Auf der CES in Las Vegas wurde Oculus Rift natürlich auch gezeigt. © John Locher/AP/dpa

Mit der VR-Brille Gear hat Samsung Anfang Dezember den Startschuss für die nächste Generation der virtuellen Realität gegeben. Ab Ende März wird nach mehr als drei Jahren Entwicklungszeit auch das Oculus Rift für Endverbraucher erhältlich sein, wie das Facebook-Tochterunternehmen am Mittwochabend mitteilte. Die Brille kann ab sofort in 20 Ländern vorbestellt werden, darunter auch Deutschland. Viele Interessenten überrascht allerdings der Preis: In den USA kostet Oculus Rift 599 US-Dollar, in Deutschland werden inklusive Versand rund 740 Euro fällig.

Das allein ist schon nicht günstig. Zusätzlich aber benötigen Käufer noch einen leistungsfähigen PC, um Oculus Rift nutzen zu können. Mindestens ein Intel i5-4590 Prozessor, acht Gigabyte Arbeitsspeicher und eine der Geforce 970 ähnliche Grafikkarte sollten es nach Angaben des Herstellers schon sein. Zusätzlich müssen zwei USB-3.0-Ports sowie ein HDMI-Ausgang zur Verfügung stehen. Angesichts dieser Anforderungen fallen die meisten Laptops bereits durch. Mit Macs ist die Brille erst gar nicht kompatibel, sie funktioniert nur ab Windows 7 aufwärts.

Dass Oculus Rift vergleichsweise hohe Systemanforderungen haben wird, ist lange bekannt. Im Vergleich zu Gear VR, das mit einem Samsung-Smartphone funktioniert, verspricht das Rift besseres Headtracking, eine höhere Auflösung und somit eine bessere Immersion. Um die Bildfolge flüssig zu halten und somit Übelkeit vorzubeugen, benötigt die Technik eine gewisse Rechenleistung. Und die kostet bekanntlich.

"Wir verdienen nichts an Oculus Rift"

In den sozialen Netzwerken ärgern sich nach der Ankündigung dennoch viele Menschen über den Preis. Oculus selbst ist daran nicht ganz unschuldig: Die Entwicklerversionen gab es zuletzt für 350 US-Dollar und Oculus-Gründer Palmer Luckey sagte zwischenzeitlich, das Endprodukt werde sich "ungefähr in diesem Rahmen bewegen". Obwohl andere Mitarbeiter erwähnten, zusammen mit dem Kosten für einen entsprechenden PC werde der Preis eher bei circa 1.500 Dollar liegen, haben viele Kunden ein günstigeres Produkt erwartet.

Im Interview mit heise.de verteidigt Luckey den Preis, der sich durch zahlreiche spezielle Bauteile ergebe, die eine neue Technik eben benötigt: "Wir haben viele Sachen versucht, um die Kosten zu drücken. Aber mehr ging einfach nicht." Selbst beim jetzigen Preis verdiene Oculus nichts an den Geräten, einzig durch die Unterstützung Facebooks könne sich das Unternehmen überhaupt finanzieren, sagt Luckey.

Was bedeutet das für die künftige Entwicklung von VR-Brillen? Schließlich wurde der virtuellen Realität in diesem Jahr der Durchbruch versprochen und auch wenn bekannte Hersteller wie Samsung, Sony und HTC an eigenen Brillen arbeiten, gilt Oculus Rift als das am meisten erwartete Produkt. Schließlich war es Oculus, das im Jahr 2012 und mit der folgenden, milliardenschweren Übernahme durch Facebook überhaupt erst die Branche in Schwung brachte.