Datenkrake Wissen, was Google weiß
Suchanfragen, Themenschwerpunkte, Mailinhalte – Google weiß viel über seine Nutzer. Die vermeintliche Datenkrake setzt immerhin auf Transparenz, und teilt dieses Wissen.
© Kristian Dowling/Getty Images

Most wanted 2009: Bei den Bildersuchen war die meistgesuchte Person auf Google Lady Gaga
Die Schweinegrippe, Michael Jackson und Lotto – Nachrichten zu diesen Themen haben die deutschen Nutzer der Internetsuchmaschine Google in diesem Jahr am meisten interessiert. Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten Auswertung der populärsten und am schnellsten wachsenden Suchbegriffe für Deutschland hervor, dem „Google Zeitgeist 2009“, wie sie das Unternehmen nennt.
Interessant sind die Ergebnisse vor allem, weil sich darin die großen Trends abzeichnen. Dazu gehört, dass sich soziale Netzwerke wie Facebook und MeinVZ weiter auf dem Vormarsch befinden oder dass der zweite Teil der Twilight-Vampirsaga mit Hauptdarsteller Robert Pattinson die jungen weiblichