Xbox OneMicrosoft sendet Signal der Versöhnung

Nach harscher Kritik von Gamern und Sonys Vorstellung der Playstation 4 baut Microsoft seine Xbox One noch einmal um – ganz im Sinne der Spieler. von 

Games-Messe E3

Messestände für Sonys Playstation 4 und Microsofts Xbox One auf Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles  |  © ROBYN BECK/AFP/Getty Images

Der Ausdruck Xbox 180 geistert derzeit durchs Netz. Eine solche gibt es natürlich nicht, der Nachfolger der bisherigen Xbox 360 heißt offiziell Xbox One. Aber Microsoft hat nach Kritik der Fans bei den Funktionen der neuen Konsole eine 180-Grad-Wende vollzogen. Daher der neue Spitzname.

Was sich im Vergleich zu vorangegangenen Ankündigungen ändern wird, hat Microsoft in einem Blogpost klargestellt. Zum einen soll es nun doch keinen Onlinezwang geben. Das bedeutet, nach einer erst- und einmaligen Onlineanmeldung werden Offlinespiele wirklich offline spielbar sein. Zuvor hatte es geheißen, Gamer müssten sich alle 24 Stunden erneut online anmelden, um spielen zu können.

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Auch per Download gekaufte Games sollen nun ohne Internetverbindung funktionieren – sowie es bei der Xbox 360 auch ist.

Des Weiteren soll es möglich sein, gebrauchte Spiele auf physischen Datenträgern zu verleihen, zu verschenken oder weiterzuverkaufen – wenn sie als Blu-ray-Disc gekauft wurden. Ursprünglich wollte Microsoft es dem Publisher des jeweiligen Spiels überlassen, diese Möglichkeit einzuräumen oder eben nicht. Davon rückt das Unternehmen nun ab.

Und der vierte Punkt, der verändert wird: Es soll keine regionalen Einschränkungen geben. Spiele für die Xbox One werden auf jedem Gerät funktionieren, egal ob es in Japan, Europa, Nord- oder Südamerika gekauft wurde.

Patrick Beuth
Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

All das ist eine Reaktion auf den teils heftigen Protest an Microsofts ursprünglichen Plänen. Für seine Kehrtwende in diesen Punkten – die Xbox One soll im November in den Handel kommen und 499 Euro kosten – gibt es für das Unternehmen nun Lob und Anerkennung in den einschlägigen Blogs und Foren.

Ein wichtiger Grund, auf die Wünsche der Nutzer einzugehen, dürfte Sonys Vorstellung der Playstation 4 gewesen sein. Hier wird es ebenfalls keine Einschränkungen geben, wenn es um die Weitergabe von Spielen geht,  auch einen Onlinezwang kennt die Playstation 4  nicht. Außerdem wird sie 100 Euro weniger kosten, wenn auch ohne Kamera und ohne das für Multiplayer-Onlinegames zwingende Abonnement von Playstation Plus.

Chris Velazco vom Technikblog TechCrunch drückt es so aus: "All Sony had to do to endear itself to legions of eager gamers at E3 was to point out just how un-Microsoft it was by sticking to a more traditional (read: hands-off) approach to managing how people play games." Übersetzt: Alles, was Sony bei der Gamesmesse E3 tun musste, um sich bei Legionen eifriger Gamer einzuschmeicheln, war zu betonen, wie anders als Microsoft man sei. Einfach indem man einen traditionelleren Ansatz (sprich: keine Einmischung) wählte, das Spielverhalten der Menschen zu steuern.

Zwei Nachteile hat die 180-Grad-Wende: Entgegen den früheren Plänen von Microsoft wird es nicht möglich sein, per Download gekaufte Spiele zu verleihen oder weiterzuverkaufen. Und um ein Spiel auf Blu-ray zu spielen, muss die Disc im Gerät liegen. Es wird nicht möglich sein, das Game auf die Festplatte zu ziehen und von dort zu starten.

Leserkommentare
  1. und wieso eine Konsole zur Aktivierung an das Internet angeschlossen werden muss verstehe ich auch nicht.

    Ich bin froh, den PC als Alternative zu haben.

    3 Leserempfehlungen
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    "Ich bin froh, den PC als Alternative zu haben."

    Der will allerdings auch erst mal über das Internet aktiviert werden. Und wenn Sie Pech haben, telefonieren dort die Spiele viel stärker nach Hause als auf einer Konsole. Warum? Weil sie es dort können.

    Ich bin ansonsten ganz bei Ihnen - eine Kamera-Mikro-Konsole käme mir nicht ins Wohnzimmer, und nach PRISM sowieso schon gar nicht mehr.

    Das blöde an der Kinect ist zudem, dass sie für die wenigsten Spiele ein geeignetes Eingabegerät darstellt und auch in Zukunft ein Gimmick bleiben wird, das nur für bestimmte Genres Sinn ergibt (Fitness-, Tanz- und Partyspiele z.B.).

    Wieso man dieses Gerät in die Standardausstattung aufnehmen und damit den Preis deutlich in die Höhe treiben musste, weiß wohl nur Microsoft selbst, nachgefragt wurde es von der bisherigen Kernzielgruppe jedenfalls nicht.
    Die Positionierung als Medienzentrale ist ebenfalls sehr gewagt, da quasi jedes neuere Fernsehgerät mittlerweile DLNA-, Netflix- und USB-Support mitbringt und auch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Mediengeräten üblicherweise recht "smart" funktioniert, sofern die Komponenten vom gleichen Hersteller kommen. Ganz davon abgesehen, dass außerhalb der USA 50% der beworbenen Features eh nicht funktionieren werden (hulu, amazon instant video, espn etc.).

