Filesharing Die Zukunft der Verwertung

Filesharing-Debatte: Datentauschen ist kein Verbrechen, und Künstler können dank digitaler Verbreitung Geld verdienen – die Piratenpartei über neue Geschäftsmodelle.

Illegale Kopien von CDs und DVDs lassen sich – wie hier auf den Philippinen – vernichten, kopierte Daten aber sind kaum noch aus dem Netz zu bekommen.

Illegale Kopien von CDs und DVDs lassen sich – wie hier auf den Philippinen – vernichten, kopierte Daten aber sind kaum noch aus dem Netz zu bekommen.

"Freie Kultur besteht darin, dass alle, die ihr angehören, frei sind, an ihrer Weitergabe und Weiterentwicklung teilzuhaben – ohne Beschränkungen, wer teilnehmen darf und auf welche Weise." Lawrence Lessig

Einst war es allein wenigen Produzenten vorbehalten, der Bevölkerung mediale Inhalte zur Verfügung zu stellen. Heute kann jeder Internetnutzer jeden anderen erreichen. Filme, Meinungen, Musik, Wissen und viele weitere Informationen können weltweit ausgetauscht werden. Mit dem Internet steht ein globales Netz zur Verfügung, das an Reichweite und Potenzial zur Verbreitung digitaler Inhalte durch nichts zu überbieten ist. Der Austausch von digitalen Informationen findet weltweit, in lokalen Netzen oder innerhalb der Familie und des Freundeskreises statt.

Der Menschheit stehen somit Möglichkeiten offen, an deren politischer Dimension allenfalls die Besitzstandswahrer der Contentindustrie zweifeln. Jeder ist in der Lage, Inhalte zu konsumieren, zu produzieren und sie mit wenigen Klicks zu verbreiten – lokal wie global. Die meisten Menschen nutzen diese Möglichkeiten unentgeltlich und in ihrer Freizeit. Das ist zweifellos ein altruistischer Akt.

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Die Contentindustrie sieht sich durch den unbegrenzbaren Informationsfluss allerdings in ihrer Existenz bedroht und fordert daher Einschränkungen dieser Freiheit. Sie möchte die Befugnis zum Sperren von Inhalten und will die Zugangsanbieter verpflichten, dafür zu sorgen, dass von ihr verwertbare Inhalte nicht unkontrolliert auf die Endgeräte der Verbraucher gelangen. Dabei nimmt sie ohne jeden Skrupel in Kauf, dass der gesamte Datenverkehr aller Internetnutzer überwacht werden muss.

Vom Tonband bis zu den Online-Tauschbörsen hat die Verwertungsindustrie stets mit Kampfbegriffen wie "geistiges Eigentum" oder "Raubkopieren" versucht, das private Vervielfältigen von Medieninhalten mit Diebstahl gleichzusetzen. Dennoch ist Filesharing bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen; Millionen von Menschen haben die entsprechenden Techniken bereits genutzt, und immer mehr werden es in Zukunft tun.

Ihre Absicht ist es allerdings nicht, dadurch hemmungslos Geld zu sparen. Das Downloaden von digitalen Inhalten lässt das Rechtsempfinden der Menschen unberührt, denn Informationen – und somit Medieninhalte – sind weder knapp, noch kann man sie 'stehlen'. Wird etwas gestohlen, steht es dem rechtmäßigen Eigentümer nicht mehr zur Verfügung; das ist hier nicht der Fall. Nicht alle Menschen können in demselben Auto fahren, aber sie alle können dasselbe Lied hören.

Das Geschäftsmodell der Verknappung

Obwohl die Urheber kostbare Zeit, Mühe und Mittel in die Erstellung von Inhalten investiert haben, ist der Preis für nicht verknappbare immaterielle Güter gleich Null. Dennoch waren die Umsätze mit Musik-CDs früher enorm hoch. Dies wurde aber nur dadurch gewährleistet, dass zu jener Zeit die Inhalte auf Datenträgern vervielfältigt werden mussten, um sie zu verbreiten. Genau diesen Dienst übernahmen die Verleger. Die Situation war für sie durchaus vorteilhaft, weil sich so ein Vermarktungsweg für die Inhalte selbst schaffen ließ. Der Gesetzgeber musste den Urhebern daher nur Rechte gegenüber den Verwertern einräumen. Und dies ist auch der eigentliche Zweck des Urheberrechts.

