Spielekonsole ShieldNvidia baut sich ein eigenes Ökosystem für Games

Der Grafikchip-Spezialist Nvidia will nicht mehr nur Zulieferer sein und hat eine eigene Games-Konsole gebaut. Die Spiele dafür kommen auch aus der Cloud. von 

Project Shield von Nvidia

Project Shield von Nvidia: Eine tragbare Konsole, die Spiele auch auf den Fernseher streamen kann   |  © Nvidia

Nvidia ist ein Chiphersteller. Bislang zumindest. Bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellt das kalifornische Unternehmen nun eine eigene Spielekonsole vor. Das Projekt Shield ist eine Art Wollmilchsau: Das Gerät soll Spiele und Filme in höchster Bildqualität auf einem tragbaren Gerät zeigen, eine von Konsolen wie der Xbox gewohnte Steuerung bieten, Spiele per WLAN vom PC auch auf TV-Bildschirme streamen und nebenbei noch Android-Games nutzen können. Vor allem aber ist das Projekt ein wichtiger Baustein für das sogenannte Cloud-Gaming.

Im vergangenen Herbst hatte Nvidia-Manager Phil Eisler in einem langen Interview gesagt, dass sein Unternehmen vom nahen Ende der stationären Konsolen wie der Xbox und der PlayStation ausgeht. Die kommende Generation dieser Konsolen werde wohl die letzte sein, sagte Eisler. Die Zukunft gehöre dem Cloud-Gaming.

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Dabei wird die Grafik nicht auf dem Endgerät berechnet, sondern in der Cloud, also einem Rechenzentrum irgendwo auf der Welt. Von dort werden die Bilder zum Spieler gestreamt. Dafür braucht es erstens die entsprechende Infrastruktur, bei Nvidia heißt sie Geforce Grid. Es braucht zweitens Geräte, die den Stream entgegennehmen. Das kann ein Windows-PC mit der Software Geforce Experience sein, oder eben ein tragbares Gerät wie das Shield.

Dessen Herzstück wird der ebenfalls bei der CES angekündigte Tegra-4-Prozessor sein. Der besteht aus 72 Grafik-Kernen, vier Rechenkernen sowie einem Modem für den Mobilfunkstandard LTE. Shield hat einen fünf Zoll großen, hochauflösenden Multitouch-Bildschirm und einen Akku, der es ermöglicht, fünf bis zehn Stunden lang zu spielen oder 24 Stunden lang Filme zu sehen. Das Betriebssystem soll Android Jelly Bean in der Version 4.1 sein, sagt Nvidia. Apps aus Googles Playstore soll das Gerät jedenfalls nutzen können, ebenso wie Spiele aus der Tegra Zone, dem Angebot von Nvidia selbst. Das sind die Varianten ohne Cloud-Beteiligung.

Für die Variante mit der Cloud brauchen Gamer entweder einen PC mit bestimmten technischen Merkmalen. Dann kann Shield die in der Cloud berechneten und zum PC übertragenen Spiele per WLAN empfangen und entweder auf dem eigenen kleinen Schirm anzeigen – oder auch auf einem zusätzlichen großen Bildschirm. In dem Fall ist Shield nur noch Drehkreuz für den Stream. Außerdem kann Shield über den PC auch auf die Online-Spieleplattform Steam zugreifen und Spiele von dort starten. Oder die Konsole greift direkt auf den Stream des Geforce Grid zu, ohne PC dazwischen.

Der Knackpunkt des Cloud-Gamings ist die Verzögerung zwischen den Aktionen des Spielers, deren Berechnung in der Cloud sowie ihre Darstellung auf dem jeweiligen Bildschirm. Sollte diese Verzögerung zu groß sein, wäre Shield nicht für Spiele geeignet, die eine schnelle Reaktionszeit erfordern, wie etwa Shooter. Allerdings ist das Cloud-Gaming noch am Anfang und dürfte sich in den kommenden Jahren deutlich weiterentwickeln.

Leserkommentare
  1. Bei der bisherigen Netz-Infrastruktur? Dann wird es wohl noch ne Weile dauern, bis das Ding in Deutschland erscheint.

    Eine Leserempfehlung
  2. ...kann es ein Leben ohne DICH geben?

    Ich geh dann mal an meine Xbox *g*

    • CorinK
    • 07. Januar 2013 17:32 Uhr

    "Im vergangenen Herbst hatte Nvidia-Manager Phil Eisler in einem langen Interview gesagt, dass sein Unternehmen vom nahen Ende der stationären Konsolen wie der Xbox und der PlayStation ausgeht. Die kommende Generation dieser Konsolen werde wohl die letzte sein..."

    Wenn man sieht dass die Lebensdauer einer Konsole bei über 5 Jahren liegt (xbox 360 seit 2005, PS3 seit 2006), was für die schnelllebige Technikindustrie extrem lange ist, dann bekommt man einen richtig breiten Spielraum in der Aussage. Den braucht man aber bei den derzeitigen Netzen auch.

  3. 4. XBOX?!

    NVidia ist kein Zulieferer für die XBox, das ist AMD. In der Next Gen wird Nvidia keinen der beiden Hersteller mehr beliefern! Es wäre schön, wenn der Redakteur das nächste Mal vorher die Fakten recherchieren könnte. Danke.

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    Redaktion

    Um genau zu sein: Die erste Xbox hatte noch einen Nvidia-Grafikprozessor, die Xbox 360 nicht mehr. Um das deutlicher zu machen, haben wir den Teaser und den Text nun geändert. Danke für den HInweis.

  4. Redaktion

    Um genau zu sein: Die erste Xbox hatte noch einen Nvidia-Grafikprozessor, die Xbox 360 nicht mehr. Um das deutlicher zu machen, haben wir den Teaser und den Text nun geändert. Danke für den HInweis.

    Antwort auf "XBOX?!"
  5. seid Jahren, auch als Gamer, ziemlich gut mit den Konkurrenzprodukten aus dem Hause AMD. AMD Radeon- Grafikkarten sind preiswerter und bieten die gleiche/ oder bessere Performance sowie die gleiche Direct X Unterstützung wie die teuren Nvidia Pendants. Aber klar; Soll Nvidia mal ruhig Richtung Konsole maschieren; Umso besser für die Etablierung von AMDs Radeonserien als Marke für Gamer.

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    Konsolen sind auch für Gamer, just saying ...

  6. Konsolen sind auch für Gamer, just saying ...

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Ich fahre"
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    sie dass; Aber frage mal ca 70% aller Spieler, was sie für Hardware im PC haben. Früher waren es definitiv AMD Prozessoren, meistens kombiniert mit einer Nvidia Geforce Grafikkarte. Heute sind es fast immer die (überteuerten) Intel- CPUs in Kombination mit einer Nvidia Geforce Grafikkarte. Nvidia GPUs sind in den Augen der Spieler immer noch die eigentlich (unbegründete) bessere Wahl.

  7. sie dass; Aber frage mal ca 70% aller Spieler, was sie für Hardware im PC haben. Früher waren es definitiv AMD Prozessoren, meistens kombiniert mit einer Nvidia Geforce Grafikkarte. Heute sind es fast immer die (überteuerten) Intel- CPUs in Kombination mit einer Nvidia Geforce Grafikkarte. Nvidia GPUs sind in den Augen der Spieler immer noch die eigentlich (unbegründete) bessere Wahl.

    Antwort auf "Konsolen"

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