Wii U von Nintendo © Michael Buckner/Getty Images for Nintendo

Es wirkt widersinnig, in der weltweit vernetzten digitalen Sphäre künstliche Grenzen einzuziehen, aber es ist nicht selten. Aktuelles Beispiel ist der japanische Konzern Nintendo . Der wird seine neue Spielkonsole Wii U mit sogenannten Regionalcodes ausliefern.

Solche Codes gibt es seit der Zeit der DVD . Auf Druck der amerikanischen Filmindustrie wurden sie als Standard eingeführt. Sie teilen die Welt in bestimmte Regionen ein, meistens mindestens in Asien , Amerika , Europa . Geräte, die beispielsweise in Europa verkauft werden, können dadurch auch nur Daten wiedergeben, die vom Hersteller für europäische Geräte gedacht sind. Eine künstliche Beschränkung also.

Bei der Wii U bedeutet es, das aus Japan oder den USA importierte Spiele nicht laufen, wenn die Konsole hierzulande gekauft wurde und umgekehrt. Die Wii U soll ab dem 30. November in Deutschland verkauft werden. In den USA beginnt der Verkauf früher , am 18. November, in Japan hingegen später, am 8. Dezember.

Nintendo hat Codes bestätigt

Dass Nintendo eine solche Sperre plant, stand zuerst in der gedruckten Ausgabe des japanischen Videospiele-Magazins Famitsu . In Europa machte diese Tatsache dann ein Twitterer bekannt. "Cheesemeister" fotografierte die entsprechende Stelle, übersetzte sie und stellte sie online .

Das britische Gamesblog eurogamer.net fragte daraufhin bei Nintendo in Großbritannien nach und bekam von dem Unternehmen die Bestätigung , dass es Regionalcodes einsetzen werde. Nintendo hatte auch schon bei den Konsolen 3DS und Wii solche Grenzen programmiert.

Auch andere Konsolen sind grundsätzlich dazu in der Lage, die Welt mithilfe solcher Regionalcodes einzuteilen. Sie überlassen es allerdings den Herstellern der Spiele, ob sie die Technik nutzen. Die meisten entscheiden sich dagegen. 

Unterschiedliche Altersbeschränkung?

Als solche Codes bei DVDs eingeführt wurden, so argumentierte die Industrie, sollten sie verhindern, dass Filme, die in einer Region noch im Kino laufen, gleichzeitig auf einer DVD aus einer anderen Region zu haben sind. Computerspiele allerdings werden inzwischen oft weltweit zu einem Zeitpunkt veröffentlicht und laufen auch nicht im Kino. Nintendo rechtfertigte die Technik bei früheren Konsolen mit unterschiedlichen Gesetzen, in verschiedenen Regionen würden verschiedene Altersbeschränkungen gelten.

Verbraucherschützer hingegen fürchten, dass die Codes allein dazu dienen, das gleiche Produkt zu unterschiedlichen Preisen verkaufen zu können.

Für Fans solcher Importe ist das eine unschöne Nachricht. "Nintendo, auf lange Sicht schadest du dir damit nur selbst und machst es für die, die deine wichtigsten Kunden sind, nur schwerer", schrieb das Spielemagazin Kotaku Australia 2011 in einem offenen Brief über Regionalcodes. Und schließlich sei es doch egal, wo die Fans die Spiele kaufen würden, solange sie Spiele kauften.

Der Drang, solche Sperren zu umgehen, ist offensichtlich stark. Noch bei jedem System, sei es DVD, Blu-Ray oder Spielkonsolen, gab es nach kurzer Zeit Wege, diese Codes zu knacken. Bei Konsolen muss dafür unter Umständen ein neuer Chip eingebaut werden, doch existieren für die Wii auch Lösungen, für die es genügt, eine spezielle DVD einzulegen.