Playstation 4Sony sucht Heil in "mächtigem Spielenetzwerk"

Erstmals seit sieben Jahren gibt es eine neue Playstation. Sony versprach eine überaus mobile und interaktive Spielekonsole. Zu sehen war das neue Gerät aber noch nicht.

Sony-Unterhaltungschef Andrew House bei der Präsentation der neuen Playstation in New York

Sony-Unterhaltungschef Andrew House bei der Präsentation der neuen Playstation in New York  |  © Brendan McDermid/Reuters

Der japanische Elektronikriese Sony hat eine neue Generation seiner Spielekonsole Playstation angekündigt. Mit der Playstation 4 – für Sony ein Schritt in die "Zukunft des Spielens" – hofft der Konzern auf einen neuen Verkaufsschlager und die Branche auf einen Impuls im Kampf gegen die auch auf dem Spielemarkt Anteile gewinnenden Smartphones und Tablets.

Diesen Trend will auch Sony aufgreifen. Die Playstation 4 werde deshalb "einen merklichen Schritt" weg von einer "Box oder Konsole" hin zu einem "führenden Ort zum Spielen" darstellen, sagte der Chef der Unterhaltungssparte des Unternehmens, Andrew House, bei der Präsentation in New York. "Nicht mehr das Wohnzimmer ist der Mittelpunkt, sondern der Spieler."

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Eine der auffälligsten Neuerungen besteht darin, dass Spiele nicht mehr auf speziellen Datenträgern gekauft werden müssen, sondern im Internet verfügbar sind. Während des Spielens können sich die Nutzer mit Freunden verbinden und so auch Videos und Fotos miteinander teilen. Auch eine Verbindung mit sozialen Netzwerken sowie Zugänge für Smartphones und Tabletcomputer sind geplant. Sony will so "das mächtigste Spielenetzwerk der Welt" schaffen.

Kein Gerät, kein Termin, kein Preis

Tatsächlich enthüllt wurde die neue Konsole – wie auch die tragbare Variante Playstation Vita – aber noch nicht. Branchenkenner erklärten dies damit, dass Sony Wettbewerbern keinen Einblick geben wollte. Dies zielt vor allem auf den US-Konzern Microsoft, der im Sommer den Nachfolger seiner marktführenden Xbox 360 vorstellen will.

Wann die neue Playstation auf den Markt kommen soll, gab Sony nicht bekannt. Beobachter gehen von einem Verkaufsstart gegen Weihnachten aus. Auch zum voraussichtlichen Preis des Geräts machte das Unternehmen keine Angaben. Aller Erfahrung nach werden neue Versionen der Spielekonsolen für etwa 400 bis 500 Dollar (rund 300 bis 375 Euro) auf den Markt gebracht. Gefragte Spiele kosten um die 60 Dollar.

"Sony braucht großen Wurf"

Für Sony ist der Erfolg der neuen Konsole besonders entscheidend, da der Konzern derzeit mit großen Problemen im Fernsehgeschäft und anderen Sparten zu kämpfen hat. Im Geschäftsjahr 2012 verbuchte das Unternehmen einen Rekordverlust von umgerechnet 4,3 Milliarden Euro. Konzernchef Kazuo Hirai kündigte die Streichung von 10.000 Stellen an, außerdem veräußerte er Prestigeimmobilien in New York und Tokio.

"Sony braucht mit dieser Spielekonsole den großen Wurf", sagte James McQuivey vom Marktforschungsunternehmen Forrester. Um in der Zukunft bestehen zu können, müssten sich die Japaner nicht nur als Hersteller der Hardware, sondern als "digitale Plattform" positionieren. 

