Master Chief, die Hauptfigur von "Halo 4" © Microsoft

Der Master Chief ist weder knuddelig noch sexy noch besonders humorig. Er hat nicht einmal ein Gesicht, ihn ziert lediglich ein verspiegeltes Helmvisier. Auch die Geschichte der Space-Opera Halo ist eher unlustig, und zudem auch noch furchtbar kompliziert und wenig einsteigerfreundlich.

Trotzdem wird deren Hauptfigur, diese Ein-Mann-Armee im Kampfanzug, von Millionen von Gamern geliebt. Sie steht auf einer Stufe mit Super Mario, Lara Croft oder Gordon Freeman aus Half Life . Mehr als drei Milliarden Dollar haben die Egoshooter-Reihe und ihr Merchandise-Appendix bislang eingespielt.

Kein Wunder also, dass sie fortgesetzt wird. Der nun erschienene Teil ist der erste einer neuen Trilogie.

Wieder heißt es Menschheit versus Aliens. Beiden Seiten geht es um die Halos, das sind gigantische Weltraum-Ringe, erbaut von einer ausgestorbenen Zivilisation, den Blutsvätern. Die theokratische Alien-Allianz will die Halos aktivieren, denn ihre Anführer glauben, es sei ein finales Ritual, um Eingang ins Alien-Paradies zu finden. Die Menschen wiederum sind nicht so scharf aufs Himmelreich, sie wissen: Halos wurden als ultimative Waffen gegen eine parasitäre Lebensform erbaut. Ein aktiviertes Halo tötet alle potenziellen Wirte – ergo alles Leben im Universum. So weit, so gut.

Neue Gegner

Teil vier nun setzt diese episch-verwirrende Geschichte fort. Die beginnt auf dem Wrack des Raumschiffs Forward Unto Dawn und führt den Master Chief im weiteren Verlauf auf einen Planeten der Blutsväter . Dort trifft der genetisch manipulierte Supersoldat – zu Fuß und in diversen Fahr- und Flugzeugen – neben den bereits bekannten Gegnern auf eine ganz neue Spezies.

Die Prometheaner sind Elitekrieger der Blutsväter und bevorzugen laut der deutschsprachigen Fan-Wikia ein ruhiges Leben, können aber den Schädel eines Menschen mit bloßen Händen zertrümmern. Sie werden außerdem durch einen fliegenden Begleiter mit einem Kraftfeld geschützt und erfordern allein deshalb eine etwas andere Kampftaktik.

Der Spieler kann nur zwei Waffen gleichzeitig tragen, dafür aber eine Sonderfähigkeit einsetzen, etwa ein Hartlicht-Schild, einen Tarnmodus, eine Flugdrohne oder eine Art Infrarot-Sicht, mit der Gegner auch hinter Wänden und Felsformationen wahrgenommen werden können.

Detaillierte Grafik

Die Marke setzt traditionell auf einen hochgelobten Mehrspielermodus. So auch der neuste Teil. Kooperativ können vier Spieler miteinander die Kampagne, also die Geschichte, auf ihren Nebenschauplätzen weiterspielen, anstatt sich ausschließlich gegenseitig um einer Flagge willen abzuknallen. Das geht aber natürlich auch. 

Die Grafik des Spiels ist, anders war es kaum zu erwarten, angeberisch detailliert. Zu jeder erdenklichen Situation flackert Licht, schlagen Funken und schwirren Partikel durch die Kulissen. Die futuristischen Waffengeräusche sind ebenso hollywoodreif wie der Soundtrack des Spiels.