Gewalt in Games : Wie Spiele für den deutschen Markt verändert werden

Um die Indizierung zu verhindern, schneiden und ändern Games-Hersteller ihre Spiele für den deutschen Markt. Was zumutbar ist, müssen Jugendschützer stets neu bestimmen.
Screenshot aus "Call of Duty – Black Ops II" © Activision Publishing

Mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz war es eines der erfolgreichsten Computerspiele überhaupt: Der Ego-Shooter Call of Duty – Black Ops verkaufte sich 2010 in den ersten 24 Stunden rund 5,6 Millionen Mal. Am heutigen Freitag stellt die Entwicklerfirma Activision den Nachfolger Black Ops II in München vor. Die Lust an solchen Shootern ist ungebrochen, auch wenn das neue Spiel wegen seiner jugendgefährdenden Inhalte erst ab 18 Jahren zu haben ist. Andere Hersteller umgehen die strengen Auflagen der deutschen Prüfstellen, die sich über die Jahre stark verändert haben.

Schon 1994 versammelten sich zwölf Experten im Auftrag der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) , um über das Schicksal des Computerspiels Doom zu entscheiden. Nachdem sie Monster, Schädelberge und aufgespießte Extremitäten zu sehen bekamen, beschlossen sie eine Indizierung. Das Spiel ziele auf "ein beim potenziellen Nutzer vermutetes sadistisches Interesse" ab, auch weil das Geschehen so echt wirke. Heute gilt der Doom als eines der wichtigsten Werke der Videospielgeschichte und kulturelles Artefakt.

Was damals wirklichkeitsnah und gruselig war, ist heute allenfalls abstrakt, die Sehgewohnheiten haben sich verändert. Die Grafik aktueller Computerspiele nähert sich in Trippelschritten dem Fotorealismus an, die Figuren, ihre Bewegungen und ihr Verhalten werden immer menschenähnlicher. Zwar macht eine bessere Grafik ein Spiel nicht immer überzeugender, und alte Inhalte sind nicht automatisch unbedenklich, aber das gefühlte Verfallsdatum von Games ist niedriger als bei Filmen.

Jugendschützer müssen deswegen stets neu austarieren, wo und warum die Schere anzusetzen ist. Deutschland besitzt im weltweiten Vergleich sehr strenge Jugendschutz-Richtlinien in Bezug auf Computerspiele. Die Gewalttaten von Erfurt oder Winnenden haben den Fokus auf interaktive Medien verstärkt. Da beide Täter Ego-Shooter auf ihren Rechnern hatten, wurde lange über einen Zusammenhang zwischen den Morden in der digitalen und der realen Welt diskutiert

Schutz der Zivilbevölkerung

2011 wurden 59 Computerspiele indiziert, mehr als in den Vorjahren, was die Bundesprüfstelle mit dem Marktwachstum erklärt. Eine Indizierung kommt dabei nicht einem Verbot gleich. Spiele, die auf die Liste jugendgefährdender Medien kommen, dürfen nicht im öffentlichen Raum beworben und verkauft werden. Sie landen in der Schmuddelecke der Videothek. Um eine Altersfreigabe zu ergattern, werden deswegen Änderungen vorgenommen – weshalb es, neben der internationalen, oft eine deutsche Version von Spielen gibt.

Im Horror-Spiel The Darkness 2 beispielsweise wurden zahllose Animationen, die das Zerreißen oder Pfählen von Gegnern zeigen, komplett entfernt. Verhindert wurde auch das Töten von Figuren, die sich ergeben hatten. Der Schutz der Zivilbevölkerung ist auch für die virtuelle Kriegsführung ein Thema. In der ungeschnittenen Version des Egoshooters Call of Duty: Modern Warfare 2 kann der Spieler in einem Flughafengebäude auf Zivilisten schießen. In der deutschen Version wurde das mit sofortigem Spielabbruch sanktioniert. Trotzdem ist der Militär-Shooter nur unter der Ladentheke erhältlich.

Bei Max Payne 3 wurden unbewaffnete Diskobesucher schlicht immun gegen Kugeln. Max Payne 3 ist für Volljährige freigegeben. Subtiler ist der Eingriff in das Action-Game Saints Row: The Third . Tötet der Spieler hier einen Unbeteiligten, wird er in der deutschen Version sofort von der Polizei verfolgt.

