App-Test "Dots"Punkt, Punkt, Strich – fertig ist der Spielehit

Ein paar bunte Punkte verbinden, mehr muss man bei dem Spiel "Dots" nicht tun. Klingt simpel, ist aber höllisch schwer. Und genau deswegen so großartig. von 

Dots, ein Spiel für iPhone und iPad

Dots, ein Spiel für iPhone und iPad  |  © Kai Biermann/ZEIT ONLINE

Gute Spiele sind auf Anhieb verständlich und trotzdem so komplex, dass sie lange fesseln. Dots – A Game About Connecting könnte simpler nicht sein: Die einzige Aufgabe besteht darin, in einer Matrix aus acht mal acht Punkten möglichst viele Punkte einer Farbe durch eine Linie miteinander zu verbinden: hoch, runter, rechts, links. Diagonal geht nicht. Fünf Farben gibt es insgesamt. Die vernetzten Punkte verschwinden daraufhin und neue erscheinen, in anderer Farbkombination.

Muster erkennen, schnell mit dem Finger wischen, nächstes Punktemuster suchen, wiederholen – das ist das ganze Spiel. 60 Sekunden dauert eine Runde und je mehr Dots mit einer Linie verbunden werden, desto mehr Punkte gibt es. Am meisten lassen sich sammeln, werden Dots zu Vierecken verbunden. Anfänger schaffen 90 oder 100 Punkte und sind dabei durchaus angestrengt. Profis machen 700 und mehr.

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Genau das Richtige, um zwischendurch auf der Toilette oder in der Bahn mal schnell ein paar Runden zu spielen. Allerdings ist das so fesselnd, dass man schnell auch mal seine Station verpasst. Bis man irgendwann aus der Trance erwacht und feststellt, wie erschöpfend es ist, sich so zu konzentrieren.

Dots erschien Anfang Mai im iTunes-Store, schnell wurde es zu einer der am häufigsten heruntergeladenen Apps. Nach vier Tagen verzeichnete es bereits eine Million Downloads.

iPad-Version und Multiplayer schnell nachgereicht

Das Game ist nicht nur gut, es kostet auch nichts, zumindest nicht am Anfang. Die Entwickler setzen auf den Suchtfaktor, um Geld zu verdienen. Denn die Spieler können ein paar nützliche Hilfsmittel erstehen. Drei "Superkräfte" gibt es: Time Stops hält die Uhr für fünf Sekunden an, damit man etwas länger spielen kann. Shrinker lässt einen einzelnen Punkt verschwinden und mit Expander lassen sich alle Punkte einer Farbe löschen.

Kai Biermann
Kai Biermann

Kai Biermann ist Redakteur im Team Investigativ/Daten bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Diese hilfreichen Fähigkeiten kann man sich erspielen, was natürlich etwas dauert. Oder sie lassen sich als In-App-Kauf erstehen, was schnell geht. Als Geschäftsmodell funktioniert das offenbar. Was sich daran zeigt, dass die Entwickler den Preis für die Shrinker vor Kurzem verdoppelt haben.

Hinter Dots stehen keine Anfänger, entwickelt wurde das Spiel von Betaworks – ein Porträt der Firma im Magazin Los Angeles Wave findet sich hier. Das Entwicklerstudio hat bisher vor allem Anwendungen gebaut, um das Lesen und Teilen im Netz zu erleichtern: Instapaper ist von ihnen und auch Digg, das Netzinhalte sammelt und in Abhängigkeit von der Nutzerbewertung darstellt. Gerade vorgestellt wurde Giphy, eine Suchmaschine für animierte Dateien im Format GIF.

Den Hype um Dots hat Betaworks schnell genutzt und inzwischen eine Version fürs iPad nachgereicht und eine, bei der mit mehreren Geräten gegeneinander gespielt werden kann. Die Macher hören auf ihre Fans – und haben daher auch die Farben der Punkte verändert, damit Farbenblinde es spielen können.

Fehlt nur noch eine Version für Android. Die soll bald kommen.

Korrektur: Instapaper und Digg wurden von Betaworks gekauft, nicht entwickelt.

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Leserkommentare
  1. Und dann hoffentlich bald auch WindowsPhone.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mir ging es ähnlich, als ich WhatsApp für mein Samsung Wave haben wollte. Ich unterzeichnete sogar eine Petition und schrieb die ein oder andere (nette!) E-Mail and die Entwickler. Immer die gleiche Standardantwort. "Eine Version für Bada ist nicht geplant".
    Ja, gut. Das ging dann so lange so, bis ich Geburtstag hatte und ein neues Handy bekam. Android. Und jetzt ist es mir egal.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

    • Lyaran
    • 31. Mai 2013 20:08 Uhr

    kann man sich an Pandoodle probieren. Ebenfalls genial und für WP kostenlos. IPhone Besitzer müssen einen kleinen Betrag zahlen.

  2. ...sondern von Marco Arment. Dieser hat es vor wenigen Wochen an Betaworks verkauft. Wenigstens eine neue Version von Instapaper (die es bisher nicht gibt) sollte man abwarten, bevor man "Instapaper ist von ihnen" schreibt ;)

  3. Ist übrigens überhaupt nicht gelungen.
    Völlig unverständlich, wie man ein so grosses display mit so kleinen punkten verschandeln kann!!

    • JMgge
    • 02. Juni 2013 16:13 Uhr

    Dots besticht zum einen durch ein einfaches und flaches - somit hübsches Design, es führt auch zu optischen Täuschungen. einfach mal zehn Minuten pausenlos spielen und um sich gucken.

    • Stefko
    • 03. Juni 2013 7:35 Uhr

    Die iPad-Version wurde zwischenzeitlich (leider) aktualisiert. Zuvor (als der Artikel verfasst wurde) nutzte sie tatsächlich den kompletten Bildschirm.

    via ZEIT ONLINE plus App

  4. Dachte ich mir doch, dass mir das bekannt vorkommt.

    Leicht abgewandelte Version des 1985 rausgekommenen "Samegame"s. Hoffentlich bezeichnet niemand das Spiel als "revolutionär"...

  5. Mir ging es ähnlich, als ich WhatsApp für mein Samsung Wave haben wollte. Ich unterzeichnete sogar eine Petition und schrieb die ein oder andere (nette!) E-Mail and die Entwickler. Immer die gleiche Standardantwort. "Eine Version für Bada ist nicht geplant".
    Ja, gut. Das ging dann so lange so, bis ich Geburtstag hatte und ein neues Handy bekam. Android. Und jetzt ist es mir egal.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Android | Apps | Download | Suchmaschine | iPad
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