Durch das Aufkommen des Internets wurden die bisherigen Verwertungsmodelle obsolet. Das Verbreiten und Vervielfältigen von Inhalten geschieht heute in großem Maß durch Filesharing. Natürlich versuchen sich die Verwerter dagegen zu wehren. Zu diesem Zweck pervertieren sie das Urheberrecht: Es wird zur Kriminalisierung der Konsumenten missbraucht, um die bisherigen Vermarktungskanäle zu erhalten. Eine künstliche Verknappung durch Gesetze und technische Einschränkungen (Digital Rights Management) soll dabei die physische Knappheit der Datenträger ersetzen.

Doch diese Ansätze sind zum Scheitern verurteilt. Der Gesetzgeber kann nicht gegen die breite Masse der Bevölkerung vorgehen, sondern kann nur im gewerblichen Rahmen Regelungen treffen. Das Geschäftsmodell der Verknappung ist veraltet. Aus diesem Grund müssen neue Wege beschritten werden, durch die Kunstschaffende entlohnt werden können.

Die andere Seite der Verwertung

Es gibt auch Beispiele von Verwertung, denen die technologischen Umbrüche vergleichsweise wenig schaden. Während der Verkauf von Kopien – etwa in Form von Musik-CDs – ins Wanken geraten ist, bleiben vor allem Modelle mit sozialen Komponenten unberührt, wie etwa Kino und Live-Konzerte. Genauso wie die Menschen in einer Gaststätte bereit sind, drei Euro für ein Bier zu zahlen, obwohl sie es für 50 Cent im Supermarkt bekommen können, geben sie auch bereitwillig sieben Euro für eine Kinokarte aus. Der Europarat bescheinigt dem Kinojahr 2008 sogar einen Anstieg der Besucherzahlen.

Leser-Kommentare
  1. "... denn Informationen – und somit Medieninhalte – sind weder knapp, noch kann man sie 'stehlen'..."

    Nach dieser Argumentation werden sie ja wohl nichts dagegen haben, daß ich die ZEIT Donnerstags morgens kurz nach Kiosköffnung einscanne, und als PDF kostenlos per öffentlicher Mailingliste verschicke?
    Oder ausdrucke und verkaufe?
    Ich muß ja keine Redaktion mit durchfüttern,
    Konkurrenzfähig wird mein Produkt also sein...

    Es gibt nicht umsonst ein Copyright.
    Wie wollen sie sonst z.B. Qualitätsjournalismus finanzieren?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    blubird,
    Sie haben vielleicht den Artikel nicht zum Ende gelesen.
    Die Zeit ist schon zum großen Teil kostenlos, sonst hätten Sie diese Artikel nicht lesen können.
    Teil der Zeitungfinanzierung wird über Werbung gemacht.
    Ich lese die Zeit fast täglich im Internet, trotzdem aboniere ich die Zeit seit 2 Jahren. Ich mag bespielsweise bestiemte Artikel auf Papier zu lesen, man muss nicht immer vor dem Computer sein. Man könnte zwar den Artikel drücken, aber ist nicht das selber.

    Zum ersten:
    Dieser Artikel ist nicht aus der Redaktion der ZEIT selbst entsprungen, sondern eine Meinung der Piratenpartei, die hier in der ZEIT veröffentlicht (was ich persönlich sehr gut finde).

