Netz- und Suchmaschinenneutralität Vor dem Modem sind längst nicht alle gleich
Internetanbieter drosseln nicht genehme Inhalte und auch bei Suchmaschinen mangelt es an Chancengleichheit. Eine geschmähte Technik könnte das ändern: Filesharing.
© Michael Smith/Getty Images

Wie frei fließen unsere Daten wirklich? Bei vielen Suchmaschinen mangelt es an Chancengleichheit
Stellen Sie sich eine Autobahn mit zwei Spuren vor, auf der rechten, dort wo der Stau ist, stehen Sie. Links ist frei, niemand zu sehen. Doch Sie kommen nicht hinüber, können dort nicht fahren. Denn Sie haben keinen Porsche. Die Autobahn gehört dem Staat, Sie haben Ihre Steuern dafür bezahlt, doch Sie dürfen Sie nicht nutzen, wie Sie wollen, weil sie beispielsweise das falsche Auto fahren.
Im Straßenverkehr würde so etwas zu Aufständen und Meutereien führen. Im Internet aber nehmen wir genau diese Beschränkung hin. Nichts anderes verbirgt sich hinter Begriffen wie Netzwerkmanagement, Traffic-Priorisierung oder Preisdifferenzierung. Sie alle sind inzwischen nahezu alltägliche Verstöße gegen ein Ideal namens Netzneutralität.
Je wichtiger das Internet für unser Leben wird, desto mehr Firmen wird klar, wie wertvoll die Ressource Geschwindigkeit dort ist und dass man damit viel Geld verdienen kann. Und eines der erfolgreichsten kapitalistischen Modelle ist nicht etwa, für ein Produkt einen Preis zu machen, sondern von jedem Käufer genau so viel Geld zu verlangen, wie er bezahlen kann und will.
Amazon beispielsweise hat das im Jahr 2000 tatsächlich versucht. Für das gleiche Produkt berechnete man verschiedene Preise, je nachdem, mit welchem Browser die Kunden angesurft kamen.
Ähnlich ist es mit einem Produkt, das Gerechtigkeit vorgaukelt, den Flatrates. Unternehmen wissen, dass Flatrates auch Verlust einbringen können, wenn Kunden diese ausreizen. Filesharing beispielsweise sorgt für enorme Datendurchsätze, weswegen Anbieter gerne mal jenen den Zugang drosseln, die Daten tauschen wollen. Vor allem große Internetanbieter (Internet Service Provider – ISP) sind es, die immer wieder versuchen, Kunden zu bevorzugen oder zu benachteiligen.
Die amerikanische Telekommunikations-Überwachungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) hat daher kürzlich Regeln erlassen, die eben diese Netzneutralität sichern sollen – also gleichen Zugang für alle.
- Datum 30.12.2009 - 11:42 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Aber gerade die Industrie und Konzerne wollen sowas verhindern, geschweigeden in europa, in europa sind die Politiker Anti-Netz eingestellt das heist sie machen dass was diese Konzerne von ihnen verlangen, dabei werden sogar gesetze verdreht so wie es ihnen passt.
Also zum Thema "FileSharing" - soweit ich weiß ist das Argument für die Drosselung dass ein paar Prozent (weniger als 10) mehr als 90% des Datenvolument verursachen - insofern finde ich eine Drosselung von Filesharing durchaus in Ordnung.
Da der großteil von Filesharing sowieso illegal ist (nicht alles, ich weiß) wäre es hier auch kein großer Verlust.
Allerdings wenn es dann zu legalen Seiten mit großen Datenvolumen kommt - BBC iplayer, ZDF Mediathek - da werden auch große Datenvolument bewegt und die werden immer wichtiger...
Vielleicht erscheint die hier präsentierte Lösung als neuartig - aber schauen Sie doch mal auf http://www.yacy.net/
dort wird seit Jahren eine derartige dezentrale Suchmaschine angeboten (gratis).
... interessante Vorteile, sie werden sich letztlicher aber im kommerziellen Umfeld nicht durchsetzen. Einfach weil weder Google noch Murdoch sie kaufen können.
