Das Internet Archive verwendet das Programm JSMESS, das es via JavaScript erlaubt, Hunderte von alten Computersystemen im Browser zu emulieren und so historischen Originalcode wieder zum Laufen zu bringen. Das hat den Vorteil, dass keine weiteren Programme auf dem Rechner installiert werden müssen, um historische Computer-Software zu verwenden. Weil das Internet Archive die Spiele "streamt", man sie also nicht auf den eigenen Rechner lädt, verletzt man auch das Urheberrecht nicht, wenn man die Programme benutzt.

Dadurch unterscheidet sich das Angebot des Internet Archive von den zahllosen Abandonware-Sites und den Emulatoren von jeder erdenklichen Spielkonsole, die sich in rauen Mengen im Internet finden. Und man kann sicher sein, dass man wirklich die Original-Games vor sich hat, was man über die Neuauflagen vieler Spielklassiker, die inzwischen schon als Apps angeboten werden, nicht immer sagen kann.

Alternative: Games immer wieder auf den Stand der Technik bringen

Inwieweit die Versionen, die man mit Emulatoren wie JSMESS spielt, wirklich originalgetreue Rekonstruktionen der klassischen Spiele sind, ist allerdings eine andere Frage. Das fängt schon bei der Monitordarstellung an: Nicht nur, dass das historische, vertikale Pac-Man-Labyrinth nun in den vertikalen Rahmen des Browsers eingezwängt ist. Auch die Bildschirmdarstellung auf dem Monitor eines Laptops oder eines Smartphones unterscheidet sich fundamental von dem ursprünglichen Look auf einem monochromen PC-Monitor oder auf einem analogen Fernseher, an den Konsolen früher angeschlossen wurden. Nicht nur für Automatenspiele gab es oft spezielle Controller, die man ebenfalls nicht via JavaScript emulieren kann. Nichts ersetzt darum einen Blick auf die authentischen Spiele wie er zum Beispiel im Berliner Computerspiele-Museum möglich ist.

Statt ein Spiel möglichst originalgetreu zu emulieren, gibt es freilich noch eine andere Methode, um es dauerhaft zugänglich zu machen: Man kann es immer wieder auf den Stand der Technik bringen. Daran arbeiten zum Beispiel die Programmierer, die Mind Mirror in den neunziger Jahren für Timothy Leary geschrieben haben: Sie haben Learys Erben die Rechte an der Software abgekauft und eine Facebook-App entwickelt, um das Programm für die Ära der sozialen Medien zu erhalten.