    Zum zweiten:
    Ja, was hindert sie, die Zeitung zu kaufen, schnell aber bitte höchstwertig einzuscannen und dann kostenlos zu verteilen? Sie könnten genau das tun, wenn es die ZEIT selbst nicht schon tun würde (oder sonst jede Zeitung weltweit, mit einer kostenlosen Onlinepräsenz). Oder Newsaggregatoren, die die Nachrichten nach Schlagworten sammeln und per Mail die Links zusenden. Sie könnten es tun und versuchen, damit ein wenig Geld zu verdienen und doch wäre ihr Produkt minderwertig gegenüber den originären Quellen. Allein das Fehlen diese Kommentar- und Diskussionsfunktion hier würde ihre "Mailingliste" für mich schlechter als das Original auf dieser Seite hier machen.
    Auch wenn der Gedanke für sie neu zu sein scheint:
    Die Information ist frei und relativ billig, sollte sie nicht mit Macht eingedämmt und verknappt werden. Die wa(h)re Leistung liegt in der Aufbereitung und, jetzt im Internetzeitalter, in der Möglichkeit sie zu diskutieren und weiterzuleiten. Geschaltete Werbebanner und ähnliches ermöglichen das. Warum also knausern?
    Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, die Information unter angabe der Herkunft frei und nichtkommerziell nutzen zu können. Auch Neues zu schaffen. Dieses als nicht funktional zu bezeichnen ist reines schützen alter, überholter Modelle.

    blubird,
    Sie haben vielleicht den Artikel nicht zum Ende gelesen.
    Die Zeit ist schon zum großen Teil kostenlos, sonst hätten Sie diese Artikel nicht lesen können.
    Teil der Zeitungfinanzierung wird über Werbung gemacht.
    Ich lese die Zeit fast täglich im Internet, trotzdem aboniere ich die Zeit seit 2 Jahren. Ich mag bespielsweise bestiemte Artikel auf Papier zu lesen, man muss nicht immer vor dem Computer sein. Man könnte zwar den Artikel drücken, aber ist nicht das selber.

    Zum ersten:
    Dieser Artikel ist nicht aus der Redaktion der ZEIT selbst entsprungen, sondern eine Meinung der Piratenpartei, die hier in der ZEIT veröffentlicht (was ich persönlich sehr gut finde).

    Zum zweiten:
    Ja, was hindert sie, die Zeitung zu kaufen, schnell aber bitte höchstwertig einzuscannen und dann kostenlos zu verteilen? Sie könnten genau das tun, wenn es die ZEIT selbst nicht schon tun würde (oder sonst jede Zeitung weltweit, mit einer kostenlosen Onlinepräsenz). Oder Newsaggregatoren, die die Nachrichten nach Schlagworten sammeln und per Mail die Links zusenden. Sie könnten es tun und versuchen, damit ein wenig Geld zu verdienen und doch wäre ihr Produkt minderwertig gegenüber den originären Quellen. Allein das Fehlen diese Kommentar- und Diskussionsfunktion hier würde ihre "Mailingliste" für mich schlechter als das Original auf dieser Seite hier machen.
    Auch wenn der Gedanke für sie neu zu sein scheint:
    Die Information ist frei und relativ billig, sollte sie nicht mit Macht eingedämmt und verknappt werden. Die wa(h)re Leistung liegt in der Aufbereitung und, jetzt im Internetzeitalter, in der Möglichkeit sie zu diskutieren und weiterzuleiten. Geschaltete Werbebanner und ähnliches ermöglichen das. Warum also knausern?
    Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, die Information unter angabe der Herkunft frei und nichtkommerziell nutzen zu können. Auch Neues zu schaffen. Dieses als nicht funktional zu bezeichnen ist reines schützen alter, überholter Modelle.

  2. blubird,
    Sie haben vielleicht den Artikel nicht zum Ende gelesen.
    Die Zeit ist schon zum großen Teil kostenlos, sonst hätten Sie diese Artikel nicht lesen können.
    Teil der Zeitungfinanzierung wird über Werbung gemacht.
    Ich lese die Zeit fast täglich im Internet, trotzdem aboniere ich die Zeit seit 2 Jahren. Ich mag bespielsweise bestiemte Artikel auf Papier zu lesen, man muss nicht immer vor dem Computer sein. Man könnte zwar den Artikel drücken, aber ist nicht das selber.

