Xbox OneDie Konsole, die auch Spiele kann

Xbox One heißt die neue Spielkonsole von Microsoft. Das Gerät soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und einen zentralen Platz im Wohnzimmer einnehmen. von 

Die Xbox One während der Präsentation

Die Xbox One während der Präsentation  |  © Nick Adams/Reuters

Heißt sie nun Infinity, Fusion, Durango oder 720? Über den Namen von Microsofts neuer Spielkonsole, Nachfolgerin der acht Jahre alten Xbox 360, spekulierten Aficionados schon länger. Nun heißt sie einfach Xbox One und soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Nach der vor einigen Wochen vorgestellten PlayStation 4 von Sony und der seit Winter erhältlichen Nintendo Wii U komplettiert sie die achte Generation der Konsolen. 

Videospiele sind allerdings nur ein Teil der Xbox-One-Medienangebots. Schon zur Eröffnung der einstündigen Vorstellung war Xbox-Chef Don Mattrick darauf bedacht, von "Spielen und Entertainment" zu sprechen. Das Wohnzimmer habe sich in den vergangenen Jahren durch eine Vielzahl an neuen Geräten und Möglichkeiten verändert, sagte Mattrick. Die Herausforderung sei es deshalb, "fragmentierte Angebote zu vereinen."

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Die Xbox One bietet All-in-One

Wie das gehen soll, demonstrierte Mattrick den Zuschauern am Objekt. Die Xbox One kann sowohl über Sprache als auch über Gesten bedient werden. Einfache Befehle ermöglichen ein schnelles Umschalten zwischen den Angeboten, zwischen Spielen und Musik, zwischen Videos und – dem aktuellen Fernsehprogramm: Die Xbox One kann auch darauf zugreifen. Über die Sprachsteuerung lassen sich Kanäle umschalten oder Programmhinweise einblenden, über Gesten können die Nutzer Filme minimieren und Texte scrollen.

Zudem unterstützt die neue Konsole Multitasking: Neben Fernsehsendungen, Filmen oder Spielen können die Nutzer sich in einer Seitenspalte weitere Inhalte anzeigen lassen, im Netz surfen oder über Skype mit Freunden einen Videochat starten. Die Oberfläche erinnert prinzipiell an die der Xbox 360, die Reaktionszeit beim Umschalten der Anwendungen war in der Präsentation erstaunlich kurz.

Microsofts Anspruch ist klar: Die Xbox One soll keine Spielkonsole mehr sein, sondern ein Komplettpaket, das sowohl Videospiele als auch die Angebote sogenannter Set-Top-Boxen vereint. Damit positioniert sich die Xbox nicht nur als Konkurrentin zur PlayStation und Nintendo Wii, sondern auch als Konkurrentin zu AppleTV, GoogleTV, Roku und so genannten SmartTVs. Statt des Fernsehers sollen die Nutzer künftig zuerst die Xbox  einschalten; sie soll die Multimedia-Schaltstelle bilden. Auf Twitter fragten viele Keynote-Zuschauer, ob die Xbox One denn überhaupt noch eine Spielkonsole sei.


Microsoft produziert bald auch TV-Inhalte

Der Schritt von Microsoft ist nachvollziehbar. Nicht nur werben Smartphones und Tablets den Konsolen die Spieler ab. Wie Microsoft zu Beginn des Jahres verriet, haben die TV-, Musik- und Fitnessinhalte der Xbox inzwischen auch die Nutzungszeit von Games überholt. Die Xbox One soll, anders als die Vorgänger, schon von Anfang an auch Nicht-Spieler ansprechen.

Deshalb plant Microsoft eigene Entertainment-Angebote. Zu Beginn des Jahres eröffnete man ein Studio in Los Angeles. Das Unternehmen möchte für die kommende Version des Xbox-Live-Service eigene Inhalte schaffen und damit dem Trend von Video-on-Demand-Anbietern wie Netflix, Hulu und Amazon folgen. Regisseur Steven Spielberg soll bereits an einer exklusiven TV-Serie auf Basis des Xbox-Spiels Halo arbeiten, die interaktive Elemente enthält.

