Kostenlos im Netz Wer lesen will, muss lösen
Rupert Murdoch macht seine Online-Zeitungen kostenpflichtig: Wer auf die "Times" zugreifen will, muss Tagestickets kaufen. Ein Modell, von dem sich viele Vieles erhoffen.
© Peter Macdiarmid/Getty Images

Die "Times " kostet ab dem Frühjahr auch im Netz Geld
"Die 100 besten Bücher unseres Jahrzehnts", "Bakterien in Wick-Spray gefunden" und "Nach 25 Jahren sagt Oprah tschüss!" – das waren am Freitag die Schlagzeilen auf der Internetseite der britischen Times. Geht es nach ihrem Besitzer Rupert Murdoch, müssen seine Leser für diese und andere Geschichten schon bald in die Tasche greifen. Der Medienmogul schickt sich nämlich an, zumindest auf seinen Seiten mit einer fest verankerten Gewohnheit im Netz zu brechen: Journalismus soll dort – anders als bisher – künftig nicht mehr kostenfrei zu haben sein.
Schon ab dem Frühjahr sollen Leser Tagestickets wie bei Bus und Bahn lösen. Wer dann einen Euro zahlt, kann das Angebot einen ganzen Tag lang nutzen. Der Times-Journalismus im Netz würde damit so viel kosten wie die gedruckte Zeitung am Kiosk. Andere Blätter des Konzerns sollen folgen, darunter die britische Boulevardzeitung Sun und der Australian.
Murdoch profiliert sich damit als Vorreiter einer Bewegung, die sich gegen die gern so genannte "Kostenlosmentalität" im Internet richtet. Seine Titel dürften jedoch nicht die einzigen bleiben, die für ihre Inhalte im Netz Geld verlangen werden. Auch deutsche Verlage überlegen längst, wie sie ihren Lesern etwas entlocken können.
Einzelne rücken dafür ihre Archivtexte nur noch gegen Gebühr heraus. Die Süddeutsche, die größte deutsche Qualitätszeitung des Landes, versucht das bereits seit 2006. Dafür stellt sie zu aktuellen Themen Dossiers aus bereits erschienenen Texten zusammen, die dann im Paket nur ein paar Euro kosten. Im Verlag heißt es, dass sich dieses Geschäft bisher nicht gelohnt hat. Offiziell bestätigen will das jedoch keiner. Ein Mitarbeiter sagt indes, sie seien "schon froh, wenn wir mit den Einnahmen wenigstens die Kosten für die Entwicklung der Plattformen decken können".
Dass Leser sehr wohl bereit sind, Recherchen und aufwändige Analysen zu bezahlen, beweisen zumindest Wirtschaftszeitungen. Die abonnieren allerdings meist Unternehmen für ihr Top-Personal und nicht die Leser selbst. Wo Abrufe aus der Portokasse bezahlt werden, brummt das Geschäft: Die Londoner Financial Times nimmt schon heute mehr als jedes fünfte britische Pfund im Netz ein und nicht mehr am Kiosk. Und auch das Wall Street Journal aus dem Hause Murdoch hat viele Leser davon überzeugt, für Onlineartikel zu zahlen.
Manager und Makler, die auf die Informationen weit stärker angewiesen sind als der normale Leser auf Klatsch und Tratsch, haben aber auch keine Wahl: Weite Teile der Auftritte von FT und WSJ und damit die Inhalte der beiden Großen in dem Bereich, gibt es nur gegen Bares.
Andere sehen ihre Chance darin, an der mobilen Nutzung ihrer Inhalte zu verdienen. Der Axel-Springer-Verlag verlangt für neue iPhone-Anwendungen seines Boulevardblattes B.Z. einmalig 79 Cent. Ab Frühjahr wird es die "App" dann nur noch im Abo geben. Bild und Welt wollen folgen. Springer will den Druck auf seine Leser mit einem Trick erhöhen: Wer die "App" der Zeitungen nicht gekauft hat, dem bleibt der Zugang auf die Seiten von Bild & Co. verwehrt, selbst wenn er nur mit seinem normalen iPhone-Browser unterwegs ist.
- Datum 20.11.2009 - 15:10 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...ist die Datensicherheit. Solche Zahlvorgänge bergen Gefahren, die man nicht überblickt. Momentan sehen wir das mit den Kreditkarten und im Internet ist es sicher nicht sicherer. So würde man ein unkalkulierbares Risiko eingehen für einen Konsumbetrag von 1 Euro durch Angabe der Kontendaten und hätte grosse Summen Kleinstüberweisungen zu überwachen.
