Sid Meiers Ace PatrolLuftkampf auf dem iPhone

Rundenbasierte Strategiespiele gelten als Genre nur für den PC und für alte Gamer. Sid Meier beweist mit dem Weltkriegs-Game "Ace Patrol" für iOS, dass das nicht stimmt. von 

Szene aus "Ace Patrol": Die Luftkämpfe sind animiert.

Szene aus "Ace Patrol": Die Luftkämpfe sind animiert.  |  © 2K / Screenshot ZEIT ONLINE

Krieg spielen macht Spaß. Klingt schlimm, ist aber so, sonst gäbe es nicht so viele Computerkriegsspiele. Ace Patrol ist da keine Ausnahme. Sid Meier hat es sich ausgedacht, einer der wohl einflussreichsten Gamedesigner. Ace Patrol ist für Mobilgeräte konzipiert, es ist rundenbasiert und ein Strategiespiel. Eine, vorsichtig gesagt, ungewöhnliche Mischung.

Das Genre der rundenbasierten Strategiespiele, in denen jeder der Gegner einen lang überlegten Zug macht und dann auf den Zug des anderen wartet, ist eigentlich nahezu tot. Dank schneller Grafikkarten und actionhungriger Spieler sind Echtzeit-Games längst viel populärer. Sid Meier aber will von diesem Spielkonzept nicht lassen und zeigt mit seinem neuen Game, dass doch noch einiges in solchen Strategiespielen steckt.

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Meier ist vor allem mit Civilization bekannt geworden. Das gibt es noch immer, seit einiger Zeit auch in einer durchaus gelungenen mobilen Version namens Civilization Revolution. Angefangen aber hat er in den achtziger Jahren mit Flugsimulatoren wie Gunship. Beides hat Meier nun bei Ace Patrol verbunden und damit ein rein mobiles Strategiespiel entwickelt.

Der Spieler steuert eine kleine Staffel von Jagdfliegern im Ersten Weltkrieg und schiebt die Flugzeuge über die üblichen Hexagone, um Fesselballons und gegnerische Jäger abzuschießen. Nichts daran ist sonderlich neu, wären da nicht die komplexen Flugmanöver, die in dem Game möglich sind. Nach einigen Luftsiegen und etwas Training können die Piloten rollen, stürzen, seitwärts gleiten, sie fliegen Loopings, Schrauben und Immelmann-Kurven. 

Dank dieser Idee und der leicht zu bedienenden Umsetzung besteht die Strategie in dem Spiel vor allem aus der Planung der nächsten Rolle und des kommenden Loopings, um sich in einer günstige Position zu bringen. Damit ist der Einstieg so simpel wie bei Casual Games. Niemand muss Technologiebäume oder Wirtschaftskreisläufe studieren, das Game erschließt sich sofort.

Kai Biermann
Kai Biermann

Kai Biermann ist Redakteur im Team Investigativ/Daten bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Das Umkurven und Taktieren in der Luft wird allerdings schnell zur herrlich komplexen Aufgabe. Ein Tipp auf den falschen Pfeil, und der sich eben noch in todsicherer Position befindende Jäger hat plötzlich zwei Gegner hinter und damit den sicheren Absturz vor sich. Wie entscheidend diese Manöver sind, merkt man spätestens dann, wenn man einen unerfahrenen Piloten gegen eines der Asse antreten lässt: Ohne Trudeln oder Schiebekurve hat der Neuling keine Chance.

Das entspricht durchaus der historischen Realität. Im Ersten Weltkrieg lebten Jagdpiloten nicht lange. Nach wenigen Wochen Flugausbildung wurden sie an die Front geschickt, stiegen ohne Fallschirme in ihre Maschinen – weil die Armeeführungen fürchteten, sie wäre mit Fallschirm feige und würden bei erster Gelegenheit abspringen – und wurden kurz darauf abgeschossen.

Leserkommentare
  1. Bis zu diesem Begriff habe ich gelesen. Damit hat sich das Spiel für mich erledigt. Lieber einmal Geld ausgeben und dann ohne Einschränkungen spielen, solange und soviel man will, als an jeder Ecke neu vor der Entscheidung zu stehen, ob man nicht doch noch etwas Geld bezahlt.

  2. ...siehe den Kickstartererfolg von Battle Worlds: Kronos.
    Wie bei Andventure Games und Space Sims haben die Moneymen einfach beschlossen das rundenbasierende Strategiespiele niemand wer will ohne den Kunden zu fragen.

    Und nur "für alte Gamer"?
    Das nehme ich persönlich Herr Biermann :-)

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