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 21. Februar 2013 7:26 Uhr

    ...wird das eher nichts, sowohl für die PS4 als auch für die XBox720.
    Jeder Mid-PC ist besser.
    Und ich halte es für einen gewaltigen Fehler Tabletcomputer und Smartphones als Konkurrenz oder gar als Maßstab zu sehen.
    Den Fehler hat man vor 10 Jahren auch gemacht als es Konsole vs. PC hieß. Der PC ist immer noch da und erfreut sich was Spiele betrifft, bester Gesundheit.
    Besser wäre es mMn dem Kunden was zu bieten das die Tablets und Smartphones nicht können oder sich nicht trauen.
    Genau das passierte im PC-Spielebereich und der Kunde honoriert das.
    Auch das PS4 (und die XBox720) geschlossene Systeme sind halte ich für einen Fehler - da könnte man was von Tablets und Phones lernen.

    6 Leserempfehlungen
    • jcs333
    • 21. Februar 2013 7:30 Uhr

    Die Idee des Spielenetzwerks gibt es schon solange, wie es die PS3 und Xbox 360 gibt.
    Die Ideen die Sony jetzt vorlegt orientieren sich viel an dem, was im Xobx Live Umfeld schon vorhanden ist.
    Außerdem fehlt ein bisschen die Revolution. Microsoft hat für die Xbox 720 schon Dinge wie die Kinect mit Fingererkennung, bessere Spracherkennung und Illumiroom (wer´s nicht kennt, möge kurz bei Youtube suchen)durchsickern lassen.

    Vor dem Hintergrund hätte ich von der PS4 einiges mehr erwartet - der große Wurf ist das nicht.

    Eine Leserempfehlung
  1. 3. Ha...

    Soziale Netzwerke, sehr gut gebt den Hackern noch mehr Fläche für einen Angriff und dazu noch keine Datenträger, Perfekt. "Dusch, ein Klatsch auf die Stirn"

    2 Leserempfehlungen
    • Yuminae
    • 21. Februar 2013 8:05 Uhr

    Mit einer "Internet-Plattform" wo man sich das Spiel "leiht" anstatt es zu kaufen, will Sony genau das umsetzen, was es seit Jahren ankündigt:
    Verhindern, dass Spiele weiterverkauft werden, wenn man sie nicht mehr spielen will.

    Sony will, dass der 2.Markt von Spielen ausradiert wird - und hierfür wird wohl die PS4 genutzt. Sehr schade, dass einst das Kundenfreundliche Sony zu einem der geldgierigsten Konzerne wird - angeblich sollen mit der PS4 auch wieder die Spiele nicht mehr abwärtskompatibel sein.
    Vermutlich wird früher oder später tatsächlich jeder auf den PC ausweichen.

    Mittlerweile scheinen es alle Konzerne auf den Geldbeutel des Verbrauchers abgesehen zu haben. Office 2013 soll jetzt auch nicht mehr mit freien Lizenzen funktionieren, sondern an der Hardware gekoppelt sein - und jetzt Sony mit ihrer Idee, dass, wenn man ein Spiel kauft, scheinbar nicht Besitzer mehr ist, sondern nur noch "Mieter" - ohne Rechte des Weiterverkaufs.

    Ich schätze aber, dass die damit hier in der EU auf die Nase fallen damit, denn die Rechtsprechung und Gesetzgebung sagt da etwas anderes.

    5 Leserempfehlungen
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    • hermse
    • 21. Februar 2013 8:25 Uhr

    Es wäre schön wenn der Gesetzgeber solcher hemmungslosen Gier den Riegel vorschieben würde. Aber daran glauben tue ich nicht. Das wäre das Erstemal das nicht die Industrie vorschreibt wie es läuft.
    Auf der PC-Spieleplattform ist es doch schon unmöglich die Spiele weiter zuverkaufen. Danke Steam, Origin, etc. Wo ist da der Gesetzgeber?!? Das wollen die Konsolenhersteller auch.
    Und leider leider, werden sie es bekommen.

    ...sollten Sie sich sparen.

    "angeblich sollen mit der PS4 auch wieder die Spiele nicht mehr abwärtskompatibel sein."

