SchülerVZ Daten von SchülerVZ kopiert
Das Netzwerk SchülerVZ will eine sichere Umgebung für Minderjährige sein. Dort kopierten Hacker wohl in erheblichem Umfang Daten, die sonst nur Mitglieder einsehen können.
© Somo/ZEIT Online
Nicht ohne Grund ist das soziale Netzwerk SchülerVZ – das wie ZEIT ONLINE zur Mediengruppe Holtzbrinck gehört – nur denen zugänglich, die darüber kommunizieren sollen: Schülern zwischen 12 und 18 Jahren. Erwachsene haben keinen Zutritt, und den Betreibern ist wohl bewusst, dass Datenschutz für sie höchste Priorität hat. Immerhin soll SchülerVZ laut Eigenwerbung "ein sicheres Umfeld" bieten.
Doch im Internet ist nichts wirklich sicher. Hackern ist es offenbar gelungen, zumindest Teile der Datenbanken mit Profilinformationen von fast einem Viertel der Nutzer auszulesen. Diese Daten sind nur für Mitglieder des Netzwerkes sichtbar. Dem Blog Netzpolitik liegt ein Teil dieser kopierten Daten vor. Insgesamt treffen sich fünf Millionen minderjährige Schüler in dem sozialen Netzwerk.
Die Quelle der gehackten Daten ist anonym. Doch die Listen, die auch ZEIT ONLINE in Auszügen vorliegen, sind detailliert. Der Datensatz von mehr als einer Million Nutzern soll laut Netzpolitik Profil-ID, Name und dazugehörige Schule samt ID enthalten. Ein zweiter, kleinerer Datensatz soll noch detailliertere Informationen wie Profil-ID, Name, Schule samt ID, Geschlecht, Alter und Profil-Bild umfassen, wobei auch der Link zu dem Bild dazugehören soll.
Damit könnten die Listen beispielsweise sortiert werden nach Merkmalen wie "alle Schüler aus Berlin" oder "alle Schülerinnen im Alter von 13, die in Siegen wohnen, samt Bild und ihrer Schule".
SchülerVZ wurde von ZEIT ONLINE über das Leck informiert, eine direkte Antwort steht noch aus. Auf dem Blog des Unternehmens aber steht inzwischen: "Ein schülerVZ-Nutzer hat eine Vielzahl von Profilen aufgerufen und Kopien einzelner der für alle schülerVZ-Nutzer sichtbaren Daten angelegt: Name, Schule, Geschlecht, Alter, Profilfoto. Es handelt sich hierbei explizit nicht um Daten wie Postadressen, Email Adressen, Zugangsdaten, Telefonnummern und Fotoalben, sondern um für alle Community-Nutzer einsehbare Daten. Wir haben sofort Maßnahmen ergriffen, um weitere illegale Zugriffe auszuschließen. Die VZ-Netzwerke haben die Datenschutzbehörden umgehend informiert und werden rechtliche Schritte gegen Unbekannt einleiten."
Der Eintrag legt nahe, dass jemand einen Account hatte und von diesem aus die Profilseiten anderer Nutzer ansurfte und dann kopierte. Bei der schieren Menge der aufgetauchten Daten ist das sehr unwahrscheinlich. Markus Beckedahl, der Netzpolitik-Blogger, der zuerst darüber berichtet und der Kontakt zu den Hackern hat, schreibt daher auch: "Hier wurden Scripte verwendet und eine sogenannte CSRF-Lücke genutzt (”Cross Site Request Forgery”). Wäre schön, wenn SchülerVZ das korrigieren könnte. Ich habe sie darauf hingewiesen."
Auf den Widerspruch zwischen der Datenmenge und der Äußerung von SchülerVZ hatte auch der Blogger Michael Friedrichs hingewiesen. "Wenn ein Nutzer öffentlich einsehbare Daten archiviert hat, ist das sicherlich nicht strafbar. Komisch ist dann allerdings, dass gegen dieses unbekannte Mitglied rechtliche Schritte eingeleitet wurden. Widerspricht sich das nicht?" Außerdem weist er auf den Fleiß des vermeintlichen Kopierers hin. "Immerhin tummeln sich auch SchülerVZ derzeit rund fünf Millionen Mitglieder. Der unbekannte Datensammler muss also ziemlich fleißig gewesen sein. Gar nicht auszudenken, wie oft der oder die Täter die CTRL+C-Taste gedrückt haben muss."
Es handelt sich daher wohl eher um ein automatisiertes Auslesen der Informationen, was in diesem Umfang auf keinen Fall möglich sein sollte.
Beckedahl berichtet auch von weiteren Lücken im Script der Seite. Inzwischen scheint es einen regen Austausch zwischen ihm und den Betreibern des Netzwerks gegeben zu haben. Immerhin bedanken sich Letztere bei Netzpolitik für die Zusammenarbeit: "Dank der Kooperation konnten die VZ-Netzwerke zudem sofort entsprechend reagieren und die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen, in dem sie den Zugriff auf eine erhöhte Anzahl von Profilen in einem kurzen Zeitraum erheblich eingeschränkt haben."
- Datum 20.10.2009 - 09:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...bestimmt schon die Hände. Kinder und Jugendliche sind ja nun einmal die Traumzielgruppe der Vertriebler: sie sind leicht zu manipulieren, leicht zu verführen und verfügen über jede Menge Geld. Da lachen der BWLler und der Shareholder Value.
Hallo, dein Freund (Name aus der Datenbank einsetzen) hat mir gesagt, dass Du dich für etwas interessieren wirst. Ich war gestern bei ihm und er war total begeistert...
