Das kostenlose Spiel Curiosity für Android - und iOS-Geräte ist so simpel, dass es die Bezeichnung Spiel kaum verdient. Es geht darum, kleine Würfel anzutippen. Mehr eigentlich nicht.

Curiosity beginnt mit einem weißen Raum. In dessen Mitte schwebt ein Würfel. Mit einem Fingerstreich kann der Betrachter seinen Blickwinkel auf das geometrische Gebilde verändern und es von allen sechs Seiten betrachten. Tippt der Spieler zweimal mit seinem Finger auf das Gerät, beginnt eine lange Kamerafahrt, direkt auf das Gebilde zu, immer tiefer und tiefer, und das gigantische Ausmaß des Würfels wird deutlich. Strukturen erscheinen. Jetzt wird erkennbar, dass die Oberfläche des Würfels aus Millionen weiterer, kleinerer Würfel besteht. Dicht an dicht reihen sie sich aneinander. Dann beginnt das eigentliche Spiel.

Tipp – Tipp – Tipp – mit jeder gezielten Berührung zerbröselt einer der kleineren Würfel und vergeht mit einem klangvollen Klirren. Für das Zerstäuben der Würfel erhält der Spieler virtuelle Münzen, die er gegen Bomben, Meißel und anderes eintauschen kann, um damit besonders große Löcher in die Schale zu schlagen. Über einen Button lassen sich die Erfolge auf Facebook mit der Community teilen.

Das war’s. Unter den zerbröselten Würfeln wird eine weitere Würfelschicht sichtbar. Um auch auf ihr herumtatschen zu können, muss zuerst die aktuelle vollständig abgetragen werden. Das dauert, aber viele andere Spieler sind dabei behilflich.

Wer glaubt, das sei ziemlich öde, hat absolut Recht. Trotzdem spielen mehr als drei Millionen Menschen seit November Curiosity. Das hat einen einfachen Grund: Neugier. Nicht umsonst trägt das Spiel seinen Namen.

Der Würfel steht seit einem Monat im Netz. Rund 85 Schichten wurden bislang getilgt. Spieler haben berechnet , dass der Würfel aus 2.048 Schichten und fast 69 Milliarden Einzelteilen besteht. Trifft das zu, müssten bei gleichbleibender Geschwindigkeit in rund 243 Tagen sämtliche Partikel aufgelöst sein. Dann enthüllt der Würfel ein Geheimnis. Der Clou: Nur einer wird es entdecken. Nämlich derjenige, der den letzten Würfel zerstört. Über ein Video dürfen die anderen an der Entdeckung immerhin teilhaben.

Viel wird seitdem darüber spekuliert , worum es sich bei dem Geheimnis wohl handeln mag. Das Indie-Entwicklerteam von 22cans verrät nur so viel : Es ist kein Geldbetrag, keine tote Katze und es ist auch nicht Half Life 3 . Aber: Es wird für den Gewinner "lebensverändernd" sein. Verspricht zumindest 22cans.

Die Spieler von Curiosity lassen es sich jedenfalls nicht langweilig werden. Sie tippen fleißig auf dem Würfel herum und tragen derzeit täglich zweieinhalb Schichten ab. Dabei malen oder schreiben sie lustig in die kantige Landschaft hinein. Das beliebteste Motiv scheint der Penis zu sein.