Bing rettet Murdoch?: Microsoft und Murdoch verbünden sich gegen Google
Suchmaschinen bezahlen Journalismus? Microsoft verhandelt mit Rupert Murdoch, dessen Inhalte exklusiv via Bing findbar zu machen. Beide eint vor allem ihr Feind: Google.
© Screenshot: ZEIT ONLINE
Der Verleger Rupert Murdoch hat vor Kurzem angekündigt, die Artikel seines Verlags künftig für die Suchroboter von Google zu sperren. Doch verzichten will er auf Suchmaschinen nicht, im Gegenteil. Er will für seine Inhalte Geld von der Konkurrenz kassieren, von Microsofts Suchmaschine Bing: So jedenfalls die Idee, über die Murdoch und Microsoft derzeit verhandeln. Sie würde der Diskussion über die Zukunft des Journalismus im Netz eine interessante Wende geben.
Es wäre ein Deal zwischen zwei Partnern, die eigentlich wenig gemein haben, abgesehen von ihrem Feind: Er heißt Google, und er hat ein Geschäftsmodell, dass sowohl Microsoft als auch Murdochs Medienunternehmen News Corp gleichermaßen das Wasser abgräbt. Microsoft kämpft, weil die werbefinanzierten Gratisprogramme von Google sein Software-Verkaufsmodell bedrohen. Künftig will Google sogar mit einem eigenen, kostenlosen Betriebssystem an den Markt – der Verkauf von Betriebssystemen ist nun aber die Haupteinnahmequelle von Microsoft. Und während Microsoft hastig versucht, sein Geschäftsmodell ebenfalls auf die neuen Erlösmodelle im Netz umzustellen, hinkt die hauseigene Suchmaschine Bing weit abgeschlagen hinter Google hinterher.
Murdoch wiederum hat den Suchmaschinenkonzern zu seinem Hauptfeind auserkoren, weil Google seiner Auffassung nach mit den Inhalten, die Murdochs Verlag mit großem finanziellen Aufwand erstellt, ziemlich viel Umsatz macht. Google lebt bekanntlich von den Werbeanzeigen, die neben allen möglichen Inhalten auftauchen, die sich Nutzer der Suchmaschine so im Netz angucken. Wozu eben auch journalistische Inhalte gehören, also beispielsweise Artikel aus dem Hause Murdoch. Zwar beteiligt Google die News-Seiten mit bis zu 60 Prozent an den Werbeerlösen, doch genügt das den Verlagen nicht. Und während Google permanent neue Umsatzrekorde meldet, leidet die Verlagsbranche seit Jahren massiv unter sinkenden Einnahmen. Oder anders gesagt: Als die Medien noch das Monopol hatten auf begehrte Anzeigenplätze, verdienten sie mehr, als sie es jetzt im "Google-Zeitalter" tun, in dem Anzeigenplatz nicht mehr begrenzt ist und Anzeigenkunden unermessliche Möglichkeiten haben, ihre Botschaften zu verbreiten.
Murdoch will daher seine Inhalte nicht mehr kostenlos im Netz präsentieren und sich zudem nicht mehr über Google finden lassen. Was allerdings wieder Umsatz kostet und wohlmöglich nicht zu knapp: Bis zu 50 Prozent der Nutzer können durch eine Suchanfrage auf eine Newsseite kommen, Murdochs Werbereichweite würde vermutlich schrumpfen. Ob diese Verluste durch ein Bezahlmodell ausgeglichen werden könnten, ist fraglich. Solange das Gratisangebot im Netz weiter so groß ist wie derzeit, werden möglicherweise nur wenige Nutzer bereit sein, für Murdochs Inhalte zu bezahlen. Andere Zeitungen könnten daher sogar von Murdochs Plänen profitieren, weil sie danach noch mehr Leser, ergo Werbereichweite auf sich vereinen würden.
Ein Deal mit Microsoft als exklusivem Partner der Texte könnte Murdoch einen Ersatz für die Werbe- und Reichweiteneinbrüche verschaffen. Und Microsoft könnte umgekehrt spekulieren, dass Leser tatsächlich Interesse an Murdochs Inhalten haben und daher bereit wären, von Google zu Bing zu wechseln. Eine Chance also für Bing, sich auf dem Suchmaschinenmarkt zu positionieren. Laut den Daten von comScore hatte Bing im Oktober einen Anteil am US-Suchmarkt von noch nicht einmal zehn Prozent. Google kontrolliert den amerikanischen Markt mit über 65 Prozent.







ist einer der größten Flops von Microsoft und Murdoch wird das nicht ändern.
ich denke, daß die Internet-Nutzer die Zeitungen bald nicht mehr kennen werden, die nicht bei Google als Suchergebnisse auftauchen: nicht die Zeitung ist interessant, sondern die Nachricht. Das sollten die Damen und Herren Verleger nicht vergessen.
