Star Wars The Old RepublicAuch Jedi-Ritter sollen Haustiere kaufen

Das Online-Rollenspiel "Star Wars: The Old Republic" wird zum Free-to-Play-Titel. Die Entwickler hoffen, dass die Spieler mehr Geld für Zubehör als für Abos ausgeben.

Screenshot aus "Star Wars: The Old Republic"

Screenshot aus "Star Wars: The Old Republic"

Ganze sechs Monate nach dem Start des Online-Rollenspiels Star Wars: The Old Republic hat Electronic Arts (EA) nun den Umstieg vom klassischem Abo-Modell auf das Free-to-Play-Modell angekündigt.

Ab November können sich Neulinge The Old Republic gratis herunterladen. Sie müssen auch keine Monatsgebühren zahlen, um gute Jedis gegen böse Sith kämpfen zu lassen. Allerdings bekommen sie dann nur eine abgespeckte Version mit eingeschränkten Features. Nur wer eine Abo-Gebühr zahlt, soll – wie bisher – das komplette Spiel erhalten. In EAs eigenem Onlineshop wird man die zusätzlichen Features dann gegen einmalige Zahlungen freischalten können. Die kommende Umstellung zeigt: Nicht einmal EA glaubt, noch an alten Modellen für Onlinespiele festhalten zu können.

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Wirklich überraschend ist die Umstellung dabei nicht. Bereits im Mai entließ EA zahlreiche Angestellte der für Star Wars: The Old Republic verantwortlichen Bioware Studios. Denn trotz guter Spielideen und einem erfolgreichen Start waren die Abonnenten-Zahlen rückläufig. Unter eine Million zahlender Spieler sollen sie gefallen sein, was EAs Label-Chef Frank Gibeau als "enttäuschend" bezeichnet. Dabei brauche Star Wars: The Old Republic gar nicht so viele Abonnenten, um profitabel zu sein. Eine halbe Million Spieler solle ausreichend sein, sagt Gibeau, damit Star Wars: The Old Republic kein Verlustgeschäft ist. EA antwortet also weniger auf Verluste, sondern reagiert auf Trends in Onlinespielen.

Denn die werden immer häufiger als Gratisspiele mit optionalen Bezahlinhalten wie Spielvorteilen und optischen Updates entwickelt. Das sogenannte Free-to-Play-Modell soll mehr Spieler anlocken und, zumindest bei erfolgreicher Implementierung, für Publisher auch profitabler sein. In einer Studie der Weltbank über Wirtschaft in virtuellen Räumen haben die beiden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Vili Lehdonvirta und Mirko Ernkvist festgestellt, dass bereits ein Viertel aller Spieler von Abo-Spielen wie World of Warcraft echtes Geld für virtuelle Gegenstände ausgibt. Entscheidend ist: Im Durchschnitt zahlen sie dabei mehr als für die Abo-Gebühren. Und das oft bei externen Anbietern, die nicht offiziell von Publishern unterstützt werden. Nehmen Publisher das Geschäft mit virtuellen Gütern ihrer Spiele selbst in die Hand, können diese Titel weitaus profitabler werden als klassische Spiele im Abo.

Beschränkte Zugänge für Gratisspieler

Es scheint, dass nur noch World of Warcraft und die weitaus komplexere Weltraumsimulation Eve Online ein Abo-Modell unterstützen können. Vielleicht schafft es auch das mit viel Brimborium gestartete The Secret World. Der Rest wird auf Free-to-Play umgestellt. Diese Umstellung ist aber nur selten durchdacht: Kernfunktionen werden entfernt, um sie Gratisspielern gegen einmalige Zahlungen wiederzugeben. Die Spielerbasis wird in zahlende und somit wertvolle Kunden und den zu vernachlässigenden Rest geteilt. Wer nicht zahlt, bekommt ein bewusst minderwertiges Angebot.

Die Pläne für Star Wars: The Old Republic deuten in eine ähnliche Richtung: Laut Bioware werden Gratisspieler weniger Auswahl haben, um ihre Charaktere zu individualisieren, sie bekommen seltener Zugang zu den interessantesten Missionen im Spiel, und nur beschränkten Zugang zu Transportmitteln, ohne die man enorm viel Zeit mit dem Herumwandern in der Spielwelt verbringen muss. In einem eigenen Shop werden Spieler dagegen für echtes Geld neue Inhalte, Haustiere und andere Kleinigkeiten für ihre Helden kaufen können.