Wie genau das Modell der Xbox-Dienste künftig aussieht, sagte Microsoft nicht. Anders als Sony verlangt Microsoft für viele Multiplayer-Spiele und Medieninhalte ein kostenpflichtiges Abonnement auf Basis sogenannter "Microsoft Points", die Nutzer zunächst erwerben müssen. Vergangene Woche verdichteten sich die Gerüchte, dass Microsoft dieses Punktesystem in ein klassisches Bezahlmodell umwandeln könnte. So oder so dürfte relativ sicher sein, dass Premium-Inhalte auch auf der neuen Xbox weiterhin bezahlpflichtig sind.

Leserkommentare
  1. Gefühlte 2/3 der Features die dort gezeigt wurden, intelligenter TV Guide, Football-Statistiken, eigene Halo-Serie, Netflix usw. sind für Märkte außerhalb der USA komplett uninteressant. Generell wirkte die Präsentation so, als ob wirklich nur Amerika im Blick ist: Football hier, Baseball da, dazu noch eine Patriotenträne bei Call of Duty. Ich bin sehr skeptisch, ob die durchaus spannenden Funktionen, wie z.B. die TV-Verwaltung und Sprachsteuerung jenseits des Atlantiks auch so gut funktionieren werden. Wenn man MS kennt, darf man skeptisch sein.

    7 Leserempfehlungen
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    • einmer
    • 22. Mai 2013 6:21 Uhr

    wenn ihnen diese funktionen so wichtig sind, schlage ich ihnen diese website vor: www.uscis.gov

    sollten sie sich unter schmerzen vielleicht, eventuell, damit abfinden koennen dass eine us firma hauptsaechlich den us markt focussiert u damit den hauptteil der kunden zufriedenstellen koennte, gratuliere ich ihnen.

    sie schaffen es bestimmt auch durchs leben ohne xbox one's features.
    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

  2. Ich kann den Weg verstehen Kunden durch ein All-In-One Gerät abgreifen zu wollen. Die Konkurrenz wächst im Konsolenmarkt, Playsation 4, Ouya, Oculus Rift , Steam Box, Nividia Shield. Da schlägt einiges ein im Spielemarktplatz. Für mich wären diese Features bequemlichkeiten die nett zu haben sind aber wohl nie benutzt werden. Ich will meine Konsole um Videospiele zu konsumieren und das wird hier einfach in den Hintergrund gerückt. Es wird sicher noch vieles in der E3 präsentiert weshalb ich hier mal nicht zu vorschnell urteilen möchte. Der eingeschlagene Weg ist verständlich mich verschlägt es dadurch aber mehr zur Konkurrenz die sich primär um die Spiele kümmert.

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    • xyks
    • 22. Mai 2013 2:28 Uhr

    Verständlich wäre es gewesen wenn Microsoft das Team von Occulus Rift gekauft hätte. Die Konsole noch einmal (mit einem Teaser was sie vor haben) nach hinten geschoben hätte und in Kombination Kinect und Occulus Rift wirklich eine maßgeblich innovative Generation präsentiert hätte. Leider haben die Anzüge bei MS wohl kein Auge für Technik und waren nur geil auf die Wachstumszahlen im Web TV Markt und auf die Wii-Casual Spieler. Sie sind nunmal er nicht die einzigen Anbieter solcher Smart TV-Dienste. MS hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, dass es mittlerweile darum geht den gesättigten Konsolenmarkt für sich zu entscheiden und nicht darum um Biegen und Brechen eine möglichst große Gruppen Nutzern zu erreichen. Das machen andere Produkte und Konsolen werden zum Spielen gekauft...

  3. für 400-600€ mal wieder aufrüsten und hab üblicherweise mehr Power als die dann neue, teils gar noch teurere (Next-)Next-Gen-Konsole.
    Von den wesentlich mehr und komfortableren Features mal ganz zu schweigen. :)

    4 Leserempfehlungen
    • _
    • 22. Mai 2013 1:06 Uhr

    Der gleiche Prozess hat vor ein paar Jahren mit Handys stattgefunden. Plötzlich können sie alles, auch noch Telefon.