Wenn sie mit 60% der Werbeeinnahmen nicht zufrieden sind, müssen sie eben ihre eigenen Erfahrungen machen.
Warum sollten Suchende plötzlich auf Bing umsteigen? Dafür kann es keinen Grund geben.
Ich kann mir eher vorstellen, daß Google, wenn die Verleger herumzicken, eben eigene Deals mit den internationalen News-Agenturen macht und alle Verleger auflaufen läßt, die zu gierig sind.
Und wenn es den Verlegern tatsächlich schlecht gehen sollte und gute Journalisten freigesetzt werden, können diese ihre Arbeiten immer noch selbst über Google publizieren. Ich glaube, ein Journalist wäre glücklich, 60% der Werbeeinnahmen zu bekommen, die sein Artikel generiert.
"nicht die Zeitung ist interessant, sondern die Nachricht." Bravo, ich denke Sie treffen damit den Nagel auf den Kopf.
Man denke nur an die Musikindustrie, die unter Schmerzen lernen musste: Im Internet geht es um den Song, nicht um das Album.
Und natürlich würde ich gerne auch weiterhin die "Zeit" lesen. Aber diese wiederum veröffentlicht Analyse, das ist ein anderes Boot.
"nicht die Zeitung ist interessant, sondern die Nachricht." Bravo, ich denke Sie treffen damit den Nagel auf den Kopf.
Man denke nur an die Musikindustrie, die unter Schmerzen lernen musste: Im Internet geht es um den Song, nicht um das Album.
Und natürlich würde ich gerne auch weiterhin die "Zeit" lesen. Aber diese wiederum veröffentlicht Analyse, das ist ein anderes Boot.
Der Feind meines Feindes den ich für diesen „Dienst“ auch noch bezahlen muss ist mein Freund?
Dies klingt nicht wirklich sinnvoll. Wäre das geschwächte yahoo mit alltheweb nicht eh der bessere Partner für so was? Mal sehen wie lange MS die Zahlungen durchhält, wenn sie dann zustanden kommen sollten. Ich glaube nicht das MySpace oder Rebekah Wade irgendwelche Leute dazu bewegt bing zu nutzen, eher wird die Qualität der Google-Hits verbessert.
Noch sieht es aber anders aus:
Sitemap: http://www.foxnews.com/go...
Jetzt haben die Verlage einen Weg gefunden, wie man seinen Content vor den potientiellen Kunden verstekcen kann. Die Manager sollten für diese geniale Idee mit Bonis überschüttet werden. lol!
Gut, jeder darf "sein" Geld verbrennen, wie er es will.
Und ähnlich wie Springer hier zu Lande träumen die "Verleger" davon, für zusammengeklauten und kopierten Müll beim Benutzer abzusahnen. Denn eins ist klar, gute Recherearbeit, Journalismus mit Verstand und seriöse Bercihterstattung gibt es weder beim einen noch beim anderen. Und soviele Dummköpfe, die für nichts auch noch bezahlen, wird es (hoffentlich) nicht geben.
Wie sieht es eigentlich mit einer digitalen Ausgabe der ZEIT aus, ein solches Abo könnte ich mir zusammen mit einem guten Lesegerät schon als reizvolle Alternative vorstellen. ( Was wiederum zeigt, dass es auch Menschen gibt, die für gute Arbeit auch bezhalen wollen )
Nun gut... Da können sich der Clown Ballmer und der Greis Murdoch wenigstens im arm halten während sie untergehen.
Ich lasse mir von geldgierigen Managern nicht vorschreiben, welche Suchmaschiene ich nutzen soll. Wer sich bei Google nicht mehr finden lässt, der fällt bei mir eben aus dem Raster. Und wer sich so dreist gegenüber Kunden verhält, der wird nicht gelesen.
Was Microsoft angeht: Klarer kann man nicht demonstrieren das Bing nutzlos ist. Wer so einen Deal auch nur in Erwägung zieht, der hat auch keine Skrupel sich für gute Rankings in den Suchergebnissen bezahlen zu lasse. Für die Kunden heißt das: Bing ist parteiisch und damit unbrauchbar.
wird dies der nächste "Abnutzungs-medienformate-krieg", den nur einer gewinnen wird.
Ich tippe mal man wird zurückschauend von "Vista 2.0 Print Media Edition" sprechen.
Aber wer weiß, vielleicht haben sie sich ja insgeheim reichhaltig mit Optionen auf fallende Kurse abgesichert.
Wäre ja mal eine ganz neue Idee. :-)
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