"Tomb Raider"Lara Croft mal nicht als Modepüppchen

Keine süßen Kleidchen, dafür Dreck, Angst und Schrecken: Das nächste "Tomb Raider" soll den Neuanfang der Spielserie markieren. Dem ersten Eindruck nach klappt das. von Peter Steinlechner

Lara Croft

Verjüngungskur für Lara Croft: Das neue "Tomb Raider" spielt vor den früheren Abenteuern.  |  © Square Enix

Lara Croft hat ein gewisses Imageproblem. Zwar war das 1996 veröffentlichte Tomb Raider ein spannendes und herausforderndes Abenteuer mit Horrorelementen. Aber spätestens mit Teil zwei, als Lara zum Mainstream wurde, änderte sich das. Der damalige Publisher Eidos war daran nicht ganz unschuldig, unter anderem, weil er der Fachpresse ein dickes Set mit CDs überlassen hatte, auf denen sich alle Arten von Bildern mit der Heldin von Tomb Raider befanden. Lara auf rosa Kissen, Lara im hautengen Lederoutfit, Lara mit Weihnachtsmannmütze, Lara im Negligé und Lara so gut wie immer mit riesiger Oberweite.

Die Redaktionen fanden das toll – die bunten Bildchen waren mal was anderes als immer nur grimmig guckende Orks. Also landete Lara Croft auf den Titelblättern, was die Leser anfangs frisch und sexy fanden. Aber irgendwann wurde es zu viel, und Frau Croft hatte ein Problem, das durch die misslungenen Verfilmungen von Tomb Raider mit Angelina Jolie und mittelprächtige Fortsetzungen noch verschärft wurde.

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Jetzt soll alles besser werden. Anders als bei früheren Versuchen eines Serienneustarts geht das zu Square Enix gehörende Entwicklerstudio Crystal Dynamics tatsächlich neue Wege – zumindest für Lara . Mit dem für Anfang März 2013 angekündigten Tomb Raider (für Windows-PC, Xbox 360 und PlayStation 3) arbeitet das Entwicklerstudio an einem Action-Adventure, das beim Anspielen eher an Uncharted denn an frühere Abenteuer mit Lara Croft erinnert. Auch die Heldin sieht anders aus: Sie wirkt jünger, natürlicher und sportlicher.

Dass Lara jünger ist, hat allerdings einen Grund: Das neue Tomb Raider spielt vor den früheren Abenteuern und erklärt, wie aus einer eher ängstlichen Studentin die taffe Schatzjägerin wurde. Das schick gemachte Intro erklärt die Vorgeschichte an Bord des Schiffs Endurance , das mit Lara in Plymouth in See sticht und dann südlich von Japan in einen schweren Sturm gerät. Der Pott läuft auf Grund, Lara fällt in Ohnmacht und erwacht dann frierend, vor allem aber kopfüber gefesselt in einer mit allerlei Voodoo-Schnickschnack eingerichteten Höhle.

Ab diesem Moment hatten wir die Kontrolle über Croft und konnten den zu Anfang des Spiels in einer von Square Enix bereitgestellten Version ausprobieren. Natürlich gelingt es uns rasch, Lara zu befreien und uns durch die von Fackeln erleuchtete Höhle zu schleichen – sowohl die per Motion Capturing erstellten Animationen als auch das extrem echt aussehende Feuer haben dabei einen guten Eindruck gemacht. Auch sonst wirkt das Spiel zwar sehr düster und dunkel, aber die Grafik auf Basis einer hauseigenen Engine von Crystal Dynamics wirkt auf der Xbox 360 zeitgemäß.

Die Flucht aus der Höhle dauert ungefähr 15 Minuten und ist abwechslungsreich und effektvoll in Szene gesetzt. Es gibt eine ruhige Stelle, bei der ein kleines, aber clever aufgebautes Schalterrätsel mit einem Wasserfall gelöst werden muss. Und atemlose Hochspannungsmomente, wenn wir durch niedrige Tunnel dem Licht entgegenrobben und dann plötzlich ein Unbekannter von hinten angreift und Lara an den Beinen zurückziehen möchte. Die meisten derartigen Stellen lassen sich in Quicktime-Manier durch das rasche Drücken der richtigen Tasten bewältigen.

Irgendwann stehen wir dann an der frischen Luft – in diesem Fall oberhalb eines Steilhangs, wo die erste, noch recht einfache Klettereinlage wartet. Die führt uns nicht nur über Klippen, sondern auch entlang eines abgestürzten, im Fels hängenden Flugzeugs, dessen tragende Teile immer wieder unter Laras Gewicht zusammenkrachen. Nach ein paar Minuten haben wir dann endlich eine, vom Programm vorgegebene, Stelle gefunden, an der Lara in einer Zwischensequenz mit ihrem letzten Streichholz ein Lagerfeuer entfacht.