Andere Spiele weisen EA und Star Wars: The Old Republic den Weg: Age of Conan, Herr der Ringe Online, Dungeons & Dragons Online – sie alle waren als Abo-Titel nicht profitabel genug, jetzt existieren sie durchaus erfolgreich als Gratisspiele weiter.

Free-to-Play muss dabei an sich nichts Schlechtes bedeuten. Es kann ein gutes, durchdachtes Modell für ein Spiel sein, solange es bewusst ins Spieldesign eingearbeitet wird. Das Action-Strategiespiel League of Legends etwa hat über 30 Millionen registrierte Spieler und ist dafür ein gutes Beispiel. Jede Woche gibt es unterschiedliche Helden für taktische Scharmützel zwischen zwei Teams von je fünf Spielern. Wer mehr Auswahl haben will, muss entweder neue Helden freispielen oder kauft sie sich für ein paar Euro im eigenen Shop. Dort gibt es auch einige optische Upgrades für die Helden der Spieler, die nur gegen Geld zugänglich sind, aber keinen Effekt auf das Spiel selbst haben. Das Wichtigste aber: Strategie, Teamspiel und Erfahrung zählen hier mehr als ein optionaler lustiger Hut für den Lieblingshelden.

Auch im aktuellen Gratis-Shooter Tribes: Ascend stehen die eigenen Fähigkeiten an erster Stelle. Die Bezahlinhalte, die von jedem Spieler auch freigespielt werden können, bieten Abwechslung, stellen aber keine Hürde zum vollwertigen Spiel dar. Der Einstieg ist kostenlos, wer Spaß am Spiel findet und sich in eine bestimmte Richtung spezialisieren will, schaltet neue Inhalte frei.

In Zukunft wird das Free-to-Play Modell für Multiplayer-Titel wohl der Standard sein. Derzeit werden vielversprechende Projekte wie der Shooter Planetside 2 oder das komplexe Action-Rollenspiel Path of Exile entwickelt, die Free-to-Play benutzen, um das Spiel zugänglich, profitabel und trotzdem fair zu gestalten. So lange das Modell aber dazu benutzt wird, bereits bestehende Spiele schlechter zu machen, um sie dann gegen Geld wieder auf das vorherige Niveau zu bringen, wird Free-to-Play für Abzocke und schlechtes Gamedesign stehen. Im November wird Star Wars: The Old Republic zeigen, ob es auf die dunkle Seite gehört oder nicht.

 
Leserkommentare
    • illyst
    • 10.08.2012 um 8:48 Uhr
    1. Abos-

    Bei Eve Online sollte man erwähnen, dass man sich Spielzeit auch mit Spielgeld kaufen kann.
    Jemand kauft sich einen Gegenstand der bei Aktivierung 30 Tage Spielzeit gewährt, kostet etwas mehr, ist aber handelbar.

    Finde ich persönlich das beste Bezahlungsmodell.

    Was Starwars angeht, so beweist auch EA, dass ein Wort heutzutage keinen Wert mehr besitzt. Was haben die damals noch versichert, es wird niemals ein F2P Titel. Verarscht haben sie einen auch. Um Das Spiel mit seinen 30 Tagen spielen zu können musste man eine Abo Methode Auswählen.
    Entweder 30 Tage per Kreditkarte die hier natürlich jeder hat, oder 60 Tage Gametimecard und auch gleich den ersten Abo-Zyklus bezahlen/Einlösen.

    Finde ich schon Betrug.

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    "Verarscht haben sie einen auch. Um Das Spiel mit seinen 30 Tagen spielen zu können musste man eine Abo Methode Auswählen.
    Entweder 30 Tage per Kreditkarte die hier natürlich jeder hat, oder 60 Tage Gametimecard und auch gleich den ersten Abo-Zyklus bezahlen/Einlösen."
    Klar, war es blöd, dass man erst mal eine Abomethode wählen musste, aber man konnte auch wie ich Lastschrift machen und man kann das Abo nach Einlösung des Seriencodes wieder entfernen und die 30 Tage kostenlose ohne Bindung nutzen.

