CrowdfundingOuya – eine Android-Spielekonsole erobert Kickstarter

Die Ouya-Konsole basiert auf Android, kostet 99 Dollar und setzt auf Free-to-play-Spiele. Bei Kickstarter sammeln die Macher gerade Millionensummen für das Projekt ein. von Christian Klaß

Ouya-Konsole und Controller

Ouya-Konsole und Controller  |  © Ouya

950.000 US-Dollar – so viel mussten mindestens über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter zusammenkommen, damit die hübsch designte Android-Spielekonsole Ouya fertiggestellt und ausgeliefert werden kann. Einen Tag nach dem Start der Crowdfunding-Kampagne sind es bereits 2,6 Millionen Dollar.

Geht es so weiter, wird Ouya bis zum Abschluss der Kickstarter-Finanzierung am 9. August 2012 mehrere Millionen US-Dollar zugesichert bekommen und vielleicht sogar einen neuen Rekord erreichen.

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Das kalifornische Unternehmen Ouya scheint einen Nerv zu treffen , in einem Bereich, in dem sich die etablierten Konsolenhersteller wie Nintendo , Sony Computer Entertainment und Microsoft bisher schwertun. Die Ouya-Konsole kostet unter 100 US-Dollar, jeder kann für sie programmieren, und das Hauptaugenmerk liegt auf Free-to-Play-Titeln.

Spielen soll wieder günstiger werden, für Entwickler und Spieler. Ouya verlangt deshalb laut eigenen Angaben nur eines von den Entwicklern: Wenigstens ein kleiner Teil des Spiels muss kostenlos zugänglich sein – und sei es als Demo. Und da Ouya auf Android basiert, können Entwickler ihre bestehenden Android-Apps leicht auf Ouya veröffentlichen.

Doch auch die Entwicklung von AAA-Titeln, umfangreichen und teuer produzierten Spielen, soll Ouya revolutionieren können. "Vergesst Lizenzgebühren, Handelsgebühren und Publishing-Gebühren", heißt es in der Projektbeschreibung auf Kickstarter.

Dort finden sich auch einige technische Daten zur Spielekonsole, die an einen Fernseher angeschlossen werden soll. Ouya wird mit einer Tegra-3-Quad-Core-CPU, 1 GByte RAM, 8 GByte internem Speicher, HDMI (bis 1080p), WLAN nach IEEE 802.11b/g/n, Bluetooth LE 4.0, USB 2.0 und einem drahtlosen Gamepad ausgestattet sein. Als Betriebssystem ist Android 4.0 vorinstalliert. Das Gamepad weist zwei Analogsticks, ein D-Pad, acht Actionknöpfe, einen Systembutton und ein Touchpad auf.

Für das schlichte, moderne Design von Ouya ist Yves Behar verantwortlich. Behar arbeitete bereits an der Jambox und am OLPC (One Laptop per Child) . Ouya-Chefin Julie Uhrmann arbeitete zuvor bei Vivendi Universal, IGN und Gamefly.

"Wir wollen den Markt durchrütteln", sagt Uhrman und bittet deshalb um Unterstützung über Kickstarter. Mit den bisherigen finanziellen Mitteln sei das nicht mehr möglich gewesen.

Leserkommentare
  1. aber gibt es sowas nicht schon?

  2. ...denn die Konsole gut und schön, aber meine PS3 dient auch als (zugegeben mittelmäßiger) BlueRay-Spieler.
    Nicht alles was sich auf Kickstarter "verkauft" muss auch gut sein.

    Soviel ich weis sind Nachfolger von PS3 und Xbox schon in Arbeit und sollen beide im Herbst 2013 erscheinen - sehr wahrscheinlich im Oktober.
    Sogar die ersten Proteste gegen die Verknüpfung von Spielen mit dem Sony-Entertainment-Network gibts schon :-)

  3. Ich verstehe das Konzept dieser Spielekonsole nicht ganz. Offensichtlich kommt sie mit der selben Hardware die auch in Tablets eingesetzt wird. Eignet sich somit also nicht für grafisch aufwändige Titel wie sie auf X-Box unc Co. laufen.
    Bleiben eben noch die netten Spiele aus dem Google Play Store. Aber dafür brauche ich ja nicht extra eine Konsole. Wäre es nicht sinnvoller das Tablet mittels HDMI (hat ja fats jedes) an den Fernseher an zu schließen?
    Wenn man möchte könnte man dann ja noch einen Wireless-Controller mittel Bluetooth verbinden. Müsste sich ja machen lassen.

    Das Design ist aber allermal sehr gut gelungen.

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    Dann suchen sie mal ein Tablet für 100 Dollar mit der Hardware...

    Desweiteren ist das Tablet dazu gedacht im Haus mobil zu sein, wollen sie selbiges ständig an und abstöpseln, lose Kabel Strom und TV, evtl. Sound herumliegen haben? Bluetooth für die Controller einschalten, händisch connecten, je nach Peripherie, nachher BT wegen Akku wieder abschalten, entscheiden wieviel von dem ohnehin knappen Tabletspeicher für Spiele genutzt werden soll und so weiter und sofort.