Die internationale Ausgabe des Spiels ist weitaus gewalttätiger. Geschnitten werden auch Ragdoll-Effekte, also das Zucken von lebenden oder toten Körpern, und damit auch jede Art von Leichenschändung. Außerdem darf das Töten von Gegnern weder mit Punkten noch mit virtuellem Geld belohnt werden.

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Kommentare

60 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

die beste Veränderung

bei den PC-Spielen wäre die Löschung und anstatt ein Gutschein für eine klassische Brettspielsammlung.
So könnten Familien oder auch Gemeinschaften zusammen spielen und sich dabei persönlich erleben.

Mein kleiner Neffe (14) war zu einer Familienfeier und wußte nicht das es solche klassischen Spiele noch gibt und erfreute sich dann wirklich mit uns gemeinsam daran.

zu einfach....

Sie machen es sich zu einfach @Berlinkontakt.

PC-Spiele sind auch nichts für asoziale Kommunikationsverweigerer die mit anderen Menschen und ihrer Umwelt nichts anfangen können.

Eher im Gegenteil. Die meisten Spiele die einen Mehrspielermodus enthalten setzen sogar gezielt auf Kooperation zwischen Spielern. In einer globalisierten Welt braucht man auch gar nicht in einem Raum oder an einem Tisch zu sitzen um gemeinsam etwas zu erleben.
Sie würden ja auch einem Manager nicht vorwerfen durch eine Videoschaltung oder per Telefon zu kommunizieren anstatt jedes Gespräch Auge in Auge zu führen.

Das ihr kleiner Neffe nicht weiß das es Brettspiele gibt, ist das die Schuld von Computerspielen oder möglicherweise auch etwas zum "an die eigene Nase packen"?

Angenommen ihr Neffe wäre statt einem PC-Spieler ein Fussballfanatiker und würde jede freie Minute auf dem Fussballplatz verbringen, würden sie dann (so verstehe ich Ihren Beitrag) sagen Fussball muss verboten werden damit Brettspiele wieder populär werden und "die Jugend nicht verdorben wird"?

Sie haben früher Räuber und Gendarm gespielt und durch den Welt rennend "Peng! Peng!" geschrien, wir spielen heute ""Anti-Terror-Einheit" gegen "Terroristen"" oder ""Ritter gegen "Drachen"" und klicken dabei wie blöde auf einer Computermaus rum.

Abgesehen von der frischen Luft die Sie geatmet haben dürften sehe ich da keinen Unterschied. Sie haben mit ihrem Spiel niemanden umgebracht und wir bringen auch niemanden mit unserem um.

Digitaler Babysitter

Ist das nicht etwas engstirnig von Ihnen? Sollte nicht jeder das Recht auf die Unterhaltung haben, die ihm gefällt?
Klingt bei Ihnen irgendwie nach den üblichen Vorurteilen ... "die böse Rockmusik", "das böse Fernsehen", "die bösen Hippies", "der böse Rock'n'Roll" ...

Wie immer ist es die Mischung, die es macht. Natürlich sollte man sein Kind nicht nur vor den digitalen (interactiven wie passiven) Babysitter setzen, aber es ist doch sooo einfach ... Eltern ahften für ihre Kinder, daher sollten sie auch kontrollieren, was die Kleinen machen.

Zum Thema an sich: deutsche kastrierte Versionen kommen mir nicht ins Haus! Gottseidank gibt's Versand aus anderen Ländern, die den erwachsenen Menschen nicht vorschreiben müssen oder wollen, was diese sich anschauen dürfen. Die deutsche Bevormundung ist einfach grauenhaft. Ich habe 4 Jahre in Kanada gelebt, dort sind Filme, die hier auf dem Index stehen oder standen, wie z.B. Tanz der Teufel, ab 13 Jahren freigegeben ... und glauben sie mir, das ist ein Film, dessen Gewalt und Horror man nicht ernst nehmen kann oder konnte, damals schon nicht. Außer bei den spießigen Deutschen ...

Super Idee, aber warum dort aufhören...

Wir können im gleichen Atemzug:

1. Autos verschrotten und stattdessen für jeden ein Pferd anschaffen. Dann haben wir weniger CO2-Probleme und man kann gemeinsam gemütlich ins Gründe reiten.