    "Verarscht haben sie einen auch. Um Das Spiel mit seinen 30 Tagen spielen zu können musste man eine Abo Methode Auswählen.
    Entweder 30 Tage per Kreditkarte die hier natürlich jeder hat, oder 60 Tage Gametimecard und auch gleich den ersten Abo-Zyklus bezahlen/Einlösen."
    Klar, war es blöd, dass man erst mal eine Abomethode wählen musste, aber man konnte auch wie ich Lastschrift machen und man kann das Abo nach Einlösung des Seriencodes wieder entfernen und die 30 Tage kostenlose ohne Bindung nutzen.

  1. "Verarscht haben sie einen auch. Um Das Spiel mit seinen 30 Tagen spielen zu können musste man eine Abo Methode Auswählen.
    Entweder 30 Tage per Kreditkarte die hier natürlich jeder hat, oder 60 Tage Gametimecard und auch gleich den ersten Abo-Zyklus bezahlen/Einlösen."
    Klar, war es blöd, dass man erst mal eine Abomethode wählen musste, aber man konnte auch wie ich Lastschrift machen und man kann das Abo nach Einlösung des Seriencodes wieder entfernen und die 30 Tage kostenlose ohne Bindung nutzen.

    Antwort auf "Abos-"
  2. die Zukunft bei Onlinetiteln. Die Spiele wollen die Wahl haben was sie bezahlen . Es haette sicher weltweit mehr Spieler dieser Spieler gegeben , wenn es bei den Abo-Modellen nicht so dermaßen ausgeartet waere. Mein erster wirklicher Onlinetitel war Guild Wars, weil mir das Prinzip schon fair rueber kam, einmal kaufen solange spielen wie man will, und da ich jemand bin der Abwechslung sucht, konnte ich immer mal wiederr ein ohne, daß ich Angst haben mußte Spielzeit verloren zu haben.
    Die F2P Titel werden von Spielern auch immer gemischt angenommen, es gibt Spiele die dem Pay 2 Win Prinzip angehoeren, da ist aber auch der Zulauf kleiner un das Modell ist eher bei Browsergames zu finden. Das F2P geht und gut Funktioniert zeigen Spiele wie Team Fortress 2 , Runes of Magic , Leage of legends, Herr der Ringe Online oder auch Aion, Star trek Online oder Age of Conan. Da sind einige direkt als F2P gestartet andere haben sich mgestellt wegen schwindender Einnahmen. Wenn es fair umgesetzt wird kommen die Spieler wieder, weil ihnen nichts mehr aufgezwungen wird.

    Und wenn ich mir manche Titel anschaue, welche zuvor nen Abo-Modell hatten, und dann sehe fuer was ich haette monatlich zahlen muessen, waer ich mir noch verarschter vorgekommen.
    Und bevor ich in Star War reinschauen werde, schau ich mir Guild Wars 2 sowieso erstmal an :)

    • Neji
    • 10.08.2012 um 11:28 Uhr

    Also warum das Spiel auf F2P umgestellt wird liegt meiner Meinung eher daran, dass es schlecht gemacht ist und wenig Langzeitmotivation bietet. Auch wenn da EA dahinter steht haben sie einfach ein Spiel geliefert, was die Mehrheit nach einem halben Monat durchgespielt hat und dann nur noch als lästig empfand. Und nun gehen sie den Weg, den alle gehen, welche keine Ideen mehr haben: F2P. Das ist meiner Meinung nach eine Variante die den Spielern das Geld aus der Tasche zieht ohne das sie es merken. Hinter der Freiwilligkeit, welche auch schon andere Spiele vermittelt haben, steckt doch meist ein Zwang, dass es ohne die meist sehr teuren Einzelwaren im "Endgame"(was ja die Langzeitmotivation darstellt) nicht geht.

    Ich sehe es nicht so, das F2P die Zukunft ist. Meiner Meinung nach haben gut gemachte P2P Spiele durchaus einen Markt. Ich spiele seit über einem Jahr RIFT (Verzeiht mir die Werbung, aber ich finde das Spiel einfach mal gut) und hab es noch immer nicht durch. Der Service ist so gut, dass ich gern die Entwickler mit monatlichen Beitrag unterstütze. Zudem kann ich dann auch alle Angebote einfach so nutzen. Man bekommt aller 2 Monate viel neues zu tun und für Herbst ist ne riesen Erweiterung angekündigt und nach wie vor kein F2P. Wenn man als Entwickler also hinterher ist und wirklich Richtung und mit der Community entwickelt, so kann P2P auch funktionieren. Nur EA kann das eben nicht. Das zeigen sie ja immer wieder. Und deswegen wird StarWars auch F2P.

