SpielkonsoleSony präsentiert die PlayStation 4 – teilweise

Die PS4 bekommt ein soziales Gaming-Netzwerk und eine erweiterte PC-Grafikkarte für viel Rechenleistung: Sony stellt seine neue Spielkonsole vor, ohne sie zu zeigen. von 

Andrew House von Sony stellt die PlayStation 4 vor.

Andrew House von Sony stellt die PlayStation 4 vor.   |  © EMMANUEL DUNAND/AFP/Getty Images

Sony hat am Mittwochabend in New York die PlayStation 4 (PS4) präsentiert. Allerdings nur Teile davon. Das Unternehmen stellte den Controller der Konsole sowie das Konzept für ein eigenes soziales Gaming-Netzwerk vor. In der zweistündigen und teils sehr langatmigen Veranstaltung standen außerdem zahlreiche namhafte Entwickler auf der Bühne und stellten Demos exklusiver und geplanter Titel vor. Doch am Ende zeigte Sony weder einen Prototypen der PS4, noch gab man einen tieferen Einblick in das geplante PlayStation-Ökosystem. Immerhin huschte am Ende ein vager Hinweis auf den Verkaufsstart über den Bildschirm: Die Konsole wird wohl zu Weihnachten erscheinen – jedenfalls in den USA.

Insgesamt bestätigten sich viele der vorab durchgesickerten Informationen und Gerüchte. So wird die PS4 nicht mehr die eigens von Sony mitentwickelten Cell-Prozessoren nutzen, sondern einen x86-Prozessor mit acht Kernen, der in Verbindung mit einer erweiterten PC-Grafikkarte für ausreichend Rechen- und Grafikleistung sorgen soll. Der Wechsel zu einer PC-Architektur bringt vor allem für Entwickler einen großen Vorteil mit sich: Spiele müssen nicht mehr mühsam zwischen beiden Plattformen portiert werden. Genauere Angaben zu Herstellern und Taktfrequenzen machte Sony dabei erwartungsgemäß nicht. Lediglich von acht Gigabyte Arbeitsspeicher und einer "riesigen" Festplatte war die Rede – allerdings nicht von einem optischen Laufwerk.

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Die Steuerung der Konsole erfolgt über den neuen DualShock 4 Controller, dessen Bilder ebenfalls schon vorab die Runde machten. Er erinnert vom Aussehen her an die Controller des Vorgängers, besitzt aber ein zusätzliches Touchpad, einen Kopfhörerausgang und ein Lichtelement, das die Bewegungen an eine Kamera übertragen kann und damit auch als Bewegungssteuerung funktioniert. Microsofts Kinect lässt grüßen. Per Knopfdruck soll es möglich sein, dass die komplette Konsole in den Standby-Modus fährt, ohne dass die Spieler dadurch den Spielstand verlieren. Ein lästiges Hoch- und Runterfahren der Konsole gehört damit der Vergangenheit an.

Social- und Cloud-Gaming

Die wohl überraschendste Funktion aber versteckt sich auf der Oberseite des Controllers. Ein kleiner "Teilen"-Knopf unterstreicht die Ambitionen Sonys, künftig stärker auf Social Gaming zu setzen. Sony möchte ein eigenes Netzwerk aufbauen, dass auf "echten Personen basiere". Zwar sei es auch weiterhin möglich, mit einem Alias zu spielen, aber gerade der Austausch mit Freunden soll erleichtert werden. Eine neue Technik erlaubt es, jederzeit per Knopfdruck Videoaufnahmen aus dem Spielbetrieb direkt auf soziale Netzwerke wie Facebook oder als Livestream auf die Videoplattform UStream zu posten. Zudem können sich Freunde gegenseitig beim Spielen zusehen, Chat-Nachrichten direkt auf dem Bildschirm anzeigen lassen und – am wichtigsten – jederzeit den Spielcharakter des anderen übernehmen und weiterspielen. Zusätzliche Apps für Smartphones und Tablets sollen die Kommunikation jenseits der Konsole ermöglichen, die mobilen Geräte funktionieren dann als "Second Screen".

