Ein Mitarbeiter der schwedischen Firma Mojang, die von Microsoft übernommen wird. © Ints Kalnins/Reuters

Der Softwarekonzern Microsoft kauft die schwedische Entwicklerfirma Mojang und damit das beliebte Computerspiel Minecraft. Der Kaufpreis betrage 2,5 Milliarden US-Dollar, teilte der Leiter der Xbox-Sparte, Phil Spencer mit. Das ist deutlich mehr, als erwartet wurde, US-Medien hatten zuvor von zwei Milliarden US-Dollar berichtet.

"Heute ist ein unglaublich aufregender Tag für unser Team", sagte Spencer. Minecraft sei eines der populärsten Spiele weltweit. Es sei seit dem Start im Jahr 2009 mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen worden – allein am PC. Diese Rechnung beinhaltet sämtliche, auch kostenlose Downloads. Verkauft hat Mojang das Spiel insgesamt mehr als 50 Millionen Mal.

Der Inhalt des Games klingt simpel: Es geht darum, eigene Welten aus würfelförmigen Blöcken zu bauen. Darüber hinaus verdient Mojang Geld mit Verträgen, die es mit Lego und Warner Bros. gemacht hat – etwa für Spielzeug, das auf Minecraft basiert.

Microsoft will Minecraft weiterhin für alle bisherigen Plattformen und Systeme anbieten, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella. Dazu gehören PCs, Apples iOS, Android sowie die hauseigene Konsole Xbox und die Playstation von Sony. Einem Bericht von Reuters zufolge will Microsoft mit dem Kauf auch die Verkäufe seiner Smartphones anheben, die bislang einen Marktanteil von unter drei Prozent verbuchen.

Die Milliardenübernahme werde sich bereits 2015 für die Amerikaner auszahlen, hieß es von Microsoft. Den Abschluss der Transaktion erwarten sie noch im laufenden Jahr.

"Minecraft"-Macher verlassen die Firma

Die Macher von Mojang versicherten der Minecraft-Fangemeinde, die Arbeiten an dem Spiel würden auch nach dem Kauf von Microsoft ungehindert fortgesetzt. Owen Hill, einer der Begründer der Firma, teilte mit, das laufende Geschäft sei ihm und seinen Kollegen in den vergangenen Jahren zu viel geworden. Alle würden die Firma nach der Übernahme verlassen, darunter auch der Minecraft-Schöpfer Markus Persson, der im Netz unter dem Pseudonym Notch bekannt ist. Persson wolle nicht die Verantwortung für "eine Firma von solch globaler Bedeutung" tragen, hieß es. Der Spielentwickler habe nie die Absicht gehabt, dass Minecraft so groß werde.

Mojang werde sich künftig auf neue Inhalte und Features für Minecraft konzentrieren, teilte die Firma mit. "Wir wissen noch nicht, wie die Pläne für die Zukunft im Detail aussehen werden, aber wir wissen, dass alle ein Interesse daran haben, dass die Community weiter wächst." Auch Spencer sagte, man werde das Spiel in allen Bereichen im Sinne der Spieler weiterführen – so, "wie sie es lieben".