Playstation 4Neue Konsolen bedeuten nicht gleich neue Games

Playstation 4, Xbox 720: Neue Technik verheißt neue Spiele. Mehr Power führt aber nicht zu neuen Ideen, die Hersteller sollten also auch nicht so tun, findet Jan Bojaryn. von Jan Bojaryn

Andrew House von Sony bei der Werbeveranstaltung zur Playstation 4 im Februar

Andrew House von Sony bei der Werbeveranstaltung zur Playstation 4 im Februar  |  © EMMANUEL DUNAND/AFP/Getty Images

In den kommenden Monaten stehen uns große Innovationen ins Haus, versprechen Sony und Microsoft. Denn Ende des Jahres werden sie neue Spielekonsolen in den Handel bringen. Und mehr Rechenleistung bedeutet fast zwingend neue Spielkonzepte, neue Interaktionsmöglichkeiten, irgendwie ganz andere Spiele, oder? Sony und Microsoft zumindest behaupten das.

Zum Beispiel Sony bei der Präsentation der Playstation 4 im Februar: Erst stellte sich ein renommierter Studiochef auf die Bühne und erklärte pauschal, dass mit der immensen Kraft der neuen Playstation ganz neue Games möglich würden. Dann aber war ein Spielausschnitt zu sehen, der sich bis auf schönere Grafik nicht wesentlich von bereits erhältlichen Titeln unterschied.

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Der Aufwand wird größer, die Budgets werden höher, die Grafik wird besser. Aber warum soll das bereits Innovation sein?

Kleine technische Verbesserungen zu revolutionären Umschwüngen zu verklären, ist auch abseits des Gamings eine verbreitete Werbestrategie. Seltsam aber ist, wie wenig Kritik von Spielern daran laut wird.

Die Playstation 4 etwa soll innovativ sein, weil sie enger mit sozialen Netzwerken verzahnt ist. Über Apps sollen die Spiele den Nutzer auf seinem Smartphone überall hin begleiten. Das klingt nett, aber auch nach Beiwerk, nicht nach einem integralen Spielbestandteil und schon gar nicht nach neuen Spielideen.

Am 21. Mai wird Microsoft seine neue Xbox präsentieren. Sehr wahrscheinlich, dass dann ähnliche Superlative zu hören und ähnliche Irritationen zu erwarten sind.

Hype und Lautstärke können kritisches Denken ersticken. Meisterhaft hat das Bungie vorgemacht. Das Studio ist in den Augen vieler Spieler eines der besten der Welt. Die Schöpfer der Egoshooter-Serie Halo haben sich jahrelang zurückgezogen, um etwas Neues, etwas Einzigartiges zu schaffen. Projekt Destiny aber entpuppte sich bei seiner großen Enthüllung als Egoshooter, der in einer fernen Zukunft spielt. Wie Halo.

Doch statt Kritik hagelte es ausführliche Aufsätze, die pflichtschuldig Bungies Werbebotschaften paraphrasierten. Enttäuschung taucht in der Vorberichterstattung ohnehin selten auf. Die gibt es höchstens, wenn das Produkt erschienen ist. Dabei lässt sich oft schon vorab erkennen, ob ein Spiel nur alte Themen und Ideen aufkocht.

Leserkommentare
  1. Da PS4 und die XBox720 technisch in etwa dem eines besseren MittelklassePCs ähnlich sind wird sich die innovationswelle die derzeit auf dem PC - möge sie ewig andauern!!! - stattfindet auch auf die beiden neuen Konsolen ausweiten.
    Wenn man weis was die neuen Konsolen wirklich können wird es auch was Neues kommen.
    Natürlich nicht am Anfang, da wird man auf Nummer Sicher gehen aber ich bin da durchaus optimistisch.

    2 Leserempfehlungen
  2. Jetzt, wenn die PS4 rauskommt, wird die PS3 etwas günstiger und es lohnt sich eher sie zu kaufen.