2. Die Kraftwerke abschalten und statt elektischem Licht Kerzen ausgeben. Kerzenlicht ist auch viel gemütlicher und geselliger.

Früher war eben einfach alles besser und deswegen sollten wir auch die Deutungshoheit darüber haben, was für jugenliche oder für Erwachsene unter 35 gut und richtig ist.

.....

ich kann ihre kritik nachvollziehen.

tatsächlich lässt sich der negative einfluß nicht wegdiskutieren.
allerdings beschränkt sich das ganze nicht auf gewalttätige pc-spiele, sondern auch auf die restlichen medien; filme, musik(-videos), usw., usf.

für aufgeklärte bürger, die entsprechend differenzieren können, kein problem; aber wie schaut das in bildungsfernen schichten aus? in neukölln oder steilshoop prägen diese medien heranwachsende und festigen unterbewußt das weltbild einer ganzen generation.

ich bin selber auch, gegen den willen meiner eltern, mit diesem konsum aufgewachsen und stelle bei mir selbst bei genauem hinhorchen eine entfremdung fest.

die forderung, daß jedem die freie entscheidung überlassen werden sollte, kann ich so nicht teilen. gleiches ließe sich nämlich 1:1 auf schußwaffen übertragen; zigaretten, alkohol, führerschein, pornographie, etc. pp.

Mündige Bürger

Sobald man das 18te Lebensjahr erreicht hat, kann man mit der entsprechenden Berechtigung Schusswaffen käuflich erweben, unzensiert und mit echten Kugeln, die Menschen töten können. Gleichwohl kann man sich unzensierte Zigaretten und harten Alkohol - also legale Drogen - in beinahe jeden Laden kaufen, und damit seine eigene Gesundheit nachweislich schädigen. Denn der Staat ist bei solchen Dingen der Meinung, das wir mit 18 Jahren eigene Entscheidungen treffen können.

Bei Spielen hingegen, die weder Menschen töten können noch der Gesundheit in der Regel schaden - spricht der Staat uns Erwachsenen dieses Recht ab. Mündigen Bürgern, die durch Wahlen theoretisch die Politik Deutschlands beeinflussen können oder sogar selbst in der Politk/Bankenwesen tätig sind, traut der Staat nicht zu, das sie die Bilder in einem Videospiel verarbeiten können, das diese Kunst zu viel für ihren armen, schwachen Geister ist und sie zu gewissenlosen Mördern macht. Nicht die täglichen Bilder von Gewalt im Fernsehen, in den Nachrichten, beim hochbezahlten Boxen, in Filmen. Nicht das soziale Umfeld, nein, bestimmt nicht diese Faktoren.

Da man spätestens mit 18 Jahren sogar das Recht hat ein eigenes Bankkonto zu führen und Geld zu verdienen, kann man sich Spiele zum Glück im Nachbarland Österreich kaufen, wo man in der Regel die unzensierte Version für Erwachsene erhält, in der deutschen Sprache. Die Deutsche Zensurwut für Spiele ab 18 ist und bleibt lächerlich.

Offenbar

haben die Eltern ihres Neffen da was falsch in ihrer Erziehung gemacht, wenn ihrem Sohn Brettspiele nicht gelaeufig sind. Da sollte man vielleicht zu erst ansetzen. Wer naemlich weiß was die eigenen Kinder machen ist schon im Vorteil. Man kann seinen kindern schon frueh bestimmte Dinge beibringen und zeigen,oder bestimtme Hobbies foerdern. Mein Cousin totaler Fußballfan, hat immer gespielt und wenn es regnete eben nicht auf dem Platz sondern auf der couch am Controller, fast immer und uebrall haben wir Fußball gespielt wenn er zu besuch war oder ich bei ihm, heute noch.

Ich zocke gern am PC, cracke mir die uncut sachen wieder rein wenn ich nicht gleich in Oesterreich kaufe und dennoch habe ich eine große Brettspielesammlung bei mir stehen und treffe mich des oefteren mit Komilitonen und Freunden in der WG oder bei mir um ein wenig zu zocken am Tisch oder auf der Couch worauf man gerade lust hat. Ich geh auch raus und Spiele Fußball, spaziere am Fluß entlang, oder sonstwas , und ich bin mit Video-Spielen groß geworden.

