Bild-Blog Kai Diekmann, der Bildblogger
Bild-Chef Diekmann bloggt. Bildblogger Stefan Niggemeier sieht darin nur einen neuen Versuch, Kritikern auszuweichen. Sie würden nicht mehr verleugnet, sondern umarmt.
© Screenshot www.kaidiekmann.de

Kai Diekmann hat eine neue Taktik gefunden, Kritik auszuweichen, er bloggt und macht sich über sie lustig
ZEIT ONLINE: Herr Niggemeier, ist es schlau von Kai Diekmann, sein eigenes Blog zu machen und sich dort selbst zu vermarkten?
Stefan Niggemeier: Ja, das ist nicht blöd. Ich weiß nicht, wen das erreicht, denn die Masse der Bild-Leser wird es eher nicht interessieren. Aber die Branche nimmt das natürlich zur Kenntnis. Und es ist schon clever, sich so darzustellen, als sei man total locker und offen für Kritik – insbesondere wenn man es nicht ist.
ZEIT ONLINE: Kai Diekmann als lustiger Typ – ist das nicht das gleiche wie die Überzeugung, man könne Bild auch als Spaßblatt lesen?
Niggemeier: Ja. Und natürlich ist es auch eine grandiose Täuschung. Denn selbstverständlich ist Bild kein Spaßblatt und das Blog nur eine neue Taktik, sich Kritik zu entziehen. Bislang hat Diekmann sich weitgehend aus der Öffentlichkeit ferngehalten und so versucht, sich Kritik nicht stellen zu müssen. Die neue Variante ist viel geschickter: Er entzieht sich einer ernsten Auseinandersetzung trotzdem – dadurch, dass er selber sagt, was er für ein schlimmer Finger ist, die Kritik läppisch wirken lässt und alles ironisiert. Dadurch ist er ...
ZEIT ONLINE: Unangreifbar?
Niggemeier: Es wirkt zumindest unangreifbar. Und es hat dazu noch einen deutlich höheren Unterhaltungswert als die alte Methode. Immerhin kann man es sich nun durchlesen und denken, was für eine coole Sau.
ZEIT ONLINE: Ist es der Versuch, die Kontrolle über die eigene Geschichte zurückzubekommen? Wie Ashton Kutcher, der den nackten Hintern seiner Frau Demi Moore twittert?
Niggemeier: Dafür ist im Zweifel bei Diekmanns seine Frau Katja Kessler zuständig, die gerade erst wieder eine Sammlung von Kolumnen über ihr Leben mit "Schatzi" veröffentlicht hat. Diekmann ist da selbst zum Glück nicht so offensiv. Und wenn man sich sein Blog genauer anguckt, sieht man, dass er nicht viel von sich preisgibt. Es ist eine lustige Kunstfigur, die da schreibt und Transparenz und Selbstkritik für spannende fremde Formen hält, die sie versuchsweise mal anprobiert.
ZEIT ONLINE: Aber es ist professionell gemacht, oder?
Niggemeier: Sehr. Allerdings ich würde nicht davon ausgehen, dass Kai Diekmann das alles in nächtelanger Heimarbeit zusammengeklöppelt hat. Das ist ja kein Privatblog, sondern ausdrücklich eines der Axel Springer AG. Aber man kann andererseits auch das Gefühl bekommen, dass dort jemand, der seit neun Jahren Bild-Chef ist, vielleicht nicht mehr ausgelastet ist und nach neuen Formen sucht, um sich selbst zu unterhalten – und nicht unbedingt die Öffentlichkeit.
ZEIT ONLINE: Ist es nicht ein Erfolg: Sarkozy twittert, Diekmann bloggt – endlich nehmen sie das Internet ernst?
Niggemeier: Naja, Diekmann nimmt es hier ja nur als Medium für Unernst ernst. Das ganze Blog ist ein großer Witz. Aber dass er gut darin ist, die Möglichkeiten des Mediums zu erkennen, und sie mit Lust ausprobiert, sieht man schon länger. Er rennt bei Veranstaltungen gerne mit einer kleinen Kamera rum und filmt die Prominenz – das ist eine gute Idee. Und er hat offensichtlich entdeckt, dass er im Internet eine gewisse Form von Wahnsinn ausleben kann, dass sich das Netz dafür eignet. Ob das ein Erfolg für das Internet ist, weiß ich nicht. Aber es ist groß genug, um auch all die Diekmanns und Sarkozys dieser Welt auszuhalten.
ZEIT ONLINE: Stolz auf Bildblog, dass es erreicht hat, dass Diekmann aus der Deckung kommt?
