Wikileaks: Den Mächtigen auf die Füße treten
Auf Wikileaks lassen sich Dokumente einsehen, die eigentlich nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Das ärgert viele, doch es ist gut für die Welt.
© Hannes von der Fecht

Auf der Homepage von WikiLeaks: "We help you safely get the truth out."
Derzeit verhandeln die USA und die EU über ein Handelsabkommen, kurz ACTA genannt. Die multilateralen Gespräche betreffen unter anderem so heikle Themen wie Internetsperren und Zwangsfilter. Fragen, die wichtig sind für eine freie öffentliche Meinungsbildung. Doch niemand bekommt etwas davon mit, die Mächtigen reden hinter verschlossenen Türen. Einzige Informationsquelle über den Stand der Dinge sind „geleakte“ Dokumente. So nennt man es, wenn geheime Papiere nach draußen gelangen und anonym im Internet publiziert werden. "Wir brauchen solche Leaks", sagt der Hamburger Politikwissenschaftler Hans J. Kleinsteuber. „Weil viele Verfahren viel zu intransparent sind.“
Zu finden sind solche Dokumente auf „Wikileaks“. Gegründet von chinesische Dissidenten, von Mathematikern und Technologen junger Unternehmen aus der ganzen Welt, hat sich die Seite zur zentralen Sammelstelle für Geheimnisse entwickelt. Über 1,2 Millionen Dokumente, eingestellt von Regimekritikern und anonymen Quellen hat Wikileaks bereits zusammengetragen. Fast täglich kommen neue. Über die Betreiber selbst ist wenig bekannt.
Die Seite selbst sieht aus wie Wikipedia, das ist Absicht. Die Bedienung soll auch für technische Laien einfach und komfortabel sein. Die Technik im Hintergrund hingegen ist aufwendig. Kryptographische Verfahren sorgen dafür, dass sicher vor Verfolgung ist, wer geheime Inhalte hochlädt.
Das können beispielsweise interne Strategiepapiere von Parteien sein. Fast schon zum Schmunzeln ist zum Beispiel ein sogenannter „Arguliner“, eine Argumentationshilfe der Jungen Liberalen, die den Mitgliedern nahe bringt, wie mit der neuen Konkurrenz der Piratenpartei umzugehen ist. So sollen die Julis nie von sich aus die Sprache auf das Thema bringen, die Piraten bekämen bereits genug Öffentlichkeit. Am Ende hießt es: „Also einfach cool bleiben, sie im Auge behalten und nötigenfalls argumentativ reagieren!“ Etwas brisanter ein Aufruf der Jungen Union, Wahlkampfveranstaltungen Bodo Ramelows von der Linkspartei zu besuchen, allerdings "in zivil", und ohne das "primaer die CDU oder das Team Thueringen" damit "in Verbindung" gebracht werden soll.
So etwas mag die eigentlichen Urheber stören, ist aber harmlos im Vergleich mit anderen Publikationen, die Wikileaks schon den Zorn der Mächtigen einbrachten: die Spendenliste der britischen nationalsozialistischen Partei zum Beispiel. Oder die Handbücher für Guantánamo-Wachsoldaten im Camp Delta, die die Lügen der US-Regierung offenbarten. Oder der so genannte Galvin-Report über den Spesenskandal des EU-Parlaments. Auch die illegalen Machenschaften des schweizerischen Bankhauses Julius Bär kamen auf diesem Wege an die Öffentlichkeit. Geheimdienstpapiere und Dokumente des BKA finden sich dort ebenfalls.
Aber gibt es nicht auch gute Gründe für Geheimhaltung, fragen Kritiker immer wieder. „Wir sind davon überzeugt, dass eine Regierung, die auf Transparenz basiert, zur Verringerung von Korruption und zu einer stabileren Demokratie führt“, heißt es dazu auf der Seite.







Es ist schade, dass viele Zeitung "ihre" Quellen dort nicht für alle Medien zur Verfügung stellen. Zusammen wäre eine unterschiedliche Kommentierung und Einordnung ("echt oder nicht") und der Zugriff aller Leser auf die Quelle viel interessanter. (Man denke nur an den Hype um das Papier "Konzept integriertes Energieforschungsprogramm”.)
Die Wikileaks-Webseite ist nebenbei auch DIE Testseite für die Zensurinfrastruktur... "Gute" offizielle Gründe (Urheberrecht, etc.) gäbe es eine Menge, dagegen aber auch.
