Videospiele : Im Konsolenkrieg ist noch Platz für den PC

PC oder Konsole? Darüber streiten Gamer seit Jahren. Das Spielestudio Valve möchte mit einer "PC-Konsole" nun die Fronten durchbrechen. Das könnte sogar klappen.
Simulation von Steams "Big Picture" auf einem Fernsehbildschirm. © Valve

Nein, Console Wars ist nicht der Titel eines neuen Ego-Shooters, auch wenn er sicherlich das Potenzial dazu hätte. Der Name beschreibt vielmehr einen leidenschaftlichen Kampf um die Gunst der Videospieler, der bereits seit den frühen achtziger Jahren ausgetragen wird: Damals hießen die Konkurrenten noch Spectrum und Commodore, später Amiga und Atari , schließlich Super Nintendo und Mega Drive.

Inzwischen dominieren drei Systeme die Wohnzimmer und damit den Markt: Microsofts Xbox , Sonys Playstation und Nintendos Wii sammelten in den vergangenen Jahren jeweils gute Argumente für ihren Kauf und treue Fans. Aber kämpfen sie wirklich gegeneinander? Eher nicht. Bis auf wenige Exklusiv-Titel und einige technische Entwicklungen wie etwa der Bewegungssteuerung Kinect gab es kaum Versuche, der Gegenseite die Spieler abspenstig zu machen. Fast scheint es, als hätten die Beteiligten im Konsolenkrieg still und heimlich ihre Regionen abgesteckt und den Kampf beigelegt.

Das könnte sich im kommenden Jahr ändern. Dann nämlich tritt eine neue Partei auf, die tatsächlich den anderen Spieler abwerben könnte. Erstmals gab das Spielestudio Valve bekannt, dass es an einem eigenen System arbeitet. Die "Steam-Konsole" soll auf der gleichnamigen und einflussreichen PC-Vertriebsplattform aufbauen und bereits 2013 erscheinen. Das bestätigte Valve-Geschäftsführer Gabe Newell gegenüber dem Spieleportal Kotaku .

"Ich glaube, dass die meisten Konsumenten und Entwickler feststellen werden, dass der PC die bessere Spielumgebung für sie ist", sagt Newell über diese "PC-Konsole". Sie soll deshalb auch in direkter Konkurrenz zu den vorhandenen Systemen stehen und das Beste beider Seiten vereinen: Die einfache An-Aus-Bedienung von Konsolen mit der Flexibilität und Technik von PC-Spielen , alles angebunden an das erfolgreiche Steam-Ökosystem.

Linux könnte die Basis bilden

In der Spielebranche überrascht die Ankündigung niemanden. Schon im Frühjahr gab es Gerüchte, dass Valve auch Hardware produzieren könnte. Von neuen Steuerungen war die Rede , von biometrischen Eingabegeräten, und auch von einer möglichen Datenbrille, wie sie etwa Google plant . Die Hinweise auf eine Konsole verdichteten sich, als Valve mit "Big Picture" eine Oberfläche für Steam entwickelte, die gezielt für Fernsehbildschirme und die Bedienung mit dem Gamepad optimiert ist. Und dann war da noch die Linuxversion von Steam, die Valve vor einigen Wochen vorstellte .

Tatsächlich deutet einiges darauf hin, dass auch die kommende Konsole auf Linux basieren wird. Zum einen, weil bei der Verwendung von Windows für jedes Gerät Lizenzgebühren anfallen würden, die an Microsoft gezahlt werden müssten. Zum anderen sprach sich der frühere Microsoft-Mitarbeiter Newell mehrfach vehement gegen Windows 8 aus. Nicht zuletzt, weil Microsoft offenbar den eigenen Online-Vertrieb für Games ausbauen möchte und sich damit in das von Steam regierte Territorium herantastet. Deshalb spricht vieles für das offene Betriebssystem Linux, das aber gar nicht so offen sein soll: "Unsere Hardware wird ein kontrolliertes System bilden", sagt Newell. Alle Nutzer, die mehr Flexibilität möchten, könnten sich schließlich weiterhin einen eigenen PC zusammenstellen.

Viele Spieler betrachten die Pläne skeptisch, schließlich hat sich Linux bisher nicht gerade als beste Umgebung für Spiele erwiesen. Vor allem neue Grafik-Technologien funktionieren nur über die Microsoft-eigene Direct-3D-Schnittstelle. Für den Betrieb auf Linux wären deshalb Portierungen notwendig , wie sie Valve für eigene Spiele bereits entwickelt. Ob allerdings die großen Studios und ihre populären Titel mitziehen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt fraglich. Wahrscheinlicher scheint es, dass zunächst nur ein Teil der auf Steam verfügbaren Spiele auch auf der Konsole laufen wird.

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Kommentare

34 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Konflikt?

Welcher (erwachsene) Mensch hat denn noch die Zeit und Ambition, Videospiele am PC zu spielen?? Konsolen bieten bei diesem Thema stets ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, bieten jedem Anwender die selbige und funktionsfähige Hardwarebasis, und kennen das Problem mit illegalen Raubkopien in nur viel geringerem Umfang. Der PC hingegen sollte primär als Arbeitsrechner verwendet werden

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Ich zum Beispiel...

...denn nur auf dem PC gibts wirklich gute Strategiespiele.
Und Dank Kickstarter kann ich heute sogar mitentscheiden welche Spiele gemacht werden ohne auf den Massenmarkt angewiesen zu sein.
Genau das ist ja das tolle an PC-Spielen, dass sie sich nicht mehr an DAU orientieren müssen.

Für FPS oder auch RPG verwende ich gerne die PS3 aber für Strategiespiele gibts nur den PC.

Nicht ihrer Meinung

Bitte tun sie uns einen Gefallen und übertragen sie ihren eigenen Sachverhalt nicht auf sämtliche anderen Spieler!

Gut dann gehe ich mal durch...
-Verhältnis Preis/Leistung: ja der PC ist in der Anschaffung teurer. Aber dafür hat er auch mehr Möglichkeiten(wie sie ja selbst sagen). Dazu sind ältere Spiele deutlich günstiger als Konsolenspiele (auch gebrauchte). Und ebenfalls besteht die Möglichkeit den PC technisch aufzurüsten. Er kann sich somit weiterentwickeln während die Konsole stehen bleibt.

-Zeitvorteil: Ernsthaft wie viel Zeit spart man denn pro Anschalten bzw. Spielstart im Vergleich? Ein paar Sekunden? Eine halbe Minute? Ja stimmt ich bin so beschäftigt, dass ich Zeit nicht mal mehr die Zeit habe...

-Funktionalität: die Zeit ist schon lange vorbei bei der sämtliche Konsolenspiele bugfrei sind. Krieg im Norden (ein Herr-der-Ringe-Spiel) ist zum Teil so verbuggt, dass man unter Umständen von vorne Anfangen darf wenn ein Fehler eintritt(um nur ein Beispiel zu nennen).

Fazit: ich hab nichts gegen Konsolenspieler. Und die Konsole hat durchaus einige gute Vorteile gegenüber dem PC. Aber ich hab einfach was gegen irgendwelche wilden Behauptungen ohne jedwede Grundlage.