    Antwort auf "Ganz töfte!"
  3. Zum ersten:
    Dieser Artikel ist nicht aus der Redaktion der ZEIT selbst entsprungen, sondern eine Meinung der Piratenpartei, die hier in der ZEIT veröffentlicht (was ich persönlich sehr gut finde).

    Zum zweiten:
    Ja, was hindert sie, die Zeitung zu kaufen, schnell aber bitte höchstwertig einzuscannen und dann kostenlos zu verteilen? Sie könnten genau das tun, wenn es die ZEIT selbst nicht schon tun würde (oder sonst jede Zeitung weltweit, mit einer kostenlosen Onlinepräsenz). Oder Newsaggregatoren, die die Nachrichten nach Schlagworten sammeln und per Mail die Links zusenden. Sie könnten es tun und versuchen, damit ein wenig Geld zu verdienen und doch wäre ihr Produkt minderwertig gegenüber den originären Quellen. Allein das Fehlen diese Kommentar- und Diskussionsfunktion hier würde ihre "Mailingliste" für mich schlechter als das Original auf dieser Seite hier machen.
    Auch wenn der Gedanke für sie neu zu sein scheint:
    Die Information ist frei und relativ billig, sollte sie nicht mit Macht eingedämmt und verknappt werden. Die wa(h)re Leistung liegt in der Aufbereitung und, jetzt im Internetzeitalter, in der Möglichkeit sie zu diskutieren und weiterzuleiten. Geschaltete Werbebanner und ähnliches ermöglichen das. Warum also knausern?
    Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, die Information unter angabe der Herkunft frei und nichtkommerziell nutzen zu können. Auch Neues zu schaffen. Dieses als nicht funktional zu bezeichnen ist reines schützen alter, überholter Modelle.

    Antwort auf "Ganz töfte!"
    • hollo
    • 14.12.2009 um 15:39 Uhr

    Schon in der Steinzeit hieß das Motto getelite Infomationen sind doppelte Informationen.

    Der Austausch hat dafür gesorgt das wir uns so rasant entwickelt haben.

  4. Wie nett, dass diejenigen, die noch nie etwas selbst produziert haben, stets bereit sind das Eigentum anderer Leute zu teilen.

    • etm
    • 14.12.2009 um 16:47 Uhr

    Also, ich produziere, und ich teile die im Artikel vertretene Meinung vollkommen. Der Begriff "gestiges Eigentum" ist absurd.

  5. ... es wird noch sehr lange dauern, bis sich diese Sichtweise zum Filesharing durchsetzt. Die Denkprozesse sind zu eingefahren.
    Wenn man sich das Beispiel von "blubird" ansieht, dann scheint auf den ersten Blick tatsächlich ein Schaden für "Die Zeit" zu entstehen, wenn ein Raubkopierer die Information digitalisieren und massenhaft verbreiten würde. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass durch eine solche Aktion ein gewaltiger Werbeeffekt eintreten würde. Diese Ausgabe würde sich wahrscheinlich besonders gut verkaufen.
    Das Beispiel erinnert mich an die Nachricht zum Film Ink: http://www.gamestar.de/ha...
    Jamin Winans hatte möglicherweise eine ähnliche Ansicht zu Raubkopien wie die meisten Menschen heutzutage. Nur durch Zufall ist jetzt sein Film erfolgreich geworden. Möglicherweise gibt es dadurch ein paar weitere Leute, die erkennen, dass künstliche Verknappung kein funktionierendes Geschäftsmodell für digitale Inhalte ist.
    Insgesamt sind das aber viel zu wenige Menschen, und die Marketingmaschinerie der Verwertungsindustrie läuft fleissig.
    Es gibt aber zwei Hoffnungspunkte:
    1. Die Glaubwürdigkeit von Marketingaussagen nimmt mit dem Intellekt der Zielgruppe ab. Entscheider haben aber tendenziell einen hohen Intellekt(Ja, es gibt Ausnahmen).
    2. Digitale Inhalte sind Informationen und Informationen haben die Eigenschaft sich zu Verbreiten und dabei ALLE Sperren zu überwinden.