Weitere Folgen der Personalisierung: Anhand der persönlichen Vorlieben sei die PS4 in der Lage, den Spielern automatisch Titel zu empfehlen und diese auch gleich vorzuladen. Die Spieler müssten sie dann nur noch erwerben und könnten sofort loslegen. Überhaupt müssten die Spieler künftig keine langen Downloadzeiten mehr in Kauf nehmen: Spiele können bereits gespielt werden, während sie im Hintergrund herunterladen. Möglich macht dass die Cloud-Gaming-Technik des Unternehmens Gaikai, das Sony vergangenen Sommer übernahm.

Die gleiche Technik ermöglicht auch das Streaming von Spielen auf Sonys mobile Konsole Vita. Es ist ein ähnlicher Ansatz, wie ihn auch Nintendo mit seinem Wii-U-Controller und Nvidia mit dem Project Shield verfolgt: Die Grafik wird dabei nicht auf dem Endgerät berechnet, sondern entweder in Rechenzentren in der Cloud oder eben über die Konsole im Wohnzimmer.

Entgegen jüngsten Meldungen wird die PS4 aufgrund der neuen Architektur allerdings keine älteren Titel unterstützen. Zwar arbeite Sony an einer Streaming-Lösung für die Spiele der älteren PlayStation-Generationen, erklärte Gaikai-Chef David Perry auf der Bühne, aber die Servertechnik sei zurzeit einfach noch nicht soweit.

Leserkommentare
  1. > Entfernt. Kommentieren Sie den Inhalt des
    > Artikels. Die Redaktion/mak

    Gerne, liebe Redaktion. Ich wollte meiner Verwunderung darüber Ausdruck verleihen, daß ein Beitrag, der ernsthaft behauptet daß "wirklich gute und künstlerisch wertvolle Spiele" vorzugsweise am PC zu spielen sind, Ihre Empfehlung bekommt.

    Ich finde, da ist schon Bezug zum Inhalt des Artikels, oder?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"
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    ... hätte ich der ZEIT-Redaktion ja gar nicht zugetraut. ;-)

  2. Ah ja, "Anstand und Würde" es so empfindet. Frägt sich nur wer verblödet ist.

    Antwort auf "auweiha ..."
  3. ... hätte ich der ZEIT-Redaktion ja gar nicht zugetraut. ;-)

    Antwort auf "Inhalt des Artikels"
  4. beides gespielt. Und Heavy Rain ist eine erfreuliche Ausnahme. Das aber, wie Sie richtig festgestellt haben, bei Konsolenspielen viel mehr Geld winkt, ist eben die Schei*e. Und erzählen Sie mir nicht, dass Spiele, die in erster Linie für PCs entwickelt werden, im Durchschnitt nicht eine spürbar höhere Qualität aufweisen können...

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    • xyks
    • 21. Februar 2013 16:45 Uhr

    Sicherlich,wenn ein Spiel rein auf Computer High-End Hardware abgestimmt würde, gäbe es mehr Möglichkeiten. Crysis 1 hatte das seiner Zeit eindrucksvoll bewiesen.

    Jetzt sollten wir aber auch das große Ganze betrachten. Spiele sind in den vergangenen paar Jahren unglaublich komplex, sprich hochqualitativ, geworden. Dafür sind hohe Entwicklungs- u. Marketingbudgets erforderlich, wir sprechen hier von (mittlerweile) bis zu3 stelliger Millionenhöhe (wie Hollywood). Um diese zu gewährleisten ist die Industrie auf Investoren angewiesen und die wollen bekanntlich Renditen und Absicherungen dass das ihre Investition erfolgreich ist. Daher sind verschiedene Erlösquellen (mehrere Konsolen, DLC um den Lebenszyklus eines Spiels zu erhöhen, etc.) nötig um das hohe finanzielle Risiko zu senken. Viele Spieler beschweren sich oft dass es in der Industrie nur ums Geld geht, verlieren dann aber aus den Augen dass dieses Geld direkt für die Qualität der Spiele und den tollen Spiele-Releases der vergangenen 4 Jahre verantwortlich sind.

    Um noch auf Computer zurückzukommen: Jetzt muss man natürlich ach bedenken dass nicht alle Leute starke Computer haben und das die Systeme in der Regel nicht identisch sind. Sprich, man programmiert ins Ungewisse und muss hoffen dass es möglichst vielen Leuten zugänglich ist. Bei Konsolen gibt es das Problem nicht, da ist die Hardware schön standardisiert...

