Indie-GamesSpiele, die keinen Spaß machen sollen
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"Kentucky Route Zero" – ein Spiel wie ein David-Lynch-Film

Ähnliches gilt auch für Faster Than Light, das 2013 in gleich zwei IGF-Kategorien gewann ("Audience Award", "Excellence in Design"). Die Weltraum-Simulation wurde über Kickstarter finanziert und ist seit ihrem Release im September 2012 eines der erfolgreichsten Indie-Games auf der Download-Plattform Steam. In dem 2-D-Strategiespiel gilt es, ein Raumschiff unbeschadet durch gefährliche Planetensysteme zu lotsen. Beliebt ist FTL nicht zuletzt deshalb, weil es die Fantasie der Spieler anregt: Jeder erlebt hier sein eigenes Abenteuer.

Uneingeschränkt empfehlenswert ist das Spiel, das in der neu eingeführten Kategorie "Excellence in Visual Art" gewann: Kentucky Route Zero erzählt die Geschichte eines Truckers Conway, der in den Weiten des US-Bundesstaats Surreales erlebt. Er soll eine Lieferung zustellen. Doch worum es sich dabei genau handelt, bleibt zunächst unklar. Stattdessen verfängt sich Conway immer mehr in einem Geflecht aus Begegnungen, Erinnerungen und rätselhaften Dialogen, das an die Filme von David Lynch erinnert. Auch dank seiner minimalistischen Scherenschnittgrafik und des hypnotischen Soundtracks erzeugt Kentucky Route Zero einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.

Einer der bemerkenswertesten Preisträger des diesjährigen IGF Award ist Little Inferno. In dem Spiel geht es vordergründig darum, verschiedenste Gegenstände von der Holzpuppe bis zur Kreditkarte in einem Kamin zu verbrennen. Little Inferno kann wahlweise als Satire auf den Konsumwahn oder auf die Zeitverschwendung mit Spielen wie Farmville gesehen werden. Es funktioniert aber auch ohne ironische Meta-Ebene, wie hohe Absatzzahlen und begeisterte Appstore-Kommentare zeigen.

 
Leser-Kommentare
  1. wichtig, um vielleicht die kommenden Generationen aufwachen zu lassen, wie bekloppt unsere Gesellschaft eigentlich ist.

    Statt innovativ nach vorn zu gehen und der Gesellschaft zu helfen, wird immer nur monoton auf Geldscheffeln,wachstum,funktionieren hingearbeitet.

    3 Leser-Empfehlungen
  2. bei Spielen wie "Cart Life" frage ich mich jedoch, welchen praktischen Zweck das haben soll. Ohne Unterhaltungsfaktor werden nur wenige dieses Spiel anfassen - und diejenigen, die es tun, werden sich des Problemfeldes wohl sowieso bewußt machen.

    Abgesehen davon: das beste Spiel, um Menschen die Ungerechtigkeit unserer Reichtumsverteilung klarzumachen, ist und bleibt Monopoly...

    2 Leser-Empfehlungen
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    • chri.s
    • 30.03.2013 um 21:21 Uhr

    wird für den armen arbeiter am anfang ein fingerschnipsen nur mit einem verächtlichen blick belohnt wird dieses fingerschnipsen (als metapher, natürlich), wenn man es schafft sich über eine gewisse zeit (oder mehrere generationen) hoch zu arbeiten mit immer höheren geldsummen belohnt. das verlangt natürlich eifer und entsprechende konsequenz.

    dies zeichnet die geschichte, gerade der letzten 500 jahre, auch sehr gut nach. Monopoly spricht darin Bände, bringt ein einfaches Haus am Anfang gerade so viel, dass man seine Ausrutscher im Würfeln wieder wett machen kann bringt das letzte der 4 Häuser an der richtigen Stelle so viel, dass ein Kontrahent direkt aus dem Spiel gefegt werden kann. Trotzdem ist der Kapitalismus das einzige Wirtschaftssystem, das mit dem Menschen funktioniert - weil es wie der Mensch funktioniert. Ist schade, nur leider genau so, der Mensch ist Natur, und die Natur hat eben diese Regeln. Nicht aufgestellt, aber sie praktiziert sie. Dieses Spiel um "den sozialsten" kann man in der westlichen Hemisphäre auch nur so lange leben, wie die unsozialen soviel Überschuss produzieren, dass die sog. sozialen (oft genug auch aus verstecktem Eigennutz, in wie fern auch immer) auch zu einer gewissen Stärke kommen.

