Open Source Irres WetterSeite 2/2

Denn auch der DWD würde gern mehr Wetterdaten freigeben, als er im Moment darf. "Es ist ja unsere Intention, unser Angebot zu vergrößern", sagt Detlev Frömming, Leiter der Stabsstelle im Büro des DWD-Präsidenten. Mit dem heutigen Wetterdienstgesetz geht das nicht, es verpflichtet den DWD, Geld für seine Daten zu nehmen. Die Grundlage für eine Gesetzesänderung werde aber intern gerade geprüft.

"Wir sind dabei, intern zusammenzutragen, was alles erforderlich ist und dann werden wir das mit unserem Ministerium bereden", sagt Frömming. Die Frage sei natürlich auch, wie die neue Bundesregierung zu dem Thema stehe.

Auf europäischer Ebene zumindest scheint die Stimmung gerade zu ändern. Bei einem Treffen der europäischen Wetterdienst-Direktoren in Oslo im März haben alle 26 Mitglieder der Netzwerkorganisation EUMETNET, darunter auch Deutschland, die "Oslo Declaration" zur Datenpolitik unterschrieben. Darin heißt es, man wolle den direkten Zugang zu meteorologischen Basisdaten und Produkten ermöglichen und mehr Daten für die wirtschaftliche Weiterverwendung freigeben.

"Mein Ziel ist, dass alle Meteorologischen Institute in Europa die Informationen veröffentlichen, die sie haben. So können wir gute Wettervorhersagen von nationalen Instituten an den Orten bekommen, an denen wir uns gerade aufhalten", sagt Eliassen. Den Wunsch, deren Job zu machen, habe man auf keinen Fall.

Mit der Freigabe von Wetterdaten folgen die Meteorologen einem internationalen Trend. So hat Barack Obama mehr Transparenz im öffentlichen Sektor zu einem wichtigen Teil seiner Politik gemacht. Auf der Website der amerikanischen Regierung namens data.gov werden Datenquellen zu unterschiedlichen Themenbereichen gesammelt und zum Herunterladen bereitgestellt. In Großbritannien beispielsweise engagierte die Regierung den Web-Erfinder Sir Tim Berners-Lee als Berater. Eine britische Version von data.gov steht offenbar kurz vor dem Start.

Die EU treibt ebenfalls die Freigabe der Daten voran, die mit Steuergeld bezahlt wurden. Sollen sie doch als Rohmaterial für Innovation und neue Dienste dienen. Das zumindest ist die Idee hinter Maßnahmen wie der sogenannten PSI-Richtlinie und sie entspricht Eliassens Sicht.

"Wenn jemand auf der Grundlage unsere Leistungen Wertzuwächse erzielen kann, macht uns das einfach sehr zufrieden. So tragen wir zur Entwicklung der Gesellschaft bei. Wir haben kein Interesse daran, die Weiterverwendung zu beschränken", sagt er. Detlev Frömming vom DWD findet das auch: "Das ist sicherlich richtig. Mit den Daten ist ja im Grunde genommen kein Geld zu verdienen. Im Gegenteil, wenn man sie zur Verfügung stellt, dann können sie genutzt werden und dienen damit der Volkswirtschaft viel mehr."

 
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