Netz- und SuchmaschinenneutralitätVor dem Modem sind längst nicht alle gleichSeite 3/3

Gerade die so gern als gefährlicher Unsinn geschmähten Filesharingnetzwerke bieten übrigens eine Lösung, mit der sich Marktmacht umgehen und Neutralität gewährleisten ließe. Der Mathematiker, Programmierer und Netzaktivist Christian Bahls stellte auf dem Chaos-Kongress ein Programm vor, dass die Filesharingidee nutzt, um eine "verteilte Suchmaschine" aufzubauen. Jeder kann damit Teil der Suche werden, der eigene Rechner ist dann einer von vielen Knoten in einem weltweiten Netz und speichert nur ein paar Daten.

Sucht jemand in dieser "Wolke" eine bestimmte Seite, bekommt er sie von all den Knoten zugeschickt, die die entsprechenden Daten haben, Peer-to-Peer, von gleich zu gleich also, oder eben Filesharing. Gleichzeitig wird das Gesuchte selbst Teil des Wolkenwissens und wieder auf mehreren Rechnern abgelegt.

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"Pirate Bay" funktionierte ähnlich. Nur dass es nun nicht allein um Musik- oder Filmdateien geht, die auf den Rechnern verteilt gespeichert werden, sondern eben um alles, von Spiegel-Online bis zu Dissertationen. Jeder Knoten wäre noch dazu "dumm", er wüsste dank Verschlüsselung nicht, was in seinem Speicher lagert – wodurch es unmöglich wäre, bestimmte Inhalte zu filtern und zu unterdrücken. Technisch ist das kein Problem mehr.

Der Vorteil: das Netzwissen lagerte nicht mehr auf den Servern eines einzelnen Unternehmens, sondern bei den vielen Verschiedenen, die mitmachen. Im Idealfall also bei allen.

*Markus Beckedahl schreibt im Kulturkampfblog auch für ZEIT ONLINE.

 
Leserkommentare
    • peto1
    • 30.12.2009 um 13:04 Uhr

    Aber gerade die Industrie und Konzerne wollen sowas verhindern, geschweigeden in europa, in europa sind die Politiker Anti-Netz eingestellt das heist sie machen dass was diese Konzerne von ihnen verlangen, dabei werden sogar gesetze verdreht so wie es ihnen passt.

  1. 2. hmm...

    Also zum Thema "FileSharing" - soweit ich weiß ist das Argument für die Drosselung dass ein paar Prozent (weniger als 10) mehr als 90% des Datenvolument verursachen - insofern finde ich eine Drosselung von Filesharing durchaus in Ordnung.

    Da der großteil von Filesharing sowieso illegal ist (nicht alles, ich weiß) wäre es hier auch kein großer Verlust.

    Allerdings wenn es dann zu legalen Seiten mit großen Datenvolumen kommt - BBC iplayer, ZDF Mediathek - da werden auch große Datenvolument bewegt und die werden immer wichtiger...

  2. 3. YaCy

    Vielleicht erscheint die hier präsentierte Lösung als neuartig - aber schauen Sie doch mal auf http://www.yacy.net/
    dort wird seit Jahren eine derartige dezentrale Suchmaschine angeboten (gratis).

  3. ... interessante Vorteile, sie werden sich letztlicher aber im kommerziellen Umfeld nicht durchsetzen. Einfach weil weder Google noch Murdoch sie kaufen können.

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    Entscheidend sind nicht Google oder Murdoch, sondern der Markt und ob man Ihn erreichen kann.
    Ohne Geld ist das schwierig und ein Modell, das Geldverdienen nicht begünstigt findet eher wenige Mitstreiter.
    Die entscheidende Frage bleibt, welches Motiv sollte potentiellen Anbietern ermöglichen, eine hohe Verbreitung zu erzielen und entsprechende Ressourcen dafür aufzubringen?

    Die Geschichte gerade von Google, Murdoch und Microsoft beweist ja, das genau die Lösung dieses Problems Erfolg bedeutet, auch wenn neue Probleme dabei entstehen.

    H.

    Entscheidend sind nicht Google oder Murdoch, sondern der Markt und ob man Ihn erreichen kann.
    Ohne Geld ist das schwierig und ein Modell, das Geldverdienen nicht begünstigt findet eher wenige Mitstreiter.
    Die entscheidende Frage bleibt, welches Motiv sollte potentiellen Anbietern ermöglichen, eine hohe Verbreitung zu erzielen und entsprechende Ressourcen dafür aufzubringen?

    Die Geschichte gerade von Google, Murdoch und Microsoft beweist ja, das genau die Lösung dieses Problems Erfolg bedeutet, auch wenn neue Probleme dabei entstehen.

    H.

  4. Entscheidend sind nicht Google oder Murdoch, sondern der Markt und ob man Ihn erreichen kann.
    Ohne Geld ist das schwierig und ein Modell, das Geldverdienen nicht begünstigt findet eher wenige Mitstreiter.
    Die entscheidende Frage bleibt, welches Motiv sollte potentiellen Anbietern ermöglichen, eine hohe Verbreitung zu erzielen und entsprechende Ressourcen dafür aufzubringen?

    Die Geschichte gerade von Google, Murdoch und Microsoft beweist ja, das genau die Lösung dieses Problems Erfolg bedeutet, auch wenn neue Probleme dabei entstehen.

    H.

    • mixa
    • 30.12.2009 um 16:28 Uhr

    ...niemals auf einen Anbieter verlassen. Ein Suchbegriff, drei Suchmaschinen, drei verschiedene Ergebnisse. Es kommt ja auch darauf an, was man sucht. Suche ich in Wissensgebieten dann Meta Ger, kommerziell Google, für die tägliche Suche habe ich Forestle. Es gibt ja noch jede Menge mehr Suchmaschinen, nicht das Erste sondern das Beste sollte man nehmen.
    Viele klicken nur auf google, ist doch klar das die in eine bestimmte Richtung gelenkt werden. Money, money.
    Es liegt am User, durch sein Verhalten gibt er den Maschinen die Kontrolle.
    Viele Klicks bei Forestle!

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    Aber Forestle nutzt doch auch Google bzw. Yahoo - da sind wir wieder im Teufelskreis.

    Als Empfehlung für alternative (gemeint sind andere) Suchtechnologien und Suchmaschinen verweise ich auf http://www.altsearchengin... - da wird alles beschrieben und diskutiert, was abseits von Google und Co. sich entwickelt.

    E. Stegentritt

    Aber Forestle nutzt doch auch Google bzw. Yahoo - da sind wir wieder im Teufelskreis.

    Als Empfehlung für alternative (gemeint sind andere) Suchtechnologien und Suchmaschinen verweise ich auf http://www.altsearchengin... - da wird alles beschrieben und diskutiert, was abseits von Google und Co. sich entwickelt.

    E. Stegentritt

  5. Aber Forestle nutzt doch auch Google bzw. Yahoo - da sind wir wieder im Teufelskreis.

    Als Empfehlung für alternative (gemeint sind andere) Suchtechnologien und Suchmaschinen verweise ich auf http://www.altsearchengin... - da wird alles beschrieben und diskutiert, was abseits von Google und Co. sich entwickelt.

    E. Stegentritt

  6. Hallo Herr Biermann, wenn Sie schon eine Suchmaschine nennen, die dezentral organisiert ist, sollten Sie sie auch beim Namen nennen. Ich vermute mal, Sie meinen Yacy, die ist aber nicht neu.

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