... man könnte die Site aufrufen. Das geht momentan nicht.
Wie lange wird es wohl dauern, bis WikiLeaks auf der Sperrliste des BKA landet?!
Im größeren Bild: Ich denke, mit einer dermaßen domestizierten und geradezu schwachsinnigen Bevölkerung wird sich ein konstruktiver Aufstand nicht bewerkstelligen lassen...
Verfassungsschutz,hörst du zu?
gefährdet...entschuldigen sie...;)
gefährdet...entschuldigen sie...;)
gefährdet...entschuldigen sie...;)
Alles, was das Licht der öffentlichkeit scheuen muss, beruft sich auf Geheimhaltung. Das war schon immer so und das ist auch heute so.
Da werden nicht die Praktiken abgestellt, sondern gegen die Veröffentlicher vorgegangen. Auch das ist uralt und hat sich in den wenigen Jahrhunderte, die Demokratie in der Welt kennen, noch nicht grundlegend geändert.
Dabei ist es eine öffentlche Aufgabe, auch der Presse, durch Transparenz ein Verhalten, eine Meinung auf den Prüfstand zu stellen. Kann es vor der Öffentlichkeit bestehen oder nicht?
Mir ist klar, dass es bei er Komplexität von Politikprozesses da schwierige Gratwanderungen gibt,aber Transparenz ist ein wichtiges Rechtsgut und sollte, wie in Schweden, in der Verfassung verankert werden. Sicher eine Schwierigkeit für einen Staat, der das Amtsgeheimnis hochhält und Verstösse dagegen strafbewehrt.
die Sperrung politisch unliebsamer Seiten.
http://wikileaks.org/wiki...
Danke für den Link. Ich bin schockiert. Es ist eindeutig Zeit zum Ändern.
Dazu aus der Wikipedia:
"Am 13. April 2009 hat sich jedoch herausgestellt, dass der Provider dem Domaininhaber schon im Dezember 2008 gekündigt hatte und die Domain deswegen in den Transit ging, weil bis zum Ende der Kündigungsfrist kein neuer Provider benannt worden war."
Das stimmt auch.
durfte man ja auch keine BBC-Sendungen hören.
"Feindsender" sind immer verboten, auch im 'Informationszeitalter'.
Das ist auch kein Widerspruch, zwar können mißliebige Informationen größtenteils durch konzertierte Medienmacht blockiert werden, zwar gibt es die bewährten Desinformationskampagnen des AgitProp - fragen Sie Merkel - , dennoch gibt es zuweilen kritische Lücken, zumal im Netz.
Halten Sie ruhig den 'Afghanistaneinsatz' für einen Aspekt internationaler Sozialarbeit,
in Deutschland jedenfalls herrscht Krieg.
Danke für den Link. Ich bin schockiert. Es ist eindeutig Zeit zum Ändern.
Dazu aus der Wikipedia:
"Am 13. April 2009 hat sich jedoch herausgestellt, dass der Provider dem Domaininhaber schon im Dezember 2008 gekündigt hatte und die Domain deswegen in den Transit ging, weil bis zum Ende der Kündigungsfrist kein neuer Provider benannt worden war."
Das stimmt auch.
durfte man ja auch keine BBC-Sendungen hören.
"Feindsender" sind immer verboten, auch im 'Informationszeitalter'.
Das ist auch kein Widerspruch, zwar können mißliebige Informationen größtenteils durch konzertierte Medienmacht blockiert werden, zwar gibt es die bewährten Desinformationskampagnen des AgitProp - fragen Sie Merkel - , dennoch gibt es zuweilen kritische Lücken, zumal im Netz.
Halten Sie ruhig den 'Afghanistaneinsatz' für einen Aspekt internationaler Sozialarbeit,
in Deutschland jedenfalls herrscht Krieg.
Da fragt man sich warum das bei solchen Seiten so einfach geht und bei KiPo-Seiten muß dann ein Stopschild her?
Für wie blöd halten die uns eigentlich?
dass der Journalismus und andere Gruppen die Aufgaben nicht mehr erfüllen, die eine kritische Öffentlichkeit fordern müssten. Die Aufdeckung von Verstößen wird deshalb zunehmend von anderen Bürgerrechtsgruppen übernommen<(a>.
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