Sony-Unterhaltungschef Andrew House bei der Präsentation der neuen Playstation in New York © Brendan McDermid/Reuters

Der japanische Elektronikriese Sony hat eine neue Generation seiner Spielekonsole Playstation angekündigt. Mit der Playstation 4 – für Sony ein Schritt in die "Zukunft des Spielens" – hofft der Konzern auf einen neuen Verkaufsschlager und die Branche auf einen Impuls im Kampf gegen die auch auf dem Spielemarkt Anteile gewinnenden Smartphones und Tablets.

Diesen Trend will auch Sony aufgreifen. Die Playstation 4 werde deshalb "einen merklichen Schritt" weg von einer "Box oder Konsole" hin zu einem "führenden Ort zum Spielen" darstellen, sagte der Chef der Unterhaltungssparte des Unternehmens, Andrew House, bei der Präsentation in New York. "Nicht mehr das Wohnzimmer ist der Mittelpunkt, sondern der Spieler."

Eine der auffälligsten Neuerungen besteht darin, dass Spiele nicht mehr auf speziellen Datenträgern gekauft werden müssen, sondern im Internet verfügbar sind. Während des Spielens können sich die Nutzer mit Freunden verbinden und so auch Videos und Fotos miteinander teilen. Auch eine Verbindung mit sozialen Netzwerken sowie Zugänge für Smartphones und Tabletcomputer sind geplant. Sony will so "das mächtigste Spielenetzwerk der Welt" schaffen.

Kein Gerät, kein Termin, kein Preis

Tatsächlich enthüllt wurde die neue Konsole – wie auch die tragbare Variante Playstation Vita – aber noch nicht. Branchenkenner erklärten dies damit, dass Sony Wettbewerbern keinen Einblick geben wollte. Dies zielt vor allem auf den US-Konzern Microsoft, der im Sommer den Nachfolger seiner marktführenden Xbox 360 vorstellen will.

Wann die neue Playstation auf den Markt kommen soll, gab Sony nicht bekannt. Beobachter gehen von einem Verkaufsstart gegen Weihnachten aus. Auch zum voraussichtlichen Preis des Geräts machte das Unternehmen keine Angaben. Aller Erfahrung nach werden neue Versionen der Spielekonsolen für etwa 400 bis 500 Dollar (rund 300 bis 375 Euro) auf den Markt gebracht. Gefragte Spiele kosten um die 60 Dollar.

"Sony braucht großen Wurf"

Für Sony ist der Erfolg der neuen Konsole besonders entscheidend, da der Konzern derzeit mit großen Problemen im Fernsehgeschäft und anderen Sparten zu kämpfen hat. Im Geschäftsjahr 2012 verbuchte das Unternehmen einen Rekordverlust von umgerechnet 4,3 Milliarden Euro. Konzernchef Kazuo Hirai kündigte die Streichung von 10.000 Stellen an, außerdem veräußerte er Prestigeimmobilien in New York und Tokio.

"Sony braucht mit dieser Spielekonsole den großen Wurf", sagte James McQuivey vom Marktforschungsunternehmen Forrester. Um in der Zukunft bestehen zu können, müssten sich die Japaner nicht nur als Hersteller der Hardware, sondern als "digitale Plattform" positionieren.