    3 Leserempfehlungen
    • xyks
    • 22. Mai 2013 2:12 Uhr

    Als Spieler muss ich sagen das ich doch sehr unbegeistert von der Pressekonferenz war. Der Fokus der One scheint eher auf einem Multimedia System zu liegen als darauf eine Spielkonsole zu sein. Deshalb kaufe ich ,als Spieler, aber eine Konsole; zum spielen. Die Smart TV Funktionen sind bald serienmäßig in modernen Fernsehern verbaut. Momentan wird Online Video in den USA zwar noch hauptsächlich über Konsolen konsumiert, doch ab dem Moment in dem die neue TV-Generation den Nutzermarkt durchdrungen hat, laufen diese Funktionen von One Gefahr substituiert zu werden. Sony hat eine Spiel-Konsole beworben und versprochen die Konsole entwicklerfreundlich zu gestalten um bestmögliche Spielerlebnisse zu garantieren.Ihr Fokus liegt auf dem Kern ihrer Kundschaft ,dem Core Gamer.

    Und was bekamen wir, als Core Gamer, bei der Präsentation der One? Activision CEO Hirschberg, der COD Ghost folgendermaßen vorstellt: "Wir hätten Call of Duty: Modern Warfare 4 machen können. Das wäre die sichere Option gewesen. Wir wollten aber nicht auf Nummer sicher gehen und was Neues machen. Deshalb entwickeln wir jetzt Call of Duty: Ghost." Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen. Und was ist die bahnbrechende Innovation? Ein Hundebegleiter , der so detaillierte Texturen hat , dass man sein Tatoo im Ohr sieht. Riesending...

    Dazu kommt noch das die ganzen Dienste in D nicht verfügbar sind und dass das neue Kinect Datenschützer auf die Palme bringen wird. Mal sehen was die E3 für MS noch retten kann...

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    • Rend
    • 22. Mai 2013 11:57 Uhr

    Sie zitieren mich gerade im Wortlaut genau aus einem Gespräch mit meinem Kollegen gestern Abend. Irgendwie schön, zu sehen, dass nicht nur ich mit den Augen rollen musste.

  4. daß Microsoft wohl eine Gebuehr fuer Gebrauchtspiele erheben will,bevor sie zugaenglich gemacht werden. Soll heißen man bezahlt um das Spiel auf der Festplatte installieren und spielen zu koennen,Da es Accountgebunden sein wird, also auch nichts mehr mit "Ich leih mir maln Spiel von nem Kumpel" oder aus der Videothek am Wochenende... mal gespannt.

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    • xyks
    • 22. Mai 2013 2:28 Uhr

    Verständlich wäre es gewesen wenn Microsoft das Team von Occulus Rift gekauft hätte. Die Konsole noch einmal (mit einem Teaser was sie vor haben) nach hinten geschoben hätte und in Kombination Kinect und Occulus Rift wirklich eine maßgeblich innovative Generation präsentiert hätte. Leider haben die Anzüge bei MS wohl kein Auge für Technik und waren nur geil auf die Wachstumszahlen im Web TV Markt und auf die Wii-Casual Spieler. Sie sind nunmal er nicht die einzigen Anbieter solcher Smart TV-Dienste. MS hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, dass es mittlerweile darum geht den gesättigten Konsolenmarkt für sich zu entscheiden und nicht darum um Biegen und Brechen eine möglichst große Gruppen Nutzern zu erreichen. Das machen andere Produkte und Konsolen werden zum Spielen gekauft...

    Eine Leserempfehlung
    • xyks
    • 22. Mai 2013 2:29 Uhr

    Nochmal was ganz anderes: Die Sony-Aktie ist seit der Xbox-Präsentation um fast 10% gestiegen.

    3 Leserempfehlungen
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    Ich fand das auch sehr erheiternd, leider stellt sich dieser Zusammenhang aber als Luftnummer heraus.

    Genau zeitgleich mit dem Start der Präsentation hatte nikkei.com (großer japanischer Wirtschaftsnachrichtendienst) nämlich gemeldet, dass der Sony-Vorstand den Vorschlag eines seiner größten Investoren prüfen wird, 20% der Musik- und Filmsparte zu verkaufen, in der Hoffnung auch auf einen steigenden Börsenkurs.

    Der XBox-Reveal mag vielleicht einen Teil beigesteuert haben, aber für den Finanzmarkt ist o.g. Meldung sicher viel bedeutender.

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  • Schlagworte Microsoft | Sony | Nintendo | Bewegungssteuerung | Xbox | Los Angeles
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