    Die Funktionalitäten, die in der ersten Präsentation beworben wurden bekommt man üblicherweise mit kleinen medien-hubs um die 80-150€ hin, dafür braucht es keine xbox one. Und die Menge der Gamer, die diese Sachen nicht schon in der ein oder anderen Form (smart-tv, apple-tv, boxee, xbmc) zuhause stehen haben dürfte sich in Grenzen halten. Für den Rest ist das Mediencenter-Kinect-Erlebnisgedöns unnötiger Ballast, der die neue Konsole teurer als notwendig macht.

  2. "Ich bin froh, den PC als Alternative zu haben."

    Der will allerdings auch erst mal über das Internet aktiviert werden. Und wenn Sie Pech haben, telefonieren dort die Spiele viel stärker nach Hause als auf einer Konsole. Warum? Weil sie es dort können.

    Ich bin ansonsten ganz bei Ihnen - eine Kamera-Mikro-Konsole käme mir nicht ins Wohnzimmer, und nach PRISM sowieso schon gar nicht mehr.

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    Wenn das Spiel nicht gerade Dauer-Onlinezwang hat, dann blockt bei entsprechendem Befehl selbst die Windows-Firewall alles ab, was raus will.

  3. 3. 1...5

    Das blöde an der Kinect ist zudem, dass sie für die wenigsten Spiele ein geeignetes Eingabegerät darstellt und auch in Zukunft ein Gimmick bleiben wird, das nur für bestimmte Genres Sinn ergibt (Fitness-, Tanz- und Partyspiele z.B.).

    Wieso man dieses Gerät in die Standardausstattung aufnehmen und damit den Preis deutlich in die Höhe treiben musste, weiß wohl nur Microsoft selbst, nachgefragt wurde es von der bisherigen Kernzielgruppe jedenfalls nicht.
    Die Positionierung als Medienzentrale ist ebenfalls sehr gewagt, da quasi jedes neuere Fernsehgerät mittlerweile DLNA-, Netflix- und USB-Support mitbringt und auch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Mediengeräten üblicherweise recht "smart" funktioniert, sofern die Komponenten vom gleichen Hersteller kommen. Ganz davon abgesehen, dass außerhalb der USA 50% der beworbenen Features eh nicht funktionieren werden (hulu, amazon instant video, espn etc.).

    Die Funktionalitäten, die in der ersten Präsentation beworben wurden bekommt man üblicherweise mit kleinen medien-hubs um die 80-150€ hin, dafür braucht es keine xbox one. Und die Menge der Gamer, die diese Sachen nicht schon in der ein oder anderen Form (smart-tv, apple-tv, boxee, xbmc) zuhause stehen haben dürfte sich in Grenzen halten. Für den Rest ist das Mediencenter-Kinect-Erlebnisgedöns unnötiger Ballast, der die neue Konsole teurer als notwendig macht.

    Eine Leserempfehlung
  4. ...hat Sony die Kollegen von Microsoft ziehmlich dumm aussehen lassen.
    Alles was an der XBone falsch ist hat man bei der PS4 vermieden.
    Hier ein Video von Sony wie man gebrauchte PS4 Spiele weitergibt :-) :

    http://www.youtube.com/wa...

    Und wie im letzten Absatz geschrieben, nach der Xbone Präsentation hatte zumindest ich das Gefühl das die Konsole so nebenbei auch zum spielen verwendet werden kann und Microsoft den Glauben an Konsolenspiele(r) verloren hat.

    Übrigens war die ZO bisher sehr, sehr leise was die E3 angeht...

  5. Alles klar. Und die Welt ist eine Scheibe.
    Vielleicht meint MS das sogar ernst. Wenn aber die NSA kommt, haben sie keine Wahl und das Wohnzimmer wird mit High-Tech bis hin zum Pulsschlag überwacht.
    Einziges Gegenmittel: Konsole vom Strom trennen. Dann läuft die Totalüberwachung wenigstens nur bei der Nutzung.

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    • oxbox
    • 21. Juni 2013 13:09 Uhr

    Mal im ernst, kinect soll dich aufzeichen? Was ist mit den Handy oder nennt sie Smartphones mir egal.... Mach dir lieber Sorgen das NSA/FBI/BND auch die Cams remote einschallten kann, wie das Micro!!!

    Meinst du die Hersteller verbauen feste Akkus aus Spaß an der Freude?

  6. Und die Online-Pflicht war ja nur die Spitze des Eisberges. Der Rest bleibt noch immer bestehen. Ich bleib bei meinem HTPC (mit Wireless Tastatur&Maus, sowie Wireless XBox 360 Pad auf dem Osmanen umringt vom Heimkino) und rüste den dann nach längerer Zeit mal wieder auf. Da kann dann weder PS4, noch One gegen anstinken.

  7. Wenn das Spiel nicht gerade Dauer-Onlinezwang hat, dann blockt bei entsprechendem Befehl selbst die Windows-Firewall alles ab, was raus will.

  8. ...eine Blackbox im Wohnzimmer zu haben, die bei entsprechender Einstellung (Voreinstellung?) jedes Geräusch per Internet an zentrale Server sendet, selbst im Standby-Modus. So eine Xbox möchte ich nicht einmal geschenkt.

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  • Schlagworte Microsoft | Sony | Download | Xbox
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