    Ich finde dieses Projekt einfach genial. Es wird die nötige Aufmerksamkeit bekommen, da die neuen Konsolen von Sony und Microsoft noch auf sich warten lassen und Nintendo grade erst die Werbetrommel anschmeisst. Es wird die kleinen Entwickler fördern und dabei die großen nicht vernachlässigen! Es ist einfach ein Kontra zu Origin und Co. Diese Konsole lebt quasi das Open Source Prinzip. Jeder kann dran schrauben, jeder programmieren und jeder verbessern. Wenn jeman etwas mag, kann er auch gerne etwas dafür zahlen.

    Zum Vergleich mit X-Box. Die Hardware dieser Konsole ist schlechter, hat zB nur 512 MB Ram. Man kann Konsolen-Hardware aber auch nicht so einfach mit PC-Hardware vergleichen. Selbst die neue Konsole von Microsoft wird wahrscheinlich nur 4GB haben. Nutzt man die Ressourcen richtig, passt das schon.

    und welches 100$ Tablet hat so eine Konfiguration und HDMI Ausgang?

    • greuel
    • 11. Juli 2012 21:59 Uhr

    Bislang ging man wohl davon aus, dass sich außer Apple niemand mit den drei Großen (Sony, Nintendo und Microsoft) anlegen könnte wegen der enorm hohen Kosten, die man in das Marketing einer solchen neuen Konsole stecken müsste, zumal die großen Studios auch nicht ohne weiteres Spiele programmieren würden.

    Nun kommt sie quasi von unten und könnte sogar Erfolg haben, denn man munkelt, dass die neuen Konsolen (PS4 und XBox720) den Benutzer ziemlich gängeln werden (Spiele werden teurer, können nicht weiterverkauft werden, müssen ständig mit dem Internet verbunden sein usw.).

    Dem Markt würde es gut tun.

  4. Dann suchen sie mal ein Tablet für 100 Dollar mit der Hardware...

    Desweiteren ist das Tablet dazu gedacht im Haus mobil zu sein, wollen sie selbiges ständig an und abstöpseln, lose Kabel Strom und TV, evtl. Sound herumliegen haben? Bluetooth für die Controller einschalten, händisch connecten, je nach Peripherie, nachher BT wegen Akku wieder abschalten, entscheiden wieviel von dem ohnehin knappen Tabletspeicher für Spiele genutzt werden soll und so weiter und sofort.

    Antwort auf "Konzept nihct klar"
  5. Ich finde dieses Projekt einfach genial. Es wird die nötige Aufmerksamkeit bekommen, da die neuen Konsolen von Sony und Microsoft noch auf sich warten lassen und Nintendo grade erst die Werbetrommel anschmeisst. Es wird die kleinen Entwickler fördern und dabei die großen nicht vernachlässigen! Es ist einfach ein Kontra zu Origin und Co. Diese Konsole lebt quasi das Open Source Prinzip. Jeder kann dran schrauben, jeder programmieren und jeder verbessern. Wenn jeman etwas mag, kann er auch gerne etwas dafür zahlen.

    Zum Vergleich mit X-Box. Die Hardware dieser Konsole ist schlechter, hat zB nur 512 MB Ram. Man kann Konsolen-Hardware aber auch nicht so einfach mit PC-Hardware vergleichen. Selbst die neue Konsole von Microsoft wird wahrscheinlich nur 4GB haben. Nutzt man die Ressourcen richtig, passt das schon.

    Antwort auf "Konzept nihct klar"
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    Da is im Play Store zB auch einen N64 Emulator gibt, kann man alte Konsolen damit gleich mitnutzen, wenn das dafür umgesetzt wird. Das geht zwar auch mit dem Smartphone, frisst aber schnell den Akku auf, wenns am TV ist.

  6. Da is im Play Store zB auch einen N64 Emulator gibt, kann man alte Konsolen damit gleich mitnutzen, wenn das dafür umgesetzt wird. Das geht zwar auch mit dem Smartphone, frisst aber schnell den Akku auf, wenns am TV ist.

    Antwort auf "Super Projekt!"
  7. Wie schon bereits jemand erwähnt hat ist es unsinnig eine Spielekonsole mit der gleichen Hardware der aktuell erhältlichen Tablets zu entwickeln und irgendwann nächstes Jahr zu veröffentlichen.
    Das Teil wird ein Flop, denn Tablets können das gleiche und sind zudem wahlweise portabel (wofür sie ja eigentlich gemacht sind).
    Die Firma sollte sich lieber rein auf Firmware, Software und vielleicht noch die Entwicklung eines vernünftigen Standart-Bluetooth-Controller für alle Android-Geräte beschränken, das wäre sinnvoll.

    Mutig sein ist schön und gut, generell begrüße ich Android-Geräte mit guten Absichten, jedoch wird dieses Projekt vollends vor die Wand laufen und nur eine kleine Community und Bastler bedienen.

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