"The Cave"Eine Höhle voller Antihelden
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Der Star des Spiels ist die Höhle

In The Cave bleiben die Figuren das ganze Abenteuer über stumm. Der eigentliche Hauptdarsteller ist die Höhle selbst. Mit süffisanter Stimme kommentiert sie Erfolge und Missgeschicke, klopft pseudophilosophische Sprüche und gibt hin und wieder auch mal einen durchaus brauchbaren Tipp.

Was die Helden überhaupt in der Höhle vorhaben, wird zu Beginn angedeutet: Sie alle jagen ureigenen Sehnsüchten nach. Bald allerdings stellt sich heraus, dass dieses Verlangen keineswegs unschuldig ist. Die Protagonisten schrecken vor keiner Schandtat zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Der barfüßige, strohhutbewehrte Hillbilly beispielsweise wünscht sich nichts sehnlicher als einen Besuch auf dem Jahrmarkt – auch wenn er ihn dafür komplett niederbrennen muss. Wie die Antihelden wurden, was sie sind, erfährt der Spieler aus eingestreuten Wandgemälden. Alles in allem bleiben die Figuren aber einen Tick zu blass.

The Cave ist so konstruiert, dass spezialisierte Areale wie ein Jahrmarkt, eine Burg oder ein Raketensilo nur von den jeweiligen Figuren geöffnet werden können. Um alle Areale freischalten zu können, muss man das Spiel mindestens in drei Kombinationen erlebt haben. Was nach einem wohlkalkulierten Wiederspielwert klingt, entpuppt sich als wenig überzeugender Kompromiss: In jeder Kombination muss man neutrale Höhlenabschnitte meistern, die spätestens ab dem zweiten Durchgang nur noch langweilen. Erschwerend kommen die enormen Lauf- und Kletterwege hinzu, die Gilbert den Spielern aufbürdet: Die an sich geschmeidigen Jump'n'Run-Passagen verkommen so auf die Dauer zur lästigen Routine. The Cave ist ein atmosphärisches Abenteuer mit unterhaltsamen Rätseln – bei der "Replayability" schießt es jedoch über das selbstgesteckte Ziel hinaus.

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Leserkommentare
    • Jaklim
    • 24. Januar 2013 17:25 Uhr

    Gilbert's Versuch kommt leider ein paar Monate zu spät. Das Konzept zur Neuausrichtung von Adventures wurde bereits mit The Walking Dead von Telltale Games vorgelegt.

    Ein guter Plot, glaubwürdige Charaktere und die Form ein solches Adventure episodenweise erzählt zu bekommen erscheinen mir da erfolgsversprechender als die "Replayability".

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    • Gaspode
    • 24. Januar 2013 22:08 Uhr

    Ich kann mich Jakim anschließen: Wie man Adventures eindrucksvoll in die Moderne holt, hat "The Walking Dead" wirklich meisterlich gezeigt. Auch Ron Gilbert versucht wegzukommen von "Benutze-A-mit-B"-Verbkonstruktionen, nichtsdestotrotz finde ich, dass das Konzept nicht ganz aufgegangen ist. Es ist ein netter Puzzle-Plattformer, wer aber die Monkey-Island-Spiele kennt, kommt nicht allzu sehr ins mentale Schwitzen. Adventures klassischer Machart liefert souverän Daedalic ab und für zwischendurch greife ich gern zu "The Cave" – doch von Ron Gilbert hätte ich noch etwas mehr erwarte.

    • Gaspode
    • 24. Januar 2013 22:08 Uhr

    Ich kann mich Jakim anschließen: Wie man Adventures eindrucksvoll in die Moderne holt, hat "The Walking Dead" wirklich meisterlich gezeigt. Auch Ron Gilbert versucht wegzukommen von "Benutze-A-mit-B"-Verbkonstruktionen, nichtsdestotrotz finde ich, dass das Konzept nicht ganz aufgegangen ist. Es ist ein netter Puzzle-Plattformer, wer aber die Monkey-Island-Spiele kennt, kommt nicht allzu sehr ins mentale Schwitzen. Adventures klassischer Machart liefert souverän Daedalic ab und für zwischendurch greife ich gern zu "The Cave" – doch von Ron Gilbert hätte ich noch etwas mehr erwarte.

    Antwort auf "Zu spät"
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    »Adventures klassischer Machart liefert souverän Daedalic ab und für zwischendurch greife ich gern zu "The Cave" – doch von Ron Gilbert hätte ich noch etwas mehr erwarte.«

    Ich finde gerade die Sachen von Daedalic sollte man hervorheben. Durch die humorvolle und sehr kreative Darstellung eignen sich diese Spiele sehr gut um sie auch in einer Gruppe von 2-3 Leuten zu spielen.
    Genau das waren Adventures für mich auch schon immer (und sind es auch heute noch), Computerspiele, die man nicht zwingend alleine spielt sondern mit Freunden zusammen daran rätselt und Spaß hat.

  1. »Adventures klassischer Machart liefert souverän Daedalic ab und für zwischendurch greife ich gern zu "The Cave" – doch von Ron Gilbert hätte ich noch etwas mehr erwarte.«

    Ich finde gerade die Sachen von Daedalic sollte man hervorheben. Durch die humorvolle und sehr kreative Darstellung eignen sich diese Spiele sehr gut um sie auch in einer Gruppe von 2-3 Leuten zu spielen.
    Genau das waren Adventures für mich auch schon immer (und sind es auch heute noch), Computerspiele, die man nicht zwingend alleine spielt sondern mit Freunden zusammen daran rätselt und Spaß hat.

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  • Schlagworte Abenteuer | Island | Linux | Rätsel | Xbox
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