    Genau das Gegenteil hat Sony bei der Konferenz bestätigt. Dies soll mindestens über Stream-Dienste möglich sein. Zum Thema Laufwerk und welche Speifikationen dieses aufweist, ist bisher überhaupt keine Worte gefallen.

    Das Ausradieren des 2. Spielemarktes ist bisher lediglich von Entwicklern wie EA, Ubisoft und vor allem Microsoft verfolgt worden. Marktwirtschaftlich gesehen ist es auch im Interesse jedes Entwicklers dies zu verhindern und somit auch verständlich.

    Wie lange hat es gedauert, bis sich die PS3 ammortisiert hat? Den Fehler will Sony nicht wiederholen. Das ist schließlich ein Unternehmen und kein gemeinnütziger Verein.

    Der Steam Markt für den PC blüht und die Konsolenentwickler wollen aufgrund der Einfachheit, zu Gunsten der Flexibilität des Spielers und natürlich auch der Verbreitungsmöglichkeiten daran anknüpfen.

    Das Onlineangebot wird im Spielemarkt immer bedeutender (auch wenn ich selbst physische Versionen von Spielen immer bevorzuge) und Sony wäre ziemlich dämlich, würden sie diesem Fakt bei der Entwicklung der nächsten Konsolengeneration außer Acht lassen.

  2. Spielenetzwerk bla bla bla... wie lahm ist das denn? Eine Spielekonsole lebt nicht von Vernetzung, sondern von Spielen. Und wenn da keine Innovationen kommen, dann ist die neue Konsole eine Totgeburt. Sony wird scheitern, weil der Erfolgsdruck schon jegliche Kreativität aufgefressen hat und man keine Philosophie hat, nach der man Visionen entwickelt. Man verbraucht viel Geld und Energie, um ein möglichst perfektes Konzept zu entwickeln, um Raubkopien zu verhindern. Dabei schränkt man automatisch die Nutzungsmöglichkeiten der Konsole schon so stark ein, daß ich mich frage, wer damit spielen will, wer bindet sich denn freiwillig zum Fußballspielen die Füße zusammen?

    2 Leserempfehlungen
  3. Der neue Buuton auf dem PS4-Controller verrät die eigentliche Neuerung. Es ist nicht das Netzwerk-Gaming, sondern die verstärkte "Share"-Optionen.

    Doch das, was dem Spieler als tolle neue Erfahrung verkauft wird, nämlich das grenzenlose Teilen des Spiele-, Musik-, Surf- und Videoerlebnis mit der neuen Konsole, macht den Nutzer der PS4 endgültig zum gläsernen Kunden. Die Daten, die Sony über die neuen Funktionen über den Spieler und seine Freunde erhält, sind ein Wert an sich.

    Und damit lässt sich sehr gut Geld verdienen.

    2 Leserempfehlungen
    • hermse
    • 21. Februar 2013 8:25 Uhr

    Es wäre schön wenn der Gesetzgeber solcher hemmungslosen Gier den Riegel vorschieben würde. Aber daran glauben tue ich nicht. Das wäre das Erstemal das nicht die Industrie vorschreibt wie es läuft.
    Auf der PC-Spieleplattform ist es doch schon unmöglich die Spiele weiter zuverkaufen. Danke Steam, Origin, etc. Wo ist da der Gesetzgeber?!? Das wollen die Konsolenhersteller auch.
    Und leider leider, werden sie es bekommen.

    Eine Leserempfehlung
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    ....der eugh hat vor nicht allzu langer zeit eben ein solches urteil erlassen, dass anbieter wie steam den weiterverkauf von spielen ermöglichen müssen.

    • clubby
    • 21. Februar 2013 8:27 Uhr

    Das ist sehr dürftig.
    Damit wird Sony esl nicht schaffen.
    Ich habe nicht einen einzigen Grund gesehen, warum ich die PS3 austauschen sollte.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, kg
  • Schlagworte Sony | Datenträger | Dollar | Euro | Hardware | Smartphone
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