  6. Es wird immer so getan, als ob es die bösen Verwertungsmedien sind, die gegen filesharing sind und die Urheber, sprich Autoren, Musiker und Komponisten es eigenlich ganz klasse finden. Dem ist nicht so. Jeder Musiker, Autor oder Journalist, den ich kenne, ist dagegen und verbittet es sich von Leuten wie den Autoren dieses Beitrags vereinnahmt zu werden. Jedem, der gerne eigenes freiwillig und kostenlos etwas im Internet verbreiten möchte, sei das unbenommen. Doch jeder soll gefälligst nur für sich selber sprechen und entscheiden und nicht, und das ist das unerträgliche an der Argumentation in diesem Artikel, so tun als habe er das Recht, im Namen aller Kreativen zu sprechen. Es mag einige Bands geben, die ihre Schäfchen bereits im trockenen haben oder genügend alternative Einkommenswege haben und es sich leisten können, so zu tun als ob. Doch der überwiegende Teil leidet unmittelbar darunter. Weil seine Zeitung ihn feuern muss, weil er als Musiker keine Chance mehr bei einem Label findet usw.

    Denn um es klar zu stellen: müsste die ZEIT nur mit den online Werbeeinahmen zurecht kommen, müsste sie wohl 80% ihres Personals feuern. Das mit den alternativen Verwertungswegen klingt zwar schön, funktioniert aber in der Realität nicht, da die Einnahmen aus diesen Verwertungswegen sich in völlig anderen Dimensionen bewegen. Es wird höchste Zeit, dass die Politik endlich handelt und klare gesetzliche Regelungen zur Unterbindung dieser systematischen Rechtsverletzung trifft.

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    So und nicht anderes lautet das Moto unserer Zeit. Wenn ihre Freunde lieber schweigen als ihre Errungenschaften mit anderen zu teilen, dann sind es schlicht und ergreifend keine Künstler. Ein Gedanke wird zu einem Werk in dem Moment, wo es jemand liest, hört, sieht. In diesem Moment wird dieses Werk aber auch unaufhaltbar. Man kann die Verbreitung nicht unterbinden wenn man einmal den Mund aufgemacht hat und den Gedanken gesprochen.

    Aber was solls, schon immer wollten Leute sich gegen den Wandel der zeit und Welt wehren und schon immer sind diese Leute gescheitert. Traurig, aber das ist nun mal unser trauriges Schicksal, solche Menschen rücksichtlos zu überrollen. Dies ist unser Los als Flut, die undere Gesellschaft in die Zukunft trägt.

    • etiam
    • 14.12.2009 um 17:59 Uhr

    Sind Sie beide (@blubird ThomasW70) denn bereit zu gehen, um das Urheberrecht im alten Sinne, das Sie hier verteidigen, zu überwachen und zu sanktionieren. Denn nur ein überwachbares Gesetz hat einen Sinn.
    Glauben Sie das Postgeheimnis gilt nicht für versandte Informationen im Netz. Glauben Sie, dass die informationelle Selbstbestimmung zwar meinen physischen Aufenthaltsort schützen soll, den im Netz aber nicht? Glauben Sie, dass die Unverletzlichkeit der Wohnung gilt, für die "Wohnung" meiner Daten aber nicht. Denken Sie wir müssen Verschlüsselung verbieten und Grenzüberschreitenden Datenverkehr (zu illegalen Quellen im Ausland) bereits bei privater Nutzung von Kopien zensieren dürfen.
    Wenn sie das glauben, teilen wir kein gemeinsames Verständnis von Demokratie. Wenn Sie mit mir der Meinung sind, das sei falsch, bleibt nur das Ende des Urheberschutzes wie wir ihn kennen. Mit allen positiven und negativen Konsequenzen.
    Die hier vorgebrachte Argumentation, das was dann käme sei katstrophal oder aber hervorragend, ist kein tragendes Argument. Einzig die Alternativlosigkeit in einer echten Demokratie ist das Problem.
    PS: Ich mach kein filesharing und bin Autor