    Beispiel aus der Geschichte: Athen wäre nie zur Metropolis geworden, hätte Sparta nicht über die Menschlichkeit gegenüber dem Menschlich unmenschlichen gewacht.

    LG und schöne Ostern

    • chri.s
    • 30.03.2013 um 21:21 Uhr

    wird für den armen arbeiter am anfang ein fingerschnipsen nur mit einem verächtlichen blick belohnt wird dieses fingerschnipsen (als metapher, natürlich), wenn man es schafft sich über eine gewisse zeit (oder mehrere generationen) hoch zu arbeiten mit immer höheren geldsummen belohnt. das verlangt natürlich eifer und entsprechende konsequenz.

    dies zeichnet die geschichte, gerade der letzten 500 jahre, auch sehr gut nach. Monopoly spricht darin Bände, bringt ein einfaches Haus am Anfang gerade so viel, dass man seine Ausrutscher im Würfeln wieder wett machen kann bringt das letzte der 4 Häuser an der richtigen Stelle so viel, dass ein Kontrahent direkt aus dem Spiel gefegt werden kann. Trotzdem ist der Kapitalismus das einzige Wirtschaftssystem, das mit dem Menschen funktioniert - weil es wie der Mensch funktioniert. Ist schade, nur leider genau so, der Mensch ist Natur, und die Natur hat eben diese Regeln. Nicht aufgestellt, aber sie praktiziert sie. Dieses Spiel um "den sozialsten" kann man in der westlichen Hemisphäre auch nur so lange leben, wie die unsozialen soviel Überschuss produzieren, dass die sog. sozialen (oft genug auch aus verstecktem Eigennutz, in wie fern auch immer) auch zu einer gewissen Stärke kommen.

    Beispiel aus der Geschichte: Athen wäre nie zur Metropolis geworden, hätte Sparta nicht über die Menschlichkeit gegenüber dem Menschlich unmenschlichen gewacht.

    LG und schöne Ostern

    • chri.s
    • 30.03.2013 um 21:21 Uhr

    wird für den armen arbeiter am anfang ein fingerschnipsen nur mit einem verächtlichen blick belohnt wird dieses fingerschnipsen (als metapher, natürlich), wenn man es schafft sich über eine gewisse zeit (oder mehrere generationen) hoch zu arbeiten mit immer höheren geldsummen belohnt. das verlangt natürlich eifer und entsprechende konsequenz.

    dies zeichnet die geschichte, gerade der letzten 500 jahre, auch sehr gut nach. Monopoly spricht darin Bände, bringt ein einfaches Haus am Anfang gerade so viel, dass man seine Ausrutscher im Würfeln wieder wett machen kann bringt das letzte der 4 Häuser an der richtigen Stelle so viel, dass ein Kontrahent direkt aus dem Spiel gefegt werden kann. Trotzdem ist der Kapitalismus das einzige Wirtschaftssystem, das mit dem Menschen funktioniert - weil es wie der Mensch funktioniert. Ist schade, nur leider genau so, der Mensch ist Natur, und die Natur hat eben diese Regeln. Nicht aufgestellt, aber sie praktiziert sie. Dieses Spiel um "den sozialsten" kann man in der westlichen Hemisphäre auch nur so lange leben, wie die unsozialen soviel Überschuss produzieren, dass die sog. sozialen (oft genug auch aus verstecktem Eigennutz, in wie fern auch immer) auch zu einer gewissen Stärke kommen.

    Beispiel aus der Geschichte: Athen wäre nie zur Metropolis geworden, hätte Sparta nicht über die Menschlichkeit gegenüber dem Menschlich unmenschlichen gewacht.

    LG und schöne Ostern

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