So verkauft man Lebensversicherungen im Multi Level Management Systemen.
Hallo, dein Freund (Name aus der Datenbank einsetzen) hat mir gesagt, dass Du dich für etwas interessieren wirst. Ich war gestern bei ihm und er war total begeistert...
So verkauft man Lebensversicherungen im Multi Level Management Systemen.
Ergänzt um Zitat aus dem VZ-Blog.
Kai Biermann
Hallo, dein Freund (Name aus der Datenbank einsetzen) hat mir gesagt, dass Du dich für etwas interessieren wirst. Ich war gestern bei ihm und er war total begeistert...
So verkauft man Lebensversicherungen im Multi Level Management Systemen.
Als könnte man sich nicht als Erwachsener bei SVZ einloggen. Und kann man solche Daten nicht auch über andere Wege bekommen?
@kenschtewayne Nein kann man nicht.
Ohne direkte Einladung eines Schüler-VZ-Nutzers kommt man nicht rein.
Wie sehen denn die anderen Wege aus?
@kenschtewayne Nein kann man nicht.
Ohne direkte Einladung eines Schüler-VZ-Nutzers kommt man nicht rein.
Wie sehen denn die anderen Wege aus?
Originalzitat SchülerVZ(!!!):
“Die Daten, die ein schülerVZ-Nutzer illegal und entgegen der VZ-AGB kopiert hat, sind wieder in
Sicherheit.”
Zitat Ende.
Wer´s glaubt, wird selig!
Andere sehen das komplett anders!
Näheres zum Thema z.B. unter:
http://newstopaktuell.wor...
html
http://www.golem.de/0910/....
Zum letzten Absatz: Es stimmt, dass die Daten öffentlich sind, die AGB von SchülerVZ verbietet es dennoch Kopien anzufertigen:
"5.4.3
Inhalte anderer Nutzer im schülerVZ darfst du nicht auslesen (z.B. durch ein Programm oder durch bloßes Kopieren), um sie außerhalb der Plattform zu nutzen. Außerdem darfst du Inhalte im schülerVZ – mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle – nur mit Zustimmung der jeweiligen Rechteinhaber kopieren, verbreiten, weiterleiten oder anderweitig öffentlich zugänglich machen. Verboten ist insoweit auch der Einsatz von Computerprogrammen zum automatischen Auslesen von Daten, wie z.B. Crawlern (alias Spider oder Robot, kurz: Bot)."
"Gar nicht auszudenken, wie oft der oder die Täter die CTRL C-Taste gedrückt haben muss." … das kann man bei der Datenmenge wohl ausschließen. Grundsätzlich ist für mich als Techniker die Vorstellung wirklich vollständig absurd, dass Daten, die nur für eingeloggte Mitglieder sichbar sind in irgendwie vor "kopieren" und herunterladen "sicher" sein könnten. Das ist schlichter Unfug. Wer dort etwas einstellt, das andere sehen können, der macht es jedermann zugänglich, im Zweifel für immer.
"Gar nicht auszudenken, wie oft der oder die Täter die CTRL C-Taste gedrückt haben muss."
Es wurde doch schon eingeräumt, dass Crawler eingesetzt wurden... so viel Recherchen müssen schon sein
//
ES gibt nur wenige Daten, die tatsächlich öffentlich sind, ansonsten kann man seine "Privatsphäreeinstellungen" so setzten, dass alle sonstigen Daten nur von "Freunden" gesehen werden können, die man sowieso per Hand bestätigen kann.
Ansonsten ist es natürlich möglich, einen Schüler zu überreden sich einladen zu lassen(ein solcher Schutz soll nur das spammen verhindern), doch sind dann nur sehr allgemeine oder ausdrücklich öffentlich sind....Ich selbst habe meine Privatsphäreeinstellungen recht hoch, insofern gibt das für mich kein Problem
"Gar nicht auszudenken, wie oft der oder die Täter die CTRL C-Taste gedrückt haben muss."
Es wurde doch schon eingeräumt, dass Crawler eingesetzt wurden... so viel Recherchen müssen schon sein
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ES gibt nur wenige Daten, die tatsächlich öffentlich sind, ansonsten kann man seine "Privatsphäreeinstellungen" so setzten, dass alle sonstigen Daten nur von "Freunden" gesehen werden können, die man sowieso per Hand bestätigen kann.
Ansonsten ist es natürlich möglich, einen Schüler zu überreden sich einladen zu lassen(ein solcher Schutz soll nur das spammen verhindern), doch sind dann nur sehr allgemeine oder ausdrücklich öffentlich sind....Ich selbst habe meine Privatsphäreeinstellungen recht hoch, insofern gibt das für mich kein Problem
"Gar nicht auszudenken, wie oft der oder die Täter die CTRL C-Taste gedrückt haben muss."
Es wurde doch schon eingeräumt, dass Crawler eingesetzt wurden... so viel Recherchen müssen schon sein
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ES gibt nur wenige Daten, die tatsächlich öffentlich sind, ansonsten kann man seine "Privatsphäreeinstellungen" so setzten, dass alle sonstigen Daten nur von "Freunden" gesehen werden können, die man sowieso per Hand bestätigen kann.
Ansonsten ist es natürlich möglich, einen Schüler zu überreden sich einladen zu lassen(ein solcher Schutz soll nur das spammen verhindern), doch sind dann nur sehr allgemeine oder ausdrücklich öffentlich sind....Ich selbst habe meine Privatsphäreeinstellungen recht hoch, insofern gibt das für mich kein Problem
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