Entscheidend sind nicht Google oder Murdoch, sondern der Markt und ob man Ihn erreichen kann.
Ohne Geld ist das schwierig und ein Modell, das Geldverdienen nicht begünstigt findet eher wenige Mitstreiter.
Die entscheidende Frage bleibt, welches Motiv sollte potentiellen Anbietern ermöglichen, eine hohe Verbreitung zu erzielen und entsprechende Ressourcen dafür aufzubringen?
Die Geschichte gerade von Google, Murdoch und Microsoft beweist ja, das genau die Lösung dieses Problems Erfolg bedeutet, auch wenn neue Probleme dabei entstehen.
H.
Entscheidend sind nicht Google oder Murdoch, sondern der Markt und ob man Ihn erreichen kann.
Ohne Geld ist das schwierig und ein Modell, das Geldverdienen nicht begünstigt findet eher wenige Mitstreiter.
Die entscheidende Frage bleibt, welches Motiv sollte potentiellen Anbietern ermöglichen, eine hohe Verbreitung zu erzielen und entsprechende Ressourcen dafür aufzubringen?
Die Geschichte gerade von Google, Murdoch und Microsoft beweist ja, das genau die Lösung dieses Problems Erfolg bedeutet, auch wenn neue Probleme dabei entstehen.
H.
Entscheidend sind nicht Google oder Murdoch, sondern der Markt und ob man Ihn erreichen kann.
Ohne Geld ist das schwierig und ein Modell, das Geldverdienen nicht begünstigt findet eher wenige Mitstreiter.
Die entscheidende Frage bleibt, welches Motiv sollte potentiellen Anbietern ermöglichen, eine hohe Verbreitung zu erzielen und entsprechende Ressourcen dafür aufzubringen?
Die Geschichte gerade von Google, Murdoch und Microsoft beweist ja, das genau die Lösung dieses Problems Erfolg bedeutet, auch wenn neue Probleme dabei entstehen.
H.
...niemals auf einen Anbieter verlassen. Ein Suchbegriff, drei Suchmaschinen, drei verschiedene Ergebnisse. Es kommt ja auch darauf an, was man sucht. Suche ich in Wissensgebieten dann Meta Ger, kommerziell Google, für die tägliche Suche habe ich Forestle. Es gibt ja noch jede Menge mehr Suchmaschinen, nicht das Erste sondern das Beste sollte man nehmen.
Viele klicken nur auf google, ist doch klar das die in eine bestimmte Richtung gelenkt werden. Money, money.
Es liegt am User, durch sein Verhalten gibt er den Maschinen die Kontrolle.
Viele Klicks bei Forestle!
Aber Forestle nutzt doch auch Google bzw. Yahoo - da sind wir wieder im Teufelskreis.
Als Empfehlung für alternative (gemeint sind andere) Suchtechnologien und Suchmaschinen verweise ich auf http://www.altsearchengin... - da wird alles beschrieben und diskutiert, was abseits von Google und Co. sich entwickelt.
E. Stegentritt
Aber Forestle nutzt doch auch Google bzw. Yahoo - da sind wir wieder im Teufelskreis.
Als Empfehlung für alternative (gemeint sind andere) Suchtechnologien und Suchmaschinen verweise ich auf http://www.altsearchengin... - da wird alles beschrieben und diskutiert, was abseits von Google und Co. sich entwickelt.
E. Stegentritt
Aber Forestle nutzt doch auch Google bzw. Yahoo - da sind wir wieder im Teufelskreis.
Als Empfehlung für alternative (gemeint sind andere) Suchtechnologien und Suchmaschinen verweise ich auf http://www.altsearchengin... - da wird alles beschrieben und diskutiert, was abseits von Google und Co. sich entwickelt.
E. Stegentritt
Hallo Herr Biermann, wenn Sie schon eine Suchmaschine nennen, die dezentral organisiert ist, sollten Sie sie auch beim Namen nennen. Ich vermute mal, Sie meinen Yacy, die ist aber nicht neu.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren