Aufregung im Märchenland: Prinzessin Peach wurde von einem Monster entführt! Langjährige Fans der Spiele von Nintendo mögen angesichts dieses Verbrechens nur gähnen. Aber Super Mario Run richtet sich nicht nur an Menschen, denen die immer gleiche "Handlung" in Mario-Spielen inzwischen egal ist. Stattdessen dürfte das Jump-and-Run weit über die bisherige Zielgruppe hinaus auf Interesse stoßen. Es gibt Analysten, die langfristig mit mehr als 1,5 Milliarden Downloads zumindest der kostenlosen Version rechnen.

Zumindest anfangs werden es aber ein paar weniger sein. Das im September 2016 bei einer Präsentation von Apple angekündigte Super Mario Run erscheint vorerst nur für Smartphones und Tablets mit iOS. Erst später soll der Titel dann auch für Android folgen, bislang hat Nintendo aber noch nicht einmal Andeutungen gemacht, wann es so weit sein könnte.

Der Hauptmodus von Super Mario Run ist eine Kampagne, in der wir mit dem herzallerliebst animierten Schnauzbartklempner durch sechs Welten mit jeweils vier Abschnitten laufen, hüpfen und rennen, während im Hintergrund ein typischer Nintendo-Soundtrack klimpert. Insgesamt gibt es 24 Level, darunter aus anderen Titeln bekannte Umgebungen wie das klassische Wiesengrün, eine düstere Gespensterhöhle und eine Sandwüstenlandschaft.

Profis können stundenlang nach Abzweigungen suchen

Die Umgebungen sind so angelegt, dass es einen mehr oder weniger klar erkennbaren Hauptweg gibt, aber auch sehr viele schwieriger zu erreichende Abzweigungen, in denen wir Extras finden können – ein wesentlicher Grund dafür, dass es Spaß macht, die gleichen Level immer wieder neu zu absolvieren.

Mario ist beim Absolvieren der Wege voller Gefahren und Abgründe natürlich auf unsere Hilfe angewiesen, aber eines macht er in Super Mario Run selbst: Er läuft alleine von links nach rechts, springt ohne unser Zutun über (aber nicht auf) kleine Gegner sowie über Stufen. Für größere Hindernisse müssen wir ihn springen lassen, was wir mit dem Antippen des Bildschirms tun. Je länger unser Finger auf dem Display bleibt, desto höher hüpft die Hauptfigur.

Ein Spiel für eine Hand

Für langjährige Fans mag das nach einer Vereinfachung klingen, und tatsächlich ist das Mobile Game nicht das herausforderndste Spiel der Serie. Aber die Mischung aus dem allein laufenden Mario und unseren Hilfen klappt am Smartphone hervorragend auch mit einer Hand, zumal Nintendo die Steuerung technisch sehr sauber umgesetzt hat. 

Kleinere Hilfsmittel machen uns das Leben als Mobilegamer noch etwas einfacher: Auf Plattformen etwa rückt Mario automatisch vom Rand in die Mitte, und ab und zu bleibt er an roten Spezialsteinen im Boden stehen. Dann können wir uns einen Überblick über die nächsten paar Meter verschaffen.

Auf diese Art erreichen wir mit den normalerweise drei Leben die Zielfahne – wenn alles gut geht – in den vorgegebenen 90 Sekunden pro Level. Ab und zu ist es ein bisschen mehr oder weniger, und in einigen Gebieten können wir die Zeit mit einem Extra ein bisschen verlängern. In anderen Levels müssen wir das sogar.

Am Ende jeder Welt, also alle vier Level, wartet ein Oberboss, der etwas schwieriger zu unterlaufen oder zu überspringen ist als die anderen Gegner. Die Kollisionsabfrage ist übrigens generell fast schon ein bisschen zu genau: Es reicht schon, wenn wir einen Feind auch nur mit gefühlt einem Pixel streifen, schon verlieren wir ein Leben. Dann schwebt Mario in einer Seifenblase langsam zurück und wir müssen ihn mit einem Antippen an einer möglichst günstigen Stelle befreien – eine gut durchdachte und umgesetzte Spielmechanik.