    Gerade Musiker haben ein Interesse an den neuen Möglichkeiten, die das Netz inklusive Filesharing bietet:

    Eine Band verdient heute ihr Geld über ihre Bekanntheit und gute Konzerte. Wobei eine größere Bekanntheit direkt zu erfolgreicheren Konzerten führt.
    Ein größerer Bekanntheitsgrad führt automatisch anteilsmäßig zu mehr "echten Fans", die bereit sind, für die Band Geld auszugeben, in Form von CDs, Konzertbesuchen und Merchandise.
    Das ist bereits in wenigen Sätzen ein !Geschäftsmodell! und widerliegt ihre Aussage ziemlich deutlich.

    Ich kenne sogar (mich eingeschlossen) in meinem Freundeskreis jede Menge Beispiele, wo DvDs und Musik CDs gekauft wurden, sogar nachdem man das Album übers Netz scon mal gehört hat - weil man ein Fan von der Band oder dem Film wurde. Das zeigt, dass das Rechtsempfinden nicht unter Filesahring leidet.

    Lieber etiam, ich denke anders herum wird ein Schuh daraus. Ich halte es durchaus für legal und in Ordnung wenn Freunde untereinander files austauschen, d.h. per e-mail oder durch ein password geschützten webhost. Und diese Privatsphäre soll unbedingt geschützt bleiben vor jeglichem Zugriff.

    Doch wenn ich selber Daten ungeschützt und für jeden zugänglich irgendwo hinstelle, gebe ich ja freiwillig meine Privatsphäre auf. Wenn der Inhalt für milliarden Menschen frei zugänglich ist, welche Privatsphäre soll denn da geschützt werden? Man begibt sich gewissermaßen in einen öffentlichen Raum und da muss man sich, wie auch überall in der nicht-virtuellen Welt, eine gewisse Kontrolle gefallen lassen zumal dann, wenn dabei Interessen dritter berührt werden.

    Zwischen diesem beiden Bereichen kann und muss man differenzieren.

    Lieber lord_grün, für Band ab einer gewissen Popularität mag das funktionieren. U2 verdient auch in der gegenwärtigen Situation nicht schlecht. Doch als langjähriger Mitarbeiter einer Plattenfirma kann ich aus erster Hand sagen, wie sehr im Moment in weiten Bereichen der Independend Szene die Existenzangst umgeht. Künstler, die noch vor zehn Jahren einigermaßen überlegen konnten, können das heute nicht mehr. Selbst im Konzertbereich, der angeblich den Ausgleich schaffen soll, macht man die Beobachtung, dass die kleineren und mittleren in diesem immer stärker umkämpften Markt im mehr unter Druck geraten.

    So und nicht anderes lautet das Moto unserer Zeit. Wenn ihre Freunde lieber schweigen als ihre Errungenschaften mit anderen zu teilen, dann sind es schlicht und ergreifend keine Künstler. Ein Gedanke wird zu einem Werk in dem Moment, wo es jemand liest, hört, sieht. In diesem Moment wird dieses Werk aber auch unaufhaltbar. Man kann die Verbreitung nicht unterbinden wenn man einmal den Mund aufgemacht hat und den Gedanken gesprochen.

    Aber was solls, schon immer wollten Leute sich gegen den Wandel der zeit und Welt wehren und schon immer sind diese Leute gescheitert. Traurig, aber das ist nun mal unser trauriges Schicksal, solche Menschen rücksichtlos zu überrollen. Dies ist unser Los als Flut, die undere Gesellschaft in die Zukunft trägt.