Nun ja - wer bei iTunes einzelne musictracks kauft, nimmt ja bereits an einem online Bezahlsystem teil. Ich denke nicht, dass die Sicherheitsbedenken da ueberwiegen.
Ausserdem koennte es ja auch ueber ein online-Abo funktinieren, das per normaler Briefpost abgeschlossen wird.
ICh denke allerdings, dass die Logik "wer online liest hat nicht bezahlt" zu kurz greift. Ich kaufe regelmaessig Zeitungen in Printversion - zusaetzlich nutze ich online- Portale verschiedener Zeitungen. Ich glaube, dass die meisten online-Leser zugleich auch Print-Leser sind. Die wenigsten waeren aber wohl bereit, 2 mal fuer dasselbe Angebot zu bezahlen - wenn sie also bereit fuer die online Version bezahlt haben, werden sie nicht dann noch einmal die Zeitung am Kiosk kaufen - falls das bei vielen Kunden aehnlich ist, dann ist absolut gesehen nicht viel zu gewinnen.
...kann sein, obwohl ich selbst das wie oben handhabe.
Nun ja - wer bei iTunes einzelne musictracks kauft, nimmt ja bereits an einem online Bezahlsystem teil. Ich denke nicht, dass die Sicherheitsbedenken da ueberwiegen.
Ausserdem koennte es ja auch ueber ein online-Abo funktinieren, das per normaler Briefpost abgeschlossen wird.
ICh denke allerdings, dass die Logik "wer online liest hat nicht bezahlt" zu kurz greift. Ich kaufe regelmaessig Zeitungen in Printversion - zusaetzlich nutze ich online- Portale verschiedener Zeitungen. Ich glaube, dass die meisten online-Leser zugleich auch Print-Leser sind. Die wenigsten waeren aber wohl bereit, 2 mal fuer dasselbe Angebot zu bezahlen - wenn sie also bereit fuer die online Version bezahlt haben, werden sie nicht dann noch einmal die Zeitung am Kiosk kaufen - falls das bei vielen Kunden aehnlich ist, dann ist absolut gesehen nicht viel zu gewinnen.
...kann sein, obwohl ich selbst das wie oben handhabe.
Zitat: "Während Lesern seit jeher antrainiert wurde, dass sie aktuelle Nachrichten bis hin zu aufwändigen Reportagen an jeder Ecke im Internet für lau bekommen"
Wo sind sie denn, die aufwendigen Reportagen? Wo die exzellent recherchierten Artikel, wo die gutfundierten Hintergrundberichte, die diesen Namen auch verdienen?
Solange 99% aller (kostenlosen) Angebote aus zusammengeschustertem Schmonzes bestehen, ist absolut kein Grund ersichtlich, für dieses Zeug auch noch zu zahlen.
Und was die von irgendwelchen Schlipsträgern abonnierten Börsen- und Analysen-News anlangt: Sie haben kaum einen der Finanznasen davor bewahrt, im Rahmen der Krise als Depp dazustehen.
Online Ausgaben der Zeitungen kostenpflichtig zu machen hätte nebst anderem den Vorteil, dass uns hier in den Kommentaren die zahllosen aus der ultra-linken Ecke stammenden foristen erspart blieben, die zwar nie auch nur 1 cent für das Blatt ausgeben, aber der festen Meinung sind, über die kostenlosen online Versionen für ihre Weltbeglücklungsstrategien missionieren zu können. Oder gar den Charakter einer Zeitung "umzupolen". ZEIT-Herausgeber Josef Joffe beispielsweise ist ja eine Lieblings-Hassobjekt dieser Leute. Das würde schlagartig aufhören, müsste man dafür bezahlen.
Hehe, da hab ich auch sofort dran gedacht. Die ganzen kleinen Weltverbesserer, die von der Linkspartei bestimmt dafür angeheuert wurden unqualifizierte, oberflächliche Kommentare zu schreiben, würden dann schmerzlich ihr neugewonnenes Hobby wieder aufgeben müssen. Das wäre mal ne echte Bereicherung für die "Zeit".