Niggemeier: Ach, wenn er denn aus der Deckung käme! Nein. Ich weiß nicht einmal, ob wir damit überhaupt etwas zu tun haben. Vielleicht wäre es anders, wenn er sich in dem Blog wirklich mit Kritik auseinandersetzen würde. Das aber tut er nicht. Ich glaube, es ist nur eine neue Taktik, Kritiker wie Jony Eisenberg oder uns durch Umarmung zu bekämpfen, statt sie wie bisher zu verleugnen.
Der Medienjournalist Stefan Niggemeier ist einer der Gründer des Bildblog und beobachtet dort seit 2004 die Bild und ihren Chefredakteur.
- Datum 26.10.2009 - 22:39 Uhr
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Interpretation ist eine feine Sache. Die Frage ist nur, ob man in diesen hilflosen Versuch der Andienerei eines Kai Diekmann wirklich etwas hinein interpretieren muss. Letztlich beweist er dort nur, was wir schon lange wussten: Er ist zutiefst uncool und scheint defizitdiktiert zu sein. Fast erweckt er so etwas wie Mitleid, wenn man seine Geschichtchen aus seiner kleinen Welt, seinem abgrundtief hässlichen Büro, so liest. Neun Jahre Bild und trotzdem vergleichsweise ein Niemand, der um Aufmerksamkeit um seine Person bettelt. Entlarvend ist zudem, dass trotz des Bild-Hintergrundes der Blog unspannend ist. Dieser Mann hat einfach nichts zu berichten, ist so öde wie sein Versicherungsvertreter-Outfit und bleibt dabei so glitschig, wie sein gegelter Kopf. Bubenhaft retroid versucht er nun, sich als öffentliche Person zu gerieren, zog filmisch begleitet schon mit Broder, dem kleinen Bruder von Sarrazin (im Geist) durch Berlin. Bereits das war irgendwie überflüssig und zeugte nur von der Eitelkeit eines Schmonzettenschreiberlings, die er winselnd bedient haben möchte. So ist denn dieser Blog nur Bittstellerei. Umarmung ist da keine, nur die Klage eines Mannes, der trotz der Auflagenstärke eines nie so richtig erfährt - es sei denn, er kauft sie sich: Akzeptanz. Leider - obwohl es sich bei K.D. sicher nicht um einen Tölpel handelt - will er das nicht verstehen und schafft es nicht, seine stumpfe Biederkeit abzulegen. Das ist eher traurig.
Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich:
So hab ich erstens den Gewinn,
Dass ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Dass ich ein ganz famoses Haus.
(Wilhelm Busch)
selbstverliebt und selbstbespiegelnd bis zum Erbrechen.
...eine Frau würde sich so gerieren. na, DIE Kommentare erst möchte ich hören.
Aus feministischer Sicht ist zu sagen, dass Herr D. hier ein männliches Defizit (das im übrigen auch Frauen "befallen" kann)auslebt: sich für den Mittelpunkt des Universums zu halten, obwohl man(n) es definitiv nicht ist.
normalerweise achte ich in Oeffentlichkeit hier in Zeit gut darauf, dass meine Fomulierung das Geschmack der besten Gesellschaft anpasst, und kutuliert Argument zum Ausdruck bringe, aber wenn es um Bildzeitung geht, erlaube ich mir was einnige massen aufgelockt hoch Deutsch mit fern Mars Feinsinn zu praesentieren,
na, je, als ich zu pipi komme, finde ich dass mein laptop immer noch auf ist , und fahre Herrn Kai, dick bei oben aber duene unten an.
Er scheint keine liebling in Banchen zu sein. Nach Hervorruf der Photos von ihm und seine Katzeja muss ich Gelachen platzen, solche Spassvogelpaar kann man auf dem Mars nicht leicht finden.
Offenbar ist er ein tapfer Mann, der "sich in Miami seinen vorgeblich nur äußerst kleinen maennlichen Organ mit Leichenteilen vergeblich operativ verlängern lassen wollen."
Wenn Katze es genug gross findet, was hat der Hund zu sagen? Es liegt wohl gravierde mechanisch Unterschied.
Dass Herr Kai der Gross (diesen Titel hat er durch Proess erst offiziel erkaempft), seine enge freundlichen Kontakt durch Einladungen mit Promi prahlen kann soll wohl nicht unbedingt auf seine Persoenlichkeit zurueckfuehren.
Ein Mann, der Kondom immer bei sich hat, und die Qualitaet des Kondom sorgfaeltig stets prueft, bedeutet nicht, dass er Kondom wie sein Diamantring liebt oder schaetzt, er will nur was schuetzen.
Problem ist, der Kondom bildet jetzt ein, dass er so kostbar wie Ring ist: " Sonst wieso bringt der Kerl immer mich mit?!" so bloggt er.
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