Also gegen Dinge einfach zu sein reicht nicht, und sie haben eine sehr stoerrische dickkoepfige Haltung den anderen gegenueber. Genau solch eine Mentalitaet bringt uns immer wieder eine risiege Verbotswut der Politik, als vermeindlich einfachste Loesung.
Im uebrigen, auf Brettspielen wird gewalt genauso dargestellt nur regt es da mehr die eigene Phantasie an , was zuweilen realistischer sein kann.Und Videospiele koennen auch paedagogisch sein.

BPJS und andere Fachfremde

"Also gegen Dinge einfach zu sein reicht nicht, und sie haben eine sehr stoerrische dickkoepfige Haltung den anderen gegenueber. Genau solch eine Mentalitaet bringt uns immer wieder eine risiege Verbotswut der Politik, als vermeindlich einfachste Loesung."

Das Problem ist nicht nur die Dickköpfigkeit einiger Personen, sondern die oft dazukommende völlige Ahnungslosigkeit. Ihr Vorposter hatte sich diesbezüglich ja schon geoutet, Brettspiele seien für die ganze Familie, und Videospiele fürs stille Kämmerlein.

Jugendschutz auch in allen Ehren, aber wenn die strenge Feder bei den Herren der BPJS schlussendlich dafür verantwortlich ist, dass selbst Erwachsene von der Verbotswut betroffen sind, dann läuft etwas gewaltig schief. Deutschland ist in Entwicklerkreisen ist heißes Pflaster. Einerseits ist es der zweitwichtigste Absatzmarkt, andererseits müssen die Spiele oft zurechtgeschnitten werden, damit sie nicht auf der Liste landen. Die Bundesprüfstelle hat also auf ganzer Linie versagt, und trägt für diesen Overkill die Alleinschuld. Mündige Bürger sind die Leidtragenden.

.....

sie mißverstehen das problem.
trotz ihrer polemisch-übertriebenen art lässt sich das problem nicht leugnen, daß die "neuen medien" sehr wohl verantwortlich sind für amokläufe und gewaltverbrechen.
jüngstes beispiel dürfte der amoklauf in arkansas(?) während der batman-premiere sein.

keiner spricht davon, daß ganz deutschland sich in amokläufen gegenseitig hinrichtet. aber gerade die kindheit und jugend wird in unserer gesellschaft als schützenswert erachtet.
und auch darüber hinaus gibt es genügend gründe gewisse werte einer gesellschaft zu schützen.

das problem ist, daß ein großteil der gesellschaft nicht mündig ist und ungeachtet ihres alters niemals mündig werden wird. diese personen sind mit schußwaffen, drogen jedweder art, gewaltverherrlichenden und sexistischen medien und auch mit politik schlicht und ergreifend überfordert.

OMG...

Sie wissen schon, dass es Amokläufe auch schon lange vor den "neuen" Medien gegeben hat? Wie konnten die nur passieren?

Man könnte nun lange darüber philosophieren, wie die heutige sozialkalte Ellbogengesellschaft, deren "Helden" unsere ach so tollen Manager und Banker sind, deren Profitgier die Gesellschaft auch emotional ausbluten lässt und dadurch ein Klima schaffen, das vorallem die Jugend ziemlich perspektivlos lässt ... aber das wäre ja weitgreifend und eine Lösung zu komplex. Da ist es dann doch schön, wenn man sich ein einfaches Weltbild schaffen kann und die Verantwortung auf etwas abschieben kann, was man selber nicht versteht und leiden kann ...

Gewalt ist heute allgegenwärtig, im TV und vorallem den Boulevardmedien, Spiele haben da das geringste Potenzial.

Cognitive Dissonanz

Ich weiß, was sie empfinden, war ich doch auch ein Fan dieser Spiele. Heute aber, nach fast 30 Jahren Erfahrung als Computerspieler und Schreiberling, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass sie sehr wohl dazu beitragen, dass junge Menschen extrem aggressiv werden.

Bitte überprüfen Sie meine Einschätzung und achten Sie auf den Chat in Battlefield 3 (PC) bei Team Deathamtch, dem Ton beim PvP in World of Warcraft und die Forendiskussionen bei diesen Spielen.

JLC

so kann

man das sehen: Und ich geben Ihnen recht.