Leserkommentare
  1. Mag sein, dass nun ein anderer Teil der Geschichte erzählt wird - vielleicht etwas düsterer. Oder ernsthafter.

    Aber auf mich wirkt es nicht so, as hätte man Lara Croft nun weniger - sagen wir - "sexy" gemacht. Eventuell etwas dem Zeitgeist angepasst.

    Und letztenendes ist das auch ganz gut so. Denn erstens will man Lara Croft haben, wenn Tomb Raider drauf steht. Und zweitens ist Lara Croft weit mehr als pixelgewordene Männerfantasie.

    Lara Croft ist weibliche Heldin, weibliche Identifikationsfigur. Es wundert mich nicht, wenn die ohnehin eher wenigen spielenden Fraueneher zu Sims greifen als zu Duke Nukem - welche Frau identifiziert sich schon mit de Duke.

    Es ist schade, dass immer nur die eine Seite von Tomb Raider gesehen wird (zugegeben eine recht aufreizende Seite).

    Eine Leserempfehlung
  2. Danke für den Artikel. Ich dachte dieses Spiel wär schon draussen gewesen, als ich 2011 den ersten Trailer auf der Gamescom gesehen habe. Naja dann kommt es wohl erst.

    • Megusta
    • 05. Dezember 2012 18:15 Uhr
    3. Grafik

    Wer bei Xbox360/PS3 noch von zeitgemäßer Grafik redet, ignoriert anscheinend die PC Versionen der letzten zwei Jahre.

    Ansonsten hört sich das ganze doch gut an (wenn auch wie vom Autor bemerkt, ähnlich Uncharted)!

  3. Süsse Kleidchen ? Hallo ?

    Also mit Lara Croft verbinde ich, wie wohl alle anderen Spieler auch einen grünen Latex Body un Kakihosen mit 2 Pistolen und keine süsse Kleidchen. Einschliesslich der realen Nachbilder, die man heute noch im Netz findet.

    Da gab es schon mal einen Lodenmantel drüber oder einen sexy Latextauchernazu mit ähnlichem Schnitt, aber süsse Kleidchen ?

    Habe gerade mal "adebibe karima" bei googles Bildsuche eingegeben. Auch das letzte Lara Model trägt eher wenig, Bikini und Latex sowie Pistolen. Von Kleidchen keine Spur.

    Aber Hauptsache es passt zum Aufmacher, oder ?

    Also Barbi war Lara auch früher nicht.

    4 Leserempfehlungen
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    • Hainuo
    • 05. Dezember 2012 23:40 Uhr

    Es gab damals tatsächlich ein Bild, dass bei der Veröffentlichung von Tomb Raider 2 an den prominentesten Stellen gedruckt wurde. Da lag Lara Groft in einem Abendkleid in kitschiger Kulisse. Was im Artikel geschrieben wird, ist mitnichten verfälschend.

  4. Der Artikel ist doch fast Wort für Wort identisch mit dem bei golem.de Hat der Publisher den Text verteilt oder wurde abgeschrieben? Arbeit des Autors ist es jedenfalls nicht.

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    Sie halt mal was rechts neben dem Artikel steht.
    Sie haben jedenfalls keinen Skandal aufgedeckt ;)

  5. ...nun beim bloßen Anblick von Lara Croft keine Rückenschmerzen mehr bekommen muss. Die arme durfte ja nicht mal einen Sport-BH unter ihrem engen Top tragen. Aua, aua, ah!
    Da habe ich mich bisher doch lieber mit männlichen Action-Helden identifiziert.

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    Sie meinen männliche Actionhelden wie den Hulk? Der ist auch eine unrealistisch überzeichnete Figur. Wenn der in die Jahre kommt und sein Körper dem rapiden Abbau von ca. 100 kg Muskelmasse Tribut zollt, möchte ich auch nicht in seiner Haut stecken ;)

    Dagegen sind die Doppel-D-Freundinnen der ausgewachsenen Lady Croft wirklich noch harmlos. Soll ja tatsächlich reale Frauen da draußen geben, die mit sowas völlig beschwerdefrei durchs Leben kommen.

    • Hainuo
    • 05. Dezember 2012 23:40 Uhr

    Es gab damals tatsächlich ein Bild, dass bei der Veröffentlichung von Tomb Raider 2 an den prominentesten Stellen gedruckt wurde. Da lag Lara Groft in einem Abendkleid in kitschiger Kulisse. Was im Artikel geschrieben wird, ist mitnichten verfälschend.

  6. Sie halt mal was rechts neben dem Artikel steht.
    Sie haben jedenfalls keinen Skandal aufgedeckt ;)

    Antwort auf "Copy cat"

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  • Schlagworte Lara Croft | Angelina Jolie | Abenteuer | See | Xbox | Japan
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