinung nach unter den PC-Spielen der letzten Jahre so ziemlich das hässlichste, technisch schlechteste, spielerisch primitivste, Storytechnisch langweiligste Spiel überhaupt...

Aber das ist wie Lego im Vergleich mit einem detailgetreuen Gummidinosaurier, Big Lebowski gegen Transformers, Bratwurst gegen ein Fünf-Gänge Menü, ein kühles Bier gegen einen 500 Euro Wein - Perfektion ist nicht immer Reizvoll ... Und genau wie die Kleinen beim Lego verfällt man auch als Großer hundert mal schneller und länger Minecraft, als 90% aller anderen Spiele (mit Millionen Produktionskosten) falls man überhaupt damit aufhören kann!

Genau das ist primitiv,

entweder ist der Spieler primitv, oder das Spiel. Wenn sie ein Spiel spielen, dass wie ein Film abläuft, war der Entwickler sehr Kreativ, hat jedes Detail ausgebaut, überdacht, und alles so gesetzt dass der Spieler nur primitiv durchlaufen muss.
Wenn das Spiel primitiv ist, keine Story hat etc. wird der Spieler zur Kreativität gezwungen, das macht aber das Spiel nicht kreativ.

z.B. Bauklötze sind primitiv; wenn sie damit etwas tun wollen müssen sie aber kreativ sein - kaum jemand käme auf die Idee Holzklötze nicht primitiv zu nennen

Minecraft

"Meiner Meinung nach unter den PC-Spielen der letzten Jahre so ziemlich das hässlichste, technisch schlechteste, spielerisch primitivste, Storytechnisch langweiligste Spiel überhaupt..."

Wohl zu viel CoD gespielt oder?
Egal, ich habe momentan wieder lust Minecraft zu spielen. Wieder mit Freunden eine Stadt in den Himmel zu bauen. Hachja, wenn ich doch nur meinen PC hier hätte..