Die wirklichen probleme sind zu komplex um angegangen werden zu wollen. Die Spiele sind ja schön leicht angreifbar, weil damit auch immer noch das Nerdimage verbunden ist. Man hält in diesem Land als Pc - Spieler am besten seinen Mund - diskutiert nur mit gleichgesinnten und versucht aussenstehenden erst gar nichts zu erklären. Und vor allem: Niemals für sein Hobby rechtfertigen z.b. dass man neben dem spielen Sport treibt, Leute trifft usw. Denn diese Art der Rechtfertigung legen viele dann als "Schuldgeständnis" und schlechtes Gewissen aus.

ich behaupte mal

Ihr Beitrag ist Wasser auf den Mühlen von seltsamen Zusammenkünften wie "Eltern - im - Netz" oder ähnlichen Ansammlungen vorgefertigter und unreflektierter Recherchen und Ansichten.
Wann kapiert die Gesellschaft endlich, dass SIE selbst Schuld daran ist, wie viele Jugendliche heute werden. Spiele sind da schlimmstenfalls der Ausdruck mangelnder Aufmerksamkeit und Verständnis der Umgebung. Oder evtl. einfach nur zeitgemässer Zeitvertreib.

Hm, naja

Ich muss sagen, dass ich kein Fan von FPS bin, und nie war. Ich spiele kein COD oder ähnliches. Ich lege bei Spielen wert auf Storytelling, wie bei Heavy Rain oder Metal Gear Solid.

Aber, ich hab ein paar Jahre in Kanada Spiele getestet, darunter auch "Killer"spiele. Mit Jugendlichen um die 17 im Team, viele davon mit einem niedrigen Bildungsniveau. Stundenlange Multiplayersessions - und keiner der Jugendlichen war danach irgendwie auffällig. Alle lieb und nett miteinander und im gegenseitigen Umgang.

Und der Umgangston in einem Chat ... das können Sie eher auf die heute so beliebte Möchtegern "Gangsterkultur" schieben, oder aufs Unterschichtenfernsehen - passt besser ;)

.....

auch bei Ihnen wirkt die polemik nicht unbedingt förderlich.
um zu beruhigen; ich hätte vermutlich "mitverantwortlich" schreiben sollen.

im übrigen bin ich selber gamer und habe (mit dem alten doom angefangen) beinahe jeden fps mitgenommen. allerdings neige ich auch zur selbstreflexion. ohne also ausfallend werden zu wollen, bin es wohl nicht ich, der sich hier sein eigenes weltbild schafft.

gewalt ist tatsächlich allgegenwärtig. aber zwischen der (ebenfalls fragwürdigen) darstellung von gewalt in filmen oder nachrichten und der interaktiven gewalt in pc-spielen gibt es noch immer einen unterschied. zumal die grenzen mit fortschreitender technologie immer fließender werden.

ich bin mal auf diese diskussion in naher/ferner zukunft gespannt, wenn virtuelle realitäten (BTL-chips lassen grüssen) alltag werden.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Ich empfinde es auch als verantwortungslos, wenn jemand fast jede Woche seine Kinder zu MäcDonalds schleppt. Was damit in der Gesundheit angerichtet wird grenzt für mich an Misshandlung. Und so tun Eltern viele Sachen, um es ihren Kindern "Recht" zu machen und bedenken dabei überhaupt nicht so eine Sache.

Spiele ab 18 gehören auch nicht in die Hände unter 18-Jähriger.
Wenn Kinder in dieser Gesellschaft ja achso-schützenswert sind, wieso wird dann bitte auf RTL und vielen anderen Sendern bereits mittags Gewaltfernsehen gesendet?
Oder wie erklären Sie sich, dass den meisten Eltern nicht einmal bewusst ist, welche Altersbegrenzung Spiele haben?
Nur weil Eltern nicht in der Lage sind, sich mit ihren Kindern adäquat zu unterhalten soll also der Computer den Babysitter spielen...

Deutschland hat bereits die strengsten Sicherheitsvorschriften was Computerspiele anbelangt. Dennoch kann sich jeder Doof auf Amazon einen Account anlegen und sich Spiele ohne großartige Kontrollen kaufen wenn er ein Girokonto besitzt.
Und ich denke das genau das wohl das weitaus größere Problem ist.
Personen die psychisch vorbelastet sind, für die können gewaltbeinhaltende Computerspiele natürlich wie ein Accelerator wirken, aber das ändert nichts daran das der größte Teil der Spieler friedfertig ist.

Und mir persönlich geht es tierisch auf den Sack, dass ich als Erwachsener mir meine eigenen Spiele aus UK etc. importieren lassen muss nur um den vollen Spielspaß zu genießen!

Stellen sie sich vor,

es gibt so etwas wie einen Multiplayer. Lustig, dass der Aspekt der "sozialen Vereinsamung" hervorgerufen durch Computerspiele noch immer nicht ausgemerzt ist. In der nächsten Elterngeneration (meiner) wird der Umgang mit solchen Medien für meine Kinder besser gelehrt, schon allein deshalb, weil ich damit aufgewachsen bin und mich auskenne. Übrigens warnte man fürher bei Romanen ebenfalls vor sozialer Vereinsamung und Tagträumerei

Realistische Szenarien

Viel schlimmer finde ich, dass die Entwickler ganz reale Szenarien verwenden. So kämpft man in Battlefield 3 z.B. als US-Spezialkommando im Iran.

Das finde ich schon ganz hart an der Grenze, denn unserer Jugend wird hier unterbewusst ein Feinddenken antrainiert.

Wie groß wäre der Aufschrei in den USA, wenn die Iraner einen Egoshooter veröffentlichen, in dem man einer iranischen Spezialeinheit angehört die gezielt Personen auf amerikanischem Territorium ermordet?

naja...

mit dem "feinddenken" könnte ich ihnen ja noch zustimmen, aber wenn man schon BF3 als vergleich heranzieht, sollte man auch unterscheiden, dass in eben diesem nicht auf zivilisten geschossen wird und außerdem werden diese spiele für (juristisch) erwachsene gemacht und kinder haben bei ü 18 spielen nichts zu suchen, aber naja was reg ich mich darüber auf... die eltern sollten einfach mal näher hinschauen wofür ihre kinder geld ausgeben und was die so in ihrer freizeit veranstalten

Ich stimme zu

die BF-Reihe empfinde ich als störend und verstörend. Dasselbe gilt für COD. Viel bedenklicher allerdings sind die zunehmenden Gewaltorgien, wie God of War oder Syndicte. Auch innerhalb der Entwicklerriege sind diese Spiele in die Kritik geraten.

Darüber hinaus habe ich das Gefühl, dass der letzte, gute Shooter Half Life war. Seit dem spiele ich immer das gleiche Spiel mit anderen Texturen, anderer Grafikkarte, anderem DirectX.

Entwickler und Publisher haben eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft - ob fotorealistisches Stechen in den Hals wirklich geil ist? - und sollten mal den Gedanken des R.O.I über Bord werfen und tatsächliche Inhalte verkaufen und keine Gewaltorgien in tollem Gewand.

JLC

Es ist was völlig anderes!

Die Kritik über Feindbilder in Videospielen ist im Prinzip berechtigt. Doch als Battlefieldspieler kann ich sagen, dass das Szenaria in BF3 wirklich nur eine Rahmenhandlung bildet. Es interessiert nicht einen einzigen Spieler welches "Land" er gerade verkörpert. Bei solchen Multiplayershootern geht es allein darum besser zu sein, als das andere Team. Und die Teams werden durch Startposition oder das Flugverhalten der helikopter auseinander gehalten. Nicht über "ich bin ami und schieße auf iraner." Das geht sogar soweit, dass ich trotz über 100h Spielzeit nicht mal sicher bin, ob es überhaupt Iraner in dem Spiel gibt. (ich glaub es gibt nur Russen und Amis)

Amerika

Hier lohnt sich ein Blick nach Amerika, wo der Supreme Court den zensierenden Moralaposteln 2011 eine eindeutige Absage erteilt hat.

http://www.supremecourt.g...

"Video games qualify for First Amendment protection. Like pro- tected books, plays, and movies, they communicate ideas through fa- miliar literary devices and features distinctive to the medium. And “the basic principles of freedom of speech . . . do not vary” with a new and different communication medium."

In Deutschland verbietet man lieber alles, was dem eigenen Geschmacksempfinden nicht entspricht.