Ich versteh sowieso nicht warum sich nicht alle Verlage zusammentun und eine Art Prepaid-Programm entwickeln, wo automatisch pro vom Leser aufgerufenen und damit freigeschaltetem Artikel ein paar Cent gezahlt werden...das hat nicht mal was mit Kartellrecht zu tun, sondern es geht um die Existenz der Zeitungen. Sieht man sich alleine auf der "Zeit" die Entwicklung von Kommentaren zu recherchierten Berichten an, so hat sich die Qualität dahingehend stark verschlechtert. Masse statt Klasse. Und das, obwohl Zeitungen neben dem Fernsehen das wahrscheinlich wichtigste Meinungsbildungsmedium ist und damit unabdingbar für die Demokratie.
@ inkompetent
Die Aufgabe eines Journalisten ist ja gerade, Informationen zu sammeln und diese in einen Artikel fließen zu lassen. Journalisten sind schon seit Jahrzehnten unterbezahlt, gerade dadurch können sich nur wirklich gute Schreiber profilieren. Wenn ich allerdings, wie sie vorschlagen, direkt beim Journalisten die Informationen abrufe, wird eine Unmenge von Informationen und Seiten freigeschaltet, die ein normal arbeitender Mensch nicht alle entdecken und deren Qualität beurteilen kann. Es braucht immer einen Vermittler...
Hehe, da hab ich auch sofort dran gedacht. Die ganzen kleinen Weltverbesserer, die von der Linkspartei bestimmt dafür angeheuert wurden unqualifizierte, oberflächliche Kommentare zu schreiben, würden dann schmerzlich ihr neugewonnenes Hobby wieder aufgeben müssen. Das wäre mal ne echte Bereicherung für die "Zeit".
Ich versteh sowieso nicht warum sich nicht alle Verlage zusammentun und eine Art Prepaid-Programm entwickeln, wo automatisch pro vom Leser aufgerufenen und damit freigeschaltetem Artikel ein paar Cent gezahlt werden...das hat nicht mal was mit Kartellrecht zu tun, sondern es geht um die Existenz der Zeitungen. Sieht man sich alleine auf der "Zeit" die Entwicklung von Kommentaren zu recherchierten Berichten an, so hat sich die Qualität dahingehend stark verschlechtert. Masse statt Klasse. Und das, obwohl Zeitungen neben dem Fernsehen das wahrscheinlich wichtigste Meinungsbildungsmedium ist und damit unabdingbar für die Demokratie.
@ inkompetent
Die Aufgabe eines Journalisten ist ja gerade, Informationen zu sammeln und diese in einen Artikel fließen zu lassen. Journalisten sind schon seit Jahrzehnten unterbezahlt, gerade dadurch können sich nur wirklich gute Schreiber profilieren. Wenn ich allerdings, wie sie vorschlagen, direkt beim Journalisten die Informationen abrufe, wird eine Unmenge von Informationen und Seiten freigeschaltet, die ein normal arbeitender Mensch nicht alle entdecken und deren Qualität beurteilen kann. Es braucht immer einen Vermittler...
Wie man es auch immer bewerten mag - Murdochs Versuch wird scheitern. Aktuelles Geschehen fliegt einem überall aus Radio/TV um die Ohren. Und dazu bedarf es keiner Zeitung. Und schon gar nicht einer, für die bei immer enger werdenden Budgets der privaten Haushalte auch noch bezahlt werden muss.
Selbst Premiere/Sky wird wieder zurückgehen, die Zuschauer sind übersättigt, die Programme öde. Auch ich werde das Abo dort nicht verlängern.
Man wird sich auf eine sich schnell ändernde Medienwelt einstellen müssen.
Ganz prinzipiell bin ich ja nicht dagegen, für Inhalte zu bezahlen.
Aber leider machen Paywalls die Inhalte viel weniger attraktiv. Wenn ich einen Artikel lese, dann möchte ich ihn auch mit Freunden über E-Mail, Twitter usw. teilen können.
Daher mein Vorschlag: Freiwillige Abos. Vielleicht garniert mit ein paar Symbolischen Vorteilen.
Ganz generell würden dann jene zahlen, die die Zeitung häufig lesen. Die Zeitungen müssten sich jedoch einzigartig machen und auf die Leser eingehen. Dass sättigt keinen Murdoch, aber sollte guten Journalismus ermöglichen.
