Für ein Actionspiel beginnt Rigs eher schleppend. Bevor sich die Spieler in riesige Kampfroboter schwingen und in einer Arena bekriegen dürfen, lernen sie behutsam die Grundlagen. Eine Kopfdrehung nach links, und der Mech läuft genau dorthin. Andere Richtung, gleicher Effekt. Dass manchen Spielern dabei schwummrig wird, haben die Rigs-Entwickler eingeplant: Fast schon besorgt fragt das Tutorial, ob man statt mit der Brille auf dem Kopf nicht lieber doch mit dem Controller lenken möchte. Playstation VR soll schließlich Spaß machen.

Virtual Reality ist ein Medium, das seine Möglichkeiten und Grenzen gerade erst auslotet. Nicht jeder Spieler reagiert gleich auf den digitalen Tauchgang, manche kommen gut klar, andere befällt die sogenannte motion sickness, wenn ihr Avatar allzu wilde Bewegungen vollführt. So ist es denn auch ein Wagnis, wenn eine Firma wie Sony eine VR-Brille für den Massenmarkt herausbringt: ein Hightech-Headset, in dem jahrelange Forschung steckt und das nichts weniger als die Zukunft des Gaming sein soll, wie es oft und gerne heißt. Den Anfang machten zwar schon im Frühjahr die Headsets Oculus Rift und HTC Vive. Doch erst mit Playstation VR (PSVR) wird sich zeigen, ob die Technologie wirklich mainstreamkompatibel ist.

Günstiger und komfortabler als Vive und Rift

Das hat zunächst einmal mit dem Preis der Hardware zu tun. PSVR kostet mit Kamera etwa 460 Euro und funktioniert im Verbund mit der PlayStation 4, von der bis heute weltweit mehr als 40 Millionen Exemplare verkauft wurden. Rift und Vive dagegen benötigen leistungsstarke PCs jenseits der Tausend-Euro-Marke; die Brillen selbst kosten noch einmal 700 respektive 900 Euro.

Nach ihrem Marktstart im April verkauften sich beide Modelle sehr ordentlich, doch mittlerweile ist die Nachfrage deutlich abgeflacht, was wohl auch am Mangel an ausgereiften Spiele liegt. VR-Brillen auf Smartphone-Basis (Samsung Gear VR, Google Cardboard) sind zwar weit verbreitet, doch reicht ihre Bildqualität nicht an die von Rift und Vive heran. Ist PSVR also genau der Kompromiss, der Virtual Reality zum Durchbruch verhilft?

Rein äußerlich macht PSVR einiges her. Mit seinen bläulich glühenden LEDs sieht das Headset aus, als habe die Band Daft Punk eine ihrer retrofuturistischen Fantasien an einer Skibrille ausgelebt – also ziemlich cool. Grundsätzlich funktioniert PSVR aber wie die Konkurrenzprodukte: Ihr Bildschirm zeigt zwei stereoskopische Teilbilder, die das Gehirn zu einem Bild von räumlicher Tiefe zusammensetzt.

Ein heikles Thema bei VR-Brillen ist der Tragekomfort. Schließlich gibt es Angenehmeres, als sich ein klobiges Headset an den Kopf zu schnallen, das auch noch an mehreren Kabeln hängt. PSVR ist mit 610 Gramm etwas schwerer als Rift und Vive und dennoch deutlich bequemer zu tragen. Das liegt vor allem am weitenverstellbaren Tragering, der das Gewicht auf den gesamten Kopf verteilt; die Brille drückt dadurch nicht so stark auf Stirn und Nase. Die Entfernung des OLED-Displays von den Augen lässt sich ebenfalls stufenlos regulieren: Das ist ein Plus für Kurz- oder Weitsichtige, die ihre Brille unter dem Headset aufbehalten können. Sitzt das Display aber zu weit vorne, dann dringt von den Seiten Licht ein, was die Immersion merklich beeinträchtigt. Außerdem reduziert sich dann das Blickfeld und der schwarze Seitenrand wird breiter.