    Eine Leserempfehlung
  3. Das Problem von The old Republic war doch nicht das Abomodell, sonst hätte es sich ja nicht 2Mio (dürfte etwa stimmen) verkauft, sondern der Umstand, dass es nach beenden der wirklich gut gemachten Levelphase, keine Spielinhalten gab, die durch Quantität oder Qualität zum Weiterspielen motivieren konnten.
    Es lag einfach an Biowares Unfähigkeit, ein MMO zu entwickeln. Was wirklich erstaunlich ist, wenn man bedenkt, wie stark sich SWtoR an WoW orientiert., ohne scheinbar zu verstehen, was WoW so erfolgreich gemacht hat.

    Anmerkung: Ich bin kein WoW-Fanboy, ich spielte es nie intensiv und seit 3 Jahren gar nicht mehr. Ich spiele aber trotzdem hauptsächlich MMOs ^^
    Sowas muss man ja immer dazu schreiben, wenn man WoW positiv erwähnt, sonst wird man ja gleich immer im Internet angefallen^^

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    wenn man aehnliche features wie in SW:Galaxie eingebeuat haette als Langzeitmotivation oder wie bei tera oder auch Archage . Dort ist auch fuer spaetere langzeitmottivation gesorgt indem Spieler sich selbst aufregend beschaeftigen koennen ueber Politik und Fraktionenbildung im Spiel, sprich Raumgewinne und Ausbauen von Haeusern/Staedten/Basen Raumstationen und dergleichen. auch eine etwas breiteres Spektrum an berfen haette schon mehr gewonnen.Eine dynamische Welt wie Guild Wars 2 sie verspricht, oder eben die erst genannten bieten gute Langzeitmotivation , wenn man auch das gefuehl hat "was zu reißen" gegen andere Spieler.

    Bei Guild Wars hat man sich auch ploetzlich solidarisiert als EU wenn die EU-Teams die Koreanischen oder Amerikansichen geschlagen haben und "uns" die Gunst sicherten fuer einige Stunden schon :)

    wenn man aehnliche features wie in SW:Galaxie eingebeuat haette als Langzeitmotivation oder wie bei tera oder auch Archage . Dort ist auch fuer spaetere langzeitmottivation gesorgt indem Spieler sich selbst aufregend beschaeftigen koennen ueber Politik und Fraktionenbildung im Spiel, sprich Raumgewinne und Ausbauen von Haeusern/Staedten/Basen Raumstationen und dergleichen. auch eine etwas breiteres Spektrum an berfen haette schon mehr gewonnen.Eine dynamische Welt wie Guild Wars 2 sie verspricht, oder eben die erst genannten bieten gute Langzeitmotivation , wenn man auch das gefuehl hat "was zu reißen" gegen andere Spieler.

    Bei Guild Wars hat man sich auch ploetzlich solidarisiert als EU wenn die EU-Teams die Koreanischen oder Amerikansichen geschlagen haben und "uns" die Gunst sicherten fuer einige Stunden schon :)

  4. wenn man aehnliche features wie in SW:Galaxie eingebeuat haette als Langzeitmotivation oder wie bei tera oder auch Archage . Dort ist auch fuer spaetere langzeitmottivation gesorgt indem Spieler sich selbst aufregend beschaeftigen koennen ueber Politik und Fraktionenbildung im Spiel, sprich Raumgewinne und Ausbauen von Haeusern/Staedten/Basen Raumstationen und dergleichen. auch eine etwas breiteres Spektrum an berfen haette schon mehr gewonnen.Eine dynamische Welt wie Guild Wars 2 sie verspricht, oder eben die erst genannten bieten gute Langzeitmotivation , wenn man auch das gefuehl hat "was zu reißen" gegen andere Spieler.

    Bei Guild Wars hat man sich auch ploetzlich solidarisiert als EU wenn die EU-Teams die Koreanischen oder Amerikansichen geschlagen haben und "uns" die Gunst sicherten fuer einige Stunden schon :)

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