    • gimper
    • 21. Februar 2013 17:28 Uhr

    Stehe dem eher sekptisch gegenueber. Der soziale Aspekt beim gamen ist wichtig aber ich bin mir nicht sicher, ob das ganze SHARING-IS-CARING a la Facebook Zukunft hat. Irgendwann ist man doch einfach uebersaettigt vom ganzen Live- News- Achievement- Like- und Messagefeed. Auf mich wirkt der Begriff "social gaming" jedenfalls eher abstossend.

    Und zum cloud gaming hat Gabe Newell am diesjaehrigen DICE Summit gute Gegenargumente gebracht. Fuer eine Demo gut zu gebrauchen (was sie ja vor haben), fuers richtige zocken aber Muell. Ob es sich nun lohnt ein grosses Tam Tam nur fuer das streaming einiger Demos zu machen, sei dahingestellt. Ganz abgesehen von den Entwicklungskosten.

    • lxththf
    • 21. Februar 2013 18:21 Uhr

    Es mag sein, dass ich zur alten Schule gehöre, aber richtig weggerissen hat mich seit langem kein Spiel mehr. Die meisten und erfolgreichsten basieren auf Fortsetzungen, oder Prequels und ich bleibe dabei. Grafik ist nicht alles.
    Kleines Beispiel FarCry 2. Der Sonnenaufgang in Afrika hat mich umgehauen und ich habe bestimmt Stunden damit verbracht einfach nur die Landschaft zu genießen. Dann jedoch die Spielmechanik, die einfach null Langzeitmotivation bietet.
    Der größte Hass für PC-Besitzer sind jedoch Konsolenexklusivtitel, wie RedDeadRedemtion.

    Was waren die tollen Releases?

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    • xyks
    • 21. Februar 2013 18:32 Uhr

    Skyrim, Batman Arkham City, Dishonored, Mass Effect 2, Portal 2, Assaisn Creed 2, LA Noire,Borderlands 2, Red Dead Redemption, Uncharted, wer es mag Battlefield 3 usw. usw.

    Das sind allesamt Spielen mit mit dermaßen hohen Produktionswerten, dass sie Unmengen an Entwicklungsbudgets verschlungen haben. Nur weil diese evtl. ihrem persönlichen Geschmack nicht entsprechen bedeutet nicht das sie deshalb keinen technischen Quantensprung an Detail und Umfang gegenüber den weniger Jahre älteren Spielen darstellen.

    Der größte Hass für PC-Besitzer sind jedoch Konsolenexklusivtitel, wie RedDeadRedemption.
    Wieso Hass? Ich kauf mir nicht wegen maximal drei Spielen, die ich gerne hätte (Red Dead Redemption, Gran Tourismo und Uncharted) eine Konsole.

    Aber der fehlende Red Dead Redemption - Port ist absolut unverständliche Firmenpolitik von Rockstar. Denn RDR läuft auf der RAGE Engine und die ist bereits auf PC Portiert (GTA IV) und sieht dort mit Mods auch gleich nochmal um ein vielfaches besser aus.

  5. da diese kein rießen Betriebssystem nebenher laufen hat, die Playstation 3 hat beispielsweise nur 256 MB RAM und dennoch haben die Entwickler alles soweit optimiert das die Spiele laufen.

    Eine Konsole wird sofern dem PC immer überlegen sein da sie eben auf Spiele ausgerichett ist, man wir außerdem erst durch die neuen Konsolen am PC einen Grafiksprung bemerken. Denn rein von der Leistung her könnte der PC schon lange viel mehr Leisten, wenn es die Engines denn für den Mainstreammarkt hergeben, das wird aber erst passieren wenn die Konsolen-Plattformen das ganze auch ermöglichen. Diesen Social-Network Kinderkram finde ich jedoch lächerlich, soetwas braucht kein Mensch, aber man kann es hoffentlich deaktivieren wie bei Werbebannern und Buttons im Internet.

    Rein von den Leistungsdaten ist das jedoch ein Quantensprung, man bedenke das die Playstaiton 3 nur 256 MB Ram hat, während das neue Modell 8GB DDR5 Ram aufweist.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "............"

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Microsoft | Sony | Apps | Bewegungssteuerung | Nintendo | Xbox
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