Zeitungen und Journalisten genießen schließlich einige rechtliche und kulturelle Privilegien, da sie eine Wichtige Funktion für die Demokratie haben. Paywalls schränken diese Nützlichkeit ein. Somit wäre zu überlegen, ob Institutionen, die Paywalls im Netz errichten überhaupt noch durch die Pressefreiheit und die abgeleiteten Rechte geschützt werden sollten.
also ich weiß nicht, ranjit,
nur weil prinzipiell einige menschen bereit "wären", für abos ect. zu zahlen, heißt das nicht, dass sie es dann auch tun, sobald das bezahlen freiwillig ist.
da wird jeder vorm rechner sitzen u denken: na, irgendwer wird schon was geben, aber für mich bleibts umsonst, merkt ja auch keiner!....
also ich weiß nicht, ranjit,
nur weil prinzipiell einige menschen bereit "wären", für abos ect. zu zahlen, heißt das nicht, dass sie es dann auch tun, sobald das bezahlen freiwillig ist.
da wird jeder vorm rechner sitzen u denken: na, irgendwer wird schon was geben, aber für mich bleibts umsonst, merkt ja auch keiner!....
Es ist zu teuer, 1 Euro für etwas auszugeben, dessen Qualität man nicht kennt.
Wenn es ein paar Cent wären für je ein Thema, würde ich zahlen. Möglich wäre das ja über paypal oder anderes micropayment. Die Frage ist jedoch: wozu benötigt man noch Verleger? Wäre es nicht besser, die Journalisten selbst würden direkt ihre Informationen verkaufen? Heute bekommen viele Hungerlöhne, und dadurch leidet die Qualität des Journalismus. Ich persönlich würde lieber bei bestimmten Journalisten direkt oder bei Presseagenturen einkaufen, anstatt Verlegern zu helfen, weitere Milliarden anzuhäufen. Wenn es Verleger gäbe, die konkret die Schwachen dieser Gesellschaft durch Informationen unterstützen würden, wäre ich auch bereit, für Artikel zu zahlen, allerdings niemals für eine einzige Zeitung einen Euro oder auch nur Dollar pro Tag. Wie soll ich nsonst verschiedene Standpunkte lesen, verschiedene Info-Quellen anzapfen, um sie vergleichen zu können? Nur so wird für mich ein Schuh daraus.
also ich weiß nicht, ranjit,
nur weil prinzipiell einige menschen bereit "wären", für abos ect. zu zahlen, heißt das nicht, dass sie es dann auch tun, sobald das bezahlen freiwillig ist.
da wird jeder vorm rechner sitzen u denken: na, irgendwer wird schon was geben, aber für mich bleibts umsonst, merkt ja auch keiner!....
Hehe, da hab ich auch sofort dran gedacht. Die ganzen kleinen Weltverbesserer, die von der Linkspartei bestimmt dafür angeheuert wurden unqualifizierte, oberflächliche Kommentare zu schreiben, würden dann schmerzlich ihr neugewonnenes Hobby wieder aufgeben müssen. Das wäre mal ne echte Bereicherung für die "Zeit".
Ich versteh sowieso nicht warum sich nicht alle Verlage zusammentun und eine Art Prepaid-Programm entwickeln, wo automatisch pro vom Leser aufgerufenen und damit freigeschaltetem Artikel ein paar Cent gezahlt werden...das hat nicht mal was mit Kartellrecht zu tun, sondern es geht um die Existenz der Zeitungen. Sieht man sich alleine auf der "Zeit" die Entwicklung von Kommentaren zu recherchierten Berichten an, so hat sich die Qualität dahingehend stark verschlechtert. Masse statt Klasse. Und das, obwohl Zeitungen neben dem Fernsehen das wahrscheinlich wichtigste Meinungsbildungsmedium ist und damit unabdingbar für die Demokratie.
@ inkompetent
Die Aufgabe eines Journalisten ist ja gerade, Informationen zu sammeln und diese in einen Artikel fließen zu lassen. Journalisten sind schon seit Jahrzehnten unterbezahlt, gerade dadurch können sich nur wirklich gute Schreiber profilieren. Wenn ich allerdings, wie sie vorschlagen, direkt beim Journalisten die Informationen abrufe, wird eine Unmenge von Informationen und Seiten freigeschaltet, die ein normal arbeitender Mensch nicht alle entdecken und deren Qualität beurteilen kann. Es braucht immer einen Vermittler...
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