Das Abenteuerspiel "The Inner World" ist beim Deutschen Computerspielpreis als bestes deutsches Computerspiel ausgezeichnet worden. In dem Spiel geht es darum, mit den Charakteren Robert und Laura Rätsel zu lösen. Die Macher sprechen von einer Entdeckungsreise und einer "humorvollen Geschichte voll skurriler Charaktere". Das Erstlingswerk der Ludwigsburger Entwickler von Fizbin hatte in der mit 50.000 Euro dotierten Kategorie mit "Crysis 3" und "Gianna Sister: Twisted Dreams" konkurriert.

Als bestes Kinderspiel wurde "Malduell" ausgezeichnet. Der Preis für das Beste Jugendspiel ging an "Beatbuddy: Tale of the Guardians". Dafür gab es jeweils ein Preisgeld von 75.000 Euro. Zum besten mobilen Spiel wählte die Jury "Clarc". Ein mit 10.000 Euro dotierter Sonderpreis ging an "The Day the Laughter Stopped". Als bestes Browsergame wurde "Anno Online" ausgezeichnet.

In der internationalen Kategorie gingen die Preise an die Passkontroll-Simulation "Papers, Please" (Bestes Spiel) und "The Last of Us" (Publikumspreis, Bestes Konsolenspiel).

Streit um Jury Award

Der Deutsche Computerspielpreis stand in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kritik, weil auffallend viele Titel aus harmloseren Genres ausgezeichnet wurden. Auch die diesjährige Preisverleihung wurde von Unmut überschattet, weil die beiden Spiele-Redakteure Heiko Klinge und Andre Peschke kurz vor der Verleihung ihren Austritt aus der Jury erklärt hatten.

Mit der Aktion wollten Klinge und Peschke gegen die Kategorie Jury Award protestieren, die eine Hintertür bei heiklen Jury-Entscheidungen öffnet. So wird der Award immer nur dann vergeben, wenn ein nominiertes Erwachsenenspiel von der Jury zwar zum Sieger gewählt wird, mindestens drei Mitglieder das Spiel aber nicht für "pädagogisch und kulturell wertvoll" halten. Dabei stammt das Preisgeld nicht wie in den anderen Kategorien aus der Politik, sondern wird von der Spielebranche gestellt – eine Praxis, die laut Kritikern den Beteiligten aus der Politik dazu dient, sich aus der Verantwortung für möglicherweise kontroverse Inhalte zu ziehen.