    • etiam
    • 14.12.2009 um 17:59 Uhr

    Sind Sie beide (@blubird ThomasW70) denn bereit zu gehen, um das Urheberrecht im alten Sinne, das Sie hier verteidigen, zu überwachen und zu sanktionieren. Denn nur ein überwachbares Gesetz hat einen Sinn.
    Glauben Sie das Postgeheimnis gilt nicht für versandte Informationen im Netz. Glauben Sie, dass die informationelle Selbstbestimmung zwar meinen physischen Aufenthaltsort schützen soll, den im Netz aber nicht? Glauben Sie, dass die Unverletzlichkeit der Wohnung gilt, für die "Wohnung" meiner Daten aber nicht. Denken Sie wir müssen Verschlüsselung verbieten und Grenzüberschreitenden Datenverkehr (zu illegalen Quellen im Ausland) bereits bei privater Nutzung von Kopien zensieren dürfen.
    Wenn sie das glauben, teilen wir kein gemeinsames Verständnis von Demokratie. Wenn Sie mit mir der Meinung sind, das sei falsch, bleibt nur das Ende des Urheberschutzes wie wir ihn kennen. Mit allen positiven und negativen Konsequenzen.
    Die hier vorgebrachte Argumentation, das was dann käme sei katstrophal oder aber hervorragend, ist kein tragendes Argument. Einzig die Alternativlosigkeit in einer echten Demokratie ist das Problem.
    PS: Ich mach kein filesharing und bin Autor

    Gerade Musiker haben ein Interesse an den neuen Möglichkeiten, die das Netz inklusive Filesharing bietet:

    Eine Band verdient heute ihr Geld über ihre Bekanntheit und gute Konzerte. Wobei eine größere Bekanntheit direkt zu erfolgreicheren Konzerten führt.
    Ein größerer Bekanntheitsgrad führt automatisch anteilsmäßig zu mehr "echten Fans", die bereit sind, für die Band Geld auszugeben, in Form von CDs, Konzertbesuchen und Merchandise.
    Das ist bereits in wenigen Sätzen ein !Geschäftsmodell! und widerliegt ihre Aussage ziemlich deutlich.

    Ich kenne sogar (mich eingeschlossen) in meinem Freundeskreis jede Menge Beispiele, wo DvDs und Musik CDs gekauft wurden, sogar nachdem man das Album übers Netz scon mal gehört hat - weil man ein Fan von der Band oder dem Film wurde. Das zeigt, dass das Rechtsempfinden nicht unter Filesahring leidet.

    Lieber etiam, ich denke anders herum wird ein Schuh daraus. Ich halte es durchaus für legal und in Ordnung wenn Freunde untereinander files austauschen, d.h. per e-mail oder durch ein password geschützten webhost. Und diese Privatsphäre soll unbedingt geschützt bleiben vor jeglichem Zugriff.

    Doch wenn ich selber Daten ungeschützt und für jeden zugänglich irgendwo hinstelle, gebe ich ja freiwillig meine Privatsphäre auf. Wenn der Inhalt für milliarden Menschen frei zugänglich ist, welche Privatsphäre soll denn da geschützt werden? Man begibt sich gewissermaßen in einen öffentlichen Raum und da muss man sich, wie auch überall in der nicht-virtuellen Welt, eine gewisse Kontrolle gefallen lassen zumal dann, wenn dabei Interessen dritter berührt werden.

    Zwischen diesem beiden Bereichen kann und muss man differenzieren.

    Lieber lord_grün, für Band ab einer gewissen Popularität mag das funktionieren. U2 verdient auch in der gegenwärtigen Situation nicht schlecht. Doch als langjähriger Mitarbeiter einer Plattenfirma kann ich aus erster Hand sagen, wie sehr im Moment in weiten Bereichen der Independend Szene die Existenzangst umgeht. Künstler, die noch vor zehn Jahren einigermaßen überlegen konnten, können das heute nicht mehr. Selbst im Konzertbereich, der angeblich den Ausgleich schaffen soll, macht man die Beobachtung, dass die kleineren und mittleren in diesem immer stärker umkämpften Markt im mehr unter Druck geraten.

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