Soziale Netzwerke Im Netz lügen wir nichtSeite 2/2
Natürlich, sagt Back, gebe es Menschen, die Netzwerke nutzten, um sich selbst darzustellen. Dies aber würde dann völlig korrekt als Persönlichkeitsmerkmal erkannt – ein Narziss enttarnt sich auch als solcher.
Interessant auch, wie sich die Forscher den Effekt erklären. Einerseits hätten wir offensichtlich das Bedürfnis, wahrgenommen zu werden und uns so darzustellen, wie wir tatsächlich sind. Und dieses Bedürfnis lasse sich im Netz sehr gut ausleben. Wegen der Menge an Informationen, die in den Profilen transportiert würden, lasse sich die Persönlichkeit damit ausdrücken, man könne andere über sich informieren. Der Gedanke scheint von Vielen bereits verinnerlicht, war doch ein Ergebnis, dass den Informationen anderer vertraut wird. "Nutzer sozialer Netzwerke verlassen sich auf die Informationen, die sie fremden Profilen entnehmen", sagt Back. Mehr Vertrauen führe damit auch zu mehr Nutzern.
"Andererseits funktioniert es auch sehr schlecht, sich falsch darzustellen", sagt Back. Denn ein großer Teil der Informationen auf solchen Profilseiten kommt nicht vom Inhaber, sondern von seinen Kontakten. Freunde kommentieren die dort eingestellten Bilder und Informationen, ergänzen sie um eigene und gewichten sie so. Seine Freunde aber könne man nur schwer beeinflussen, das eigene "Spiel" mitzuspielen. Zumindest sei es mühsam.
Unklar sei noch, wie wichtig dabei die einzelnen Elemente der Seiten sind, Portraitfotos beispielsweise. Das wolle man noch untersuchen. Genau wie die Frage, wie sich die Übergänge zwischen direkten Kontakten und denen im Netz gestalteten, wie also zum Beispiel Facebook auf unser Leben zurückwirkt. Eines aber sei bereits klar, sagt Back. "Soziale Netzwerke verändern unser Verständnis von Privatheit."
Online ist die Studie nicht, die Ergebnisse will man in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlichen.
- Datum 19.11.2009 - 17:31 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 16
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Was Sie nicht sagen...
Gezeichnet,
Fiesoduck
die meisten zeigen sich nur als Zombies, Nein, sie sind tatsächlich echte Zombies. Um das wissenschaftlich zu belegen, haben die Zombies eine Studie machen lassen, bei anderen Zombies.
Ich kann der These "Die Profile zeigen unser wahres Ich" nicht pauschal zustimmen. Ich würde es auch nicht als "lügen" bezeichnen, denn dies setzt eine Absicht voraus. Ich würde eher sagen, dass sich viele Socialnetwork-user in ihren Profil so geben, wie sie gerne sein würden, cool, selbstbewusst, witzig. Oft stecken Leute hinter diesen Profilen, die im Alltag eher graue Mäuse sind.
Die eigentliche Aussage ist doch, dass solche Versuche nicht funktionieren, weil andere Benutzer den "fake" als solchen erkennen und die wahre Persönlichkeit herauslesen.
Ich muss sagen, die These "Andererseits funktioniert es auch sehr schlecht, sich falsch darzustellen" stimmt zu. Meist versucht man sich vor seinen Freunden, die mit den Profilen verknüpft sind eines Einzelnen, so zu beschreiben, wie man annimmt zu sein. Also hat man keine andere Möglichkeit, als sich selber so zu beschreiben, wie man ist, da sonst die "Freunde" es widerlegen könnten.
Je nach angenommener Verteilung muss man sich ernsthaft fragen, ob 236 Personen eine ausreichende Stichprobengröße sind, um auf über 300.000.000 aktive Facebook-Nutzer zu schließen.
Quelle: http://www.facebook.com/p...
Ich gehe davon aus, dass bei der (eher qualitativ als quantitativ) durchgeführten Auswertung eine Verallgemeinerbarkeit besteht. Die Studie hat ja anscheinend nicht als Ergebnis gebracht, dass ein gewisser Anteil sich adäquat selbst darstellt, sondern dass dies ein grundlegendes Prinzip ist.
[...] (Bitte verzichten Sie auf das Posten von Werbung. Die Redaktion /ft)
Ich gehe davon aus, dass bei der (eher qualitativ als quantitativ) durchgeführten Auswertung eine Verallgemeinerbarkeit besteht. Die Studie hat ja anscheinend nicht als Ergebnis gebracht, dass ein gewisser Anteil sich adäquat selbst darstellt, sondern dass dies ein grundlegendes Prinzip ist.
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Ich bin halt wirklich so geil, wie ich in meinem Profil schreibe...
Ich gehe davon aus, dass bei der (eher qualitativ als quantitativ) durchgeführten Auswertung eine Verallgemeinerbarkeit besteht. Die Studie hat ja anscheinend nicht als Ergebnis gebracht, dass ein gewisser Anteil sich adäquat selbst darstellt, sondern dass dies ein grundlegendes Prinzip ist.
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