Lara Croft kehrt zurück. Auf der Gamescom können Fans das neueste Abenteuer der Tomb Raider -Heldin testen. Diese Ankündigung dürfte so manchen der vornehmlich männlichen Besucher verzücken, sie steht zugleich sinnbildlich für die Computerspielemesse in Köln : Fortsetzungen beliebter und bewährter Titel prägen in diesem Jahr das Bild, die ganz großen Innovationen sind nicht zu erwarten.

Den Fans ist das egal, die Koelnmesse rechnet mit einem Rekordandrang bei der großen Spiele-Party. Für das Publikum ist die Gamescom vom 16. August bis 19. August geöffnet , für Fachbesucher einen Tag früher.

An neuer Software mangelt es nicht. Mehr als 300 Titel sind erstmals in Deutschland anspielbar, darunter seien "spektakuläre Neuheiten", wie die Messe verspricht. Besucher können diverse Spiele mit Blockbuster-Potenzial testen, neben Tomb Raider etwa eine Erweiterung für den Rollenspiel-Dauerbrenner World of Warcraft , dazu Fortsetzungen von Sport-Simulationen wie Pro Evolution Soccer und Need for Speed oder von Ego-Shootern wie Call of Duty , Far Cry und Crysis .

Viele Fans nehmen Wartezeiten von mehr als drei Stunden in Kauf, um einen 10- oder 15-minütigen Einblick zu erhaschen. Und die Besucherzahlen steigen seit Jahren.

Microsoft und Nintendo fehlen

Doch Wagnisse gehen die traditionell risikoscheuen Anbieter nicht ein. Auch auf neue Hardware, mit der Software-Entwickler neue Konzepte entwerfen könnten, warten Spieler wohl vergeblich. Sony dürfte die neue Generation seiner Konsole erst 2013 vorstellen, auch eine schlankere und billigere Version der Playstation 3 wird vermutlich erst nach der Messe präsentiert. In den Lagern stehen noch zu viele Geräte der jetzigen Version, heißt es in der Branche.

Der Xbox-360-Hersteller Microsoft spart sich nach dem ersten Quartalsverlust der Firmengeschichte gleich den ganzen Stand in Köln – anzukündigen hat der Konzern derzeit ohnehin nichts. Nintendo besitzt zwar mit der Wii U einen Nachfolger der Wii, schwänzt aber ebenfalls die Messe. Immerhin werden an den Ständen von Ubisoft und Warner Titel für die Konsole zu sehen sein, etwa der Horror-Schocker Zombie U und ein Batman -Abenteuer.

Präsenter denn je sind dagegen mobile Spiele: Erstmals widmet ihnen die Messe einen Schwerpunkt. Ein Smartphone haben schließlich die meisten der mehrheitlich unter 25-jährigen Besucher in der Tasche. Mehr Platz bekommen auch Online- und Browser-Spiele, ein Trendthema der vergangenen Jahre. Sie machen den klassischen Konsolentiteln immer mehr Konkurrenz.

Trotz der Absagen, auch THQ und Sega fehlen, ist die Gamescom mit einer Fläche von rund 140.000 Quadratmetern und mehr als 600 Ausstellern größer denn je. "Die thematische Breite erlaubt uns, weiter zu wachsen", sagt Franko Fischer, Sprecher der Koelnmesse.