  3. sich schon seit Jahren ueber Ideenlose Spielkonzepte, auch von Seiten der Spieler , beschwert. Und vor allem immer wieder gleicher Aufreger ist es,daß oft nur auf Graphik gesetzt wird und weniger auf das Spielkonzept oder die Handlung, wenn wenigstens die Handlung in einigen Titeln mehr brignen wuerde. Schauen sie sich Far Cry 3 an, das ist gaehnend erzaehlt und daemlich inszeniert, es sieht einfach nur etwas besser aus , das wars...

    und vor kurzem gab es aus den Gaminggefilden die lustige Hypothese,daß man erst mit neuen Konsolen neue Konzepte wagen koenne, bzw neue Spielemarken erstellen , da man nicht an der Anknuepfung dann gebunden waere... ziemlich daemliche Idee..

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  4. Also ich bin mit den Hardwarespecs der PS4 nicht wirklich vertraut, würde aber meinen, dass die meisten Indie-Spiele, die es aktuell auf dem PC gibt, auch auf den Konsolen der aktuellen Generation laufen würden.
    Die Grafik ist doch leider eher soetwas wie eine Innovationsbremse, da ein Hauptkostenfaktor. Und je teurer ein Spiel wird, desto geringer darf auch das Ausfallrisiko sein.

    So wie ich es mitbekommen habe, sind doch die erweiterten Möglichkeiten der grafischen Darstellung das hauptsächliche Upgrade der PS4 gegenüber der PS3. Daher bin ich skeptisch inwieweit sich die Entwicklung für die PS4 für ein kleines Studio lohnen wird.

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    • porph
    • 30. April 2013 21:01 Uhr

    Warum warten viele Spieler sehnsüchtig auf neue Konsolen? Ich denke, die Antwort darauf wird viele erstmal verblüffen: weil sie gar nicht mit Konsolen spielen, sondern mit PCs.

    Okay, erklären wir das mal ein wenig: Wer sich schon ein bisschen länger mit Spielen beschäftigt hat, weiß, dass vor sagen wir mal, 15 oder 20 Jahren, die Entwicklung der Hardware immer der Entwicklung der Software hinterherhinkte. Die Spieledesigner haben also Spiele erschaffen, die man zum Zeitpunkt, als diese erschienen, gar nicht optimal spielen konnte, da die Technik einfach noch nicht soweit war. Mitte und Ende der 90er führte dies zu einem regelrechten Aufrüst-Wahn und auch die Übertakter/Modder-Szene unter den PC-Spielern nahm hier ihren Anfang (um die Spiele irgendwie doch mit allen Details zu spielen, wurde aus dem System herausgekitzelt, was nur so geht - praktisch ein Hobby für sich).

    Diese Zeiten sind allerdings seit längerem vorbei. Das liegt einfach daran, dass Spiele der Gegenwart vor allem für die jeweils aktuelle Konsolengeneration entwickelt werden. Außer vielleicht gerade zum Start einer solchen Generation hinken die Konsolen den PCs aber immer hoffnungslos hinterher, sprich: Wer einen halbwegs "aktuellen" PC hat, bekommt gar keine Spiele, die diesen richtig ausreizen. Jeder Mittelklasse-PC hat inzwischen Leistungsreserven, die aktuelle Konsolen alt aussehen lassen.

    (Teil 2 folgt)

    • porph
    • 30. April 2013 21:01 Uhr

    Nun könnte man sagen: Ist doch super, dann muss man sich also keinen neuen PC kaufen um die aktuellen Spiele zu spielen. Ja klar, das stimmt auch soweit - aber die Kehrseite der Medaille ist eine Stagnation was die technische Entwicklungsstufe von Spielen angeht. Da man ja auf die seit vielen Jahren veralteten Konsolen Rücksicht nehmen muss, sind die Spiele aus technischer Hinsicht verdammt unambitioniert geworden.

    Der Artikel wirft das Argument auf, dass gute Spiele nicht unbedingt beeindruckende Technik nutzen müssen, um gut zu sein. Das ist richtig. Es trifft aber nicht den Kern der Sache: Klar gibt es Spielprinzipien, die einfach gut sind und per se Spaß machen. Das zeigen z.B. viele Indie-Games. Aber in der Vergangenheit lebten Spiele auch immer von den technischen Möglichkeiten. Dabei geht es nicht nur um die Grafik (auch wenn das der am einfachsten zu verstehende Aspekt ist), sondern auch um solche Dinge wie Komplexität der Spielwelt, Physik, und KI (künstliche Intelligenz).

    Klar gibt es auch heute toll aussehende Spiele - aber dafür wird dann eben an anderen Aspekten gespart. Die Komplexität der Spielwelt wird verringert. man hat das Gefühl, keine echte simulierte Welt zu erleben, sondern Papp-Fassaden wie in einer Disney-Westernstadt - sieht schön aus, aber nur, wenn man dahin guckt, wo man hingucken soll, und die KI ist auch bei modernen Spielen oft lächerlich.

    Es gibt also immer gute Gründe, neue Konsolen zu begrüßen - und das vor allem als PC Spieler!

    2 Leserempfehlungen
  5. Wer auch immer er sein mag, er erzählt Unsinn.

    Niemand behauptet, das Rad würde neu erfunden werden und auch sind es nicht die Hersteller, die das großmundig behaupten. Selbstverständlich bieten schnellere CPU und GPU, bzw APU und mehr RAM mehr Möglichkeiten, aber es liegt an den Entwicklern, diese zu erkennen und zu nutzen. Und das werden sie.

    Zitat: "Die Playstation 4 etwa soll innovativ sein, weil sie enger mit sozialen Netzwerken verzahnt ist."

    Schuster bleib bei deinen Leisten. Das dieser von Ahnungslosigkeit triefende Artikel bei einem renommierten Blatt zu lesen ist, veranlasst mich den Rat zu geben, sich von diesem Themengebiet fernzuhalten.

    Bei SCE hat sich vor einigen Jahren ein Wandel vollzogen und aus diesem trat die PS4 hervor - sozusagen. Sie ist deshalb "innovativ", weil sie ganz darauf ausgelegt ist, das Programmieren und Portieren von Software erheblich zu erleichtern. Das Hardwaredesign ist effizienter und in ihrer Gesamtstruktur um ein vielfaches Leistungsfähiger, als die Vorgängergeneration und kann locker mit Mittelklasse - HighEnd PCs mithalten.

    Videospiele leben nicht von Innovation. Es ist einer der unwichtigsten Faktoren. Ein Unding, dass dieser Trugschluss immer wieder vorgebetet wird. Ein Spiel braucht Abwechslung, Herausforderung, selbst eine gute Story kann zuträglicher sein. Kurz: ein immersives Spielerlebnis. Also soll dieser Jan Werauchimmer nicht so tun, als ob seine Definition von "Erneuerung" das Allheilmittel der Videospiele sei.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich dachte schon, hier gibt es nur 3DS besitzende Väter, die sich für ach so innovativ halten, weil sie auf dem großen TV schon lange nicht mehr HALO spielen dürfen. Selten so viel Mist auf ZEIT ONLINE gelesen wie in diesem Artikel hier.

    So ein Quark. Ihre Kriterien sind handwerkliche Forderungen, welche selbstverständlich sind. Ohne Innovation würden Sie aber heute nur bessere Storys von Pillenexzessen in Geisterlabyrinthen spielen können. Und sofern Ihre Spielebibliothek nicht ausschliesslich auf Pac-Man Clones besteht, haben Sie Sich damit schon selber widersprochen.

    Neue Hardware = innovative, neue Spiele ist reines Marketinggeblubber. Auf hochauflösenderem Drucker entstehen auch nicht automatisch bessere Bücher.

    Sie schreiben:

    Sie ist deshalb "innovativ", weil sie ganz darauf ausgelegt ist, das Programmieren und Portieren von Software erheblich zu erleichtern.

    Zitatende.

    Es sollen also auch Programme im Sinne von Apps durch "jedermann" über den Shop vertrieben werden können.

    Wenn das so wäre, könnte man ja doch mit innovativen Konzepten rechnen.
    Allerdings auch mit vielen Versionen von trashigen Moorhuhnkopien.

  6. 8. Danke

    Ich dachte schon, hier gibt es nur 3DS besitzende Väter, die sich für ach so innovativ halten, weil sie auf dem großen TV schon lange nicht mehr HALO spielen dürfen. Selten so viel Mist auf ZEIT ONLINE gelesen wie in diesem Artikel hier.

    Antwort auf "Jan Wer?"

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  • Schlagworte Microsoft | Sony | Blockbuster | Grafik | Hollywood | Innovation
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