Seit Teil eins (2007) hat Assassin's Creed eine ganze Reihe historischer Schauplätze besucht, sei es das Jerusalem zur Zeit des Dritten Kreuzzuges , das Italien der Renaissance oder das osmanische Konstantinopel . In diesen eindrucksvollen Kulissen durfte der Spieler nach Herzenslust herumturnen und erlebte die Abenteuer der Assassinen Altaïr ibn-La'Ahad und Ezio Auditore da Firenze. Assassin's Creed III versucht die Pracht und Handlungsfreiheit der bisherigen Spiele noch zu überbieten. Das gelingt nicht immer.

Als Kulisse dient dieses Mal die Amerikanische Revolution zwischen 1753 und 1783, bei der die Engländer eine Kolonie verloren und die Amerikaner ihre Unabhängigkeit gewannen. Assassin's Creed III erzählt die Geschichte des Halbindianers Connor, der bei den Mohawk aufwächst. Als die Engländer den Stamm auslöschen, flüchtet Connor in die Obhut des Farmers Achilles. Der ist Mitglied des Assassinen-Ordens und bildet den Jungen in Kampf- und Klettertechniken aus. Aufgrund seiner Kindheitserlebnisse ist Connor von einem starken Freiheitsdrang beseelt – schon bald schließt er sich den amerikanischen Revolutionären an.

Assassin's Creed hat es schon immer verstanden, historische Ereignisse und Persönlichkeiten in die Handlung zu integrieren. Im Verlauf der Spielereihe tauchten unter anderem Leonardo da Vinci , Niccolò Machiavelli und Papst Alexander VI. auf. Man mag über dieser Art von Geschichtsaneignung denken, was man will – die historischen Figuren geben zumindest lohnende Verbündete oder Antagonisten ab.

Auch in Teil drei begegnet der Hauptdarsteller solchen Persönlichkeiten, etwa George Washington , Charles Lee und Samuel Adams. Das Ganze ist keine Nummernrevue à la Forrest Gump , sondern eng mit dem Handlungsverlauf verknüpft. Connor nimmt unter anderem an den Schlachten von Bunker Hill und Monmouth teil und mischt auch bei der berühmten Boston Tea Party mit.

Eine riesige, frei erkundbare Spielwelt

Bevor man jedoch in die Haut von Connor schlüpft, gilt es einen rund sechsstündigen Prolog zu absolvieren. Hier begleitet der Spieler eine andere Figur, bei der anfangs nicht klar ist, wie sie mit dem späteren Helden verbunden ist.

Die vielteilige Spielereihe hat gleich eine ganze Riege Elemente aus Science Fiction und Fantasy vermengt: Einen Machtkampf zweier Geheimorganisationen, den Assassinen und den Templern , eine Suche nach dem Erbe einer uralten Spezies , die in grauer Vorzeit die Menschen erschaffen hat und einen Supercomputer namens Animus, den die Templer gebaut haben, um die Vergangenheit zu manipulieren. Dieser Animus konstruiert aus den "genetischen Erinnerungen" von Personen ein virtuelles Abbild der Vergangenheit. Wer an den Supercomputer angeschlossen wird, kann so in die Rolle der eigenen Ahnen schlüpfen.

Eine krude Mischung, aber sie bietet die Basis für den ausufernden Kosmos der Serie, aus dem auch der dritte Teil schöpft. Der größte Trumpf ist dabei die riesige, frei erkundbare Spielwelt. In Assassin's Creed III besteht dieser Kosmos aus Städten wie Boston und New York . In denen ist einiges los: Rotberockte Soldaten, Bürger und einfache Leute wuseln durch die Straßen, während sich Connor in bewährter Assassinen-Manier über die Hausdächer schwingt oder von der Spitze eines Kirchturms sein nächstes Ziel anvisiert.