Games-Plattform : "Spieler fühlen sich von Valve erpresst"

Die Verbraucherzentrale mahnt Valve ab: Auch Spieler, die den neuen Nutzungsbedingungen von Steam nicht zustimmen, müssen ihre Games nutzen und weiterverkaufen können.

Wer neuen Geschäftsbedingungen auf dem Onlineportal Steam nicht zustimmt, verliert den Zugriff auf sein Nutzerkonto – und damit auch auf seine teuer bezahlten Spiele. "Die Spieler fühlen sich durch Valves Vorgehen erpresst", sagt Sebastian Radtke von Theorigin.de , einem Zusammenschluss von Spielern, die sich mit Missständen in der Spielebranche auseinandersetzen.

Er und sein Team haben die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit ihrer fachlichen Expertise bei einer Abmahnung von Valve unterstützt . Mehr dazu auch bei der Initiative "Surfer haben Rechte" . Das US-Unternehmen hat nun bis zum 26. September 2012 Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und seine Geschäftspolitik zu ändern. Andernfalls droht eine Klage.

Konkret geht es um einen Vorfall Anfang August 2012. Damals hatte Valve die Nutzungsbedingungen von Steam geändert. Spieler, die sich anschließend eingeloggt hatten, mussten neuen Geschäftsbedingungen zustimmen. Wer das nicht tat und stattdessen auf "Abbrechen" klickte, hatte ab diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit mehr, auf Steam und seine Spiele zuzugreifen.

Praxis ist rechtswidrig

"Diese Geschäftspraxis ist rechtswidrig", sagt Carola Elbrecht von der Verbraucherzentrale Bundesverband. "Das wäre in etwa so, als wenn ich im Laden ein Brettspiel kaufe und ich das Spiel nur im Geschäft unter Beobachtung des Verkäufers spielen darf. Ändert der Verkäufer seine AGB, bleibt mir keine Wahl: Entweder ich stimme den Änderungen zu oder ich kann das Spiel nicht mehr nutzen, es verbleibt im Laden, und den bereits gezahlten Kaufpreis erhalte ich auch nicht zurück."

Gleichzeitig kämpft der Vzbv erneut dafür, dass Kunden die auf Steam gekauften Spiele weiterveräußern können. Das ist derzeit nicht möglich, weil die Games per Code untrennbar mit dem jeweiligen Nutzerkonto verknüpft sind. Auch die Übertragung eines Accounts auf einen Dritten sei nicht möglich, so die Verbraucherzentrale.

Die Verbraucherschützer hatten bereits früher gegen diese Praxis geklagt, den Prozess allerdings Anfang 2010 vor dem Bundesgerichtshof verloren .

Die Verbraucherschützer rechnen sich inzwischen offenbar bessere Chancen aus, weil der Europäische Gerichtshof Mitte 2012 in einem Urteil grundsätzlich entschieden hat , dass gebrauchte Software, die per Download erworben wurde, auch weiter veräußert werden darf. Valve hat sich bislang nicht zu Vorgängen geäußert.

Erschienen bei golem.de

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Kommentare

31 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Sie haben recht

Da es anscheinend nicht möglich ist, einen brauchbaren Kopierschutz zu entwickeln, denn alle diese Spiele kann man auch ohne Steam und Co. sich illegal im Netz runterladen, sollen die ehrlichen Kunden zu Vollpreiskäufen genötigt werden. Niemand soll mehr die Möglichkeit haben, seine Sammlung bei ebay zu verschachern. Aber wehe eine dieser Firmen geht mal pleite oder hat einen Servercrash, dann kann niemand mehr die Spiele spielen.

Soweit, sogut und ok ...

... aber jetzt wäre nocheinmal sehr interessant, - ganz dumme, aber echt ernstgemeinte Frage - aus welchem Grund man nun den neuen Geschäftsbedingungen nicht zustimmen kann oder soll. Gibt es dort einen besonderen Haken? Ich habe es nämlich nicht herausbekommen, da man dazu min. 20 Seiten Kleingedrucktes lesen müsste, ohne hinterher viel schlauer zu sein. Das wollten wahrscheinlich die meisten "Verweigerer" vermeiden. Gibt es da Erkenntnisse?

Das Problem

wird sich noch ausweiten, weil es die Spieler (vor allem die jüngeren) die Spielewelt ohne Kontrolle nicht mehr kennen. Für sie ist es normal bei facebook gläsern zu sein, warum dann nicht auch für die Spieleindustrie? Wer erinnert sich noch an die Zeit, als es hieß "möchten Sie Ihr Spiel registrieren?"? Wieviele haben da wohl auf "Nein" geclickt.
Zum Glück gibt es noch genügend Zocker denen bewußt ist, dass es den Publishern nicht um die Kunden geht, denn sonst:
1. würde der Markt nicht überschwemmt werden mit halbfertiger Software
2. Man den Spielern vertrauen und es beim "normalen" Kopierschutz belassen
3. Spiele nicht nach Marktforschungskriterien entwickelt werden
4. Man auf Exklusivtitel für Plattformen verzichten
5. Man den Entwicklern Zeit geben
6. Den Spielern keinen dauerhaften Onlinezwang auferlegen
7. Die Spieler schätzen und die Preise entsprechend anpassen
8. Spiele zum Weiterverkauf frei geben, damit Spieler, die sich das Spiel vielleicht nicht leisten können, es dann vielleicht günstiger erstehen können
Es gab mal eine Zeit, lang lang ists her.

Steam rockt!

Also ich finde den "trubel" hier komplett unsinnig, wenn ich den Nutzungsbedingungen nicht zustimme, dann darf ich es nicht nutzen *PUNKT*
Steam bietet nur 1 Dienst an der gebraucht wird und das ist, die Spiele die ich runtergeladen habe (via Steam) abzuspielen. Das können andere Programme auch. Wer googled der findet. Und wenn ich die Spiele von Steam runterladen will und die Nutzungsbedingungen nicht aktzeptiere? Witzlos, was soll das? Du willst den Dienst nutzen also mach den Hacken da rein und lade es dir runter! Bitte schreibt mir warum man die Bedingungen nicht akzeptieren sollte???
PS: Wann vertreibt Steam endlich Musik und Videos?

Ganz einfach

Das Problem ist, das Valve einseitig die Nutzungsbedingungen von Steam ändert, nachdem(!) man Spiele gekauft hat.
Mal ganz abgesehen davon, das von "nutzen wollen", ja auch nicht wirklich die Rede sein kann. Man muss das Programm ja nutzen, wenn man bestimmte Spiele (ohne Crack) zum Laufen bringen will. Und die müssen ja noch nicht mal, über Steam gekauft worden sein, sondern können auch ganz normal im Laden oder beim Versandhändler erworben worden sein