"Spy Party": Benimm dich wie eine Maschine – oder stirb
Die Betaversion des Spiels "Spy Party" weckt hohe Erwartungen: Spieler 1 mischt sich unter eine Gruppe computergesteuerter Figuren, Spieler 2 muss ihn erkennen und töten.
© Chris Hecker

Screenshot aus "Spy Party"
Kann eine Maschine denken wie ein Mensch? Dieser Frage ging der Mathematiker Alan Turing 1950 in seinem bahnbrechenden Essay Computing Machinery and Intelligence nach. Der Begriff "Denken" sei schwierig zu definieren, schrieb Turing – und schlug eine andere Fragestellung vor: "Are there imaginable digital computers which would do well in the imitation game?" ("Sind Computer vorstellbar, die in einem Imitationsspiel gut abschneiden würden?") Dies war die Basis für den legendären, wenn auch umstrittenen Turing-Test: Ein menschlicher Proband unterhält sich via Tastatur und Bildschirm mit zwei unbekannten Gesprächspartnern. Einer davon ist eine Maschine. Kann der Proband die Maschine auch nach intensiver Befragung nicht identifizieren, hat sie den Test bestanden und darf fortan als intelligent gelten.
Maschine imitiert Mensch: Dieses Prinzip kommt auch in vielen Games zum Einsatz. Skyrim beispielsweise wird von Hunderten computergesteuerter Figuren (NPCs) bevölkert, die ganz unterschiedliche Aufgaben, Vorlieben und Meinungen haben. Doch selbst in diesem aufwändig inszenierten Titel ist die Illusion menschlicher Intelligenz alles andere als perfekt: Das zeigt sich schon am Rückgriff auf vorgefertigte Dialogbausteine – die allzu häufig auftauchende Formulierung "...but then I took an arrow in the knee" hat es mittlerweile zum Internet-Mem gebracht. Nach Turings Kriterien ist es zu glaubwürdiger Künstlicher Intelligenz (KI) in Spielen noch ein weiter Weg.
Das Indie-Game Spy Party allerdings dreht den Spieß einfach um: Hier steht nicht die KI auf dem Prüfstand, sondern der Mensch, der die Künstliche Intelligenz möglichst originalgetreu nachahmen soll, mitsamt ihren Stärken und Schwächen. Spy Party ist ein hoch spannendes Experiment mit Wahrnehmung, Täuschung und den Feinheiten zwischenmenschlicher Kommunikation.
Schauplatz des Multiplayer-Games ist eine Cocktail-Party unter Diplomaten. Einer der Gäste ist ein Spion: Er wird von Spieler 1 kontrolliert, während alle anderen Gäste KI-gesteuert sind. Der Spion hat eine Reihe von Aufgaben zu erledigen: Er soll zum Beispiel den Botschafter verwanzen, eine Statue stehlen, einen Doppelagenten kontaktieren oder einen Mikrofilm an sich nehmen, der in einem Bücherregal versteckt ist. Die Mission ist brandgefährlich: Auf dem Balkon des gegenüberliegenden Hauses lauert ein Scharfschütze (Spieler 2), der den Spion identifizieren und ausschalten soll. Er hat dafür exakt eine Gewehrkugel und dreieinhalb Minuten Zeit, dann ist die Runde beendet.
Was simpel klingt, erweist sich als komplexes Katz- und Maus-Spiel. Der Spion muss unter allen Umständen vermeiden, dass der Sniper ihn entdeckt. Allerdings ist jede seiner Aufgaben mit verräterischen Aktionen verbunden: Will er den Botschafter verwanzen, muss er sich dem Opfer nähern und die Wanze in dessen hintere Hosentasche stecken. Will er die Statue stehlen, muss er sie gegen ein anderes Modell austauschen, was ebenfalls schnell auffällt. Noch riskanter ist der Kontakt zum Doppelagenten: Laut und deutlich – auch für den Scharfschützen – ertönt dann über dem Partygeplauder der Gäste das Codewort "Bananabread".
Die besondere Herausforderung für den Spion besteht darin, sich wie ein NPC zu verhalten. Zu Beginn fühlt man sich denn auch wie ein Nachwuchsschauspieler, der eine große Bühne betritt: Ein wenig unsicher, ein wenig desorientiert und ohne die geradlinige Entschlossenheit einer Computerintelligenz.
Nicht weniger schwierig gestaltet sich die Mission des Scharfschützen. Besonders Anfänger werden von der Menge an Informationen geradezu überwältigt sein: 15 Gäste schlendern durch den Raum, betrachten Bücher und Statuen, bilden Grüppchen und reden ohne Unterlass. Zwei der vier Saalwände sind zwar weitgehend transparent, die freie Sicht wird aber häufig von den herumlaufenden Partygästen gestört. Hier reicht schon ein Moment der Unaufmerksamkeit oder ein falsch gesetzter Zoom, um wichtige Ereignisse zu verpassen.







Das Prinzip hört sich das frapierend nach dem Multiplayer von Assassin's Creed an, oder? Also neu ist das nicht.
....das wird ja auch deutlich in den letzten Absätzen erwähnt.
....das wird ja auch deutlich in den letzten Absätzen erwähnt.
....das wird ja auch deutlich in den letzten Absätzen erwähnt.
Wer den Artikel aufmerksam liest erkennt, dass Hecker schon seit 2009 an SpyParty arbeitet, der Multiplayer von Assassins Creed wurde erst 2010 vorgestellt.
Da ich sowohl AC: Brotherhood, als auch SpyParty gespielt habe kann ich außerdem die Unterschiedlichkeit der beiden nicht stäker hervorheben. AC erinnerte mehr an einen Multiplayer Shooter und das Gameplay war größtenteils symmetrisch.
Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen SpyParty zu spielen. Auch wenn die Grafik noch nicht ausgefeilt ist (hat aber auch Charme) macht es einfach wirklich Spaß und man merkt schon innerhalb weniger Stunden, dass das eigene Niveau steigt. Platz nach oben gestehen aber auch die Top-Ranglisten Spieler mit bis zu 100h Spielzeit noch ein.
"Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen SpyParty zu spielen. Auch wenn die Grafik noch nicht ausgefeilt ist (hat aber auch Charme) macht es einfach wirklich Spaß und man merkt schon innerhalb weniger Stunden, dass das eigene Niveau steigt."
Ich würde das Spiel sehr gerne testen, allerdings ist dieses Spiel mM nach keine 15 USD Wert. Das Gameplay ist zwar cool, aber angesichts der Grafik und der fehlenden Abwechslung.
Also ich hätte keine Motivation das Spiel mehrere Stunden zu spielen, bei nur einem Level.
Bei dem Preis finde ich andere Spiele wesentlich interessanter. Z. B: bekommt man AC für ca. den selben Preis.
Es sind bisher drei Level, wir haben das jetzt im vorletzten Absatz deutlicher gemacht.
Es sind bisher drei Level, wir haben das jetzt im vorletzten Absatz deutlicher gemacht.
Es sind bisher drei Level, wir haben das jetzt im vorletzten Absatz deutlicher gemacht.
Ok vielen Dank.
Das hörte sich zuerst so an, als gäbe es nur die eine Cocktailparty.
Ok vielen Dank.
Das hörte sich zuerst so an, als gäbe es nur die eine Cocktailparty.
Ok vielen Dank.
Das hörte sich zuerst so an, als gäbe es nur die eine Cocktailparty.
an The Ship denken müssen. Schön, dass es im letzten Absatz erwähnt wird.
Was der Autor als "Mind Game" lobt nennt man aber eigentlich eher "Metagame": http://en.wikipedia.org/w...
Ich glaube ich habe vor einiger Zeit schon mal von dem Spiel gehört. Die 15 Dollar sind wirklich ein ziemlich hoch gesteckter Preis, auch wenn die Idee relativ frisch ist.
Ich fand The Ship auch sehr interessant, als es rauskam. Dort ist das Katz & Maus Spiel etwas komplexer, weil dort jeder zugleich Jäger und gejagter ist. Aus der Thematik lässt sich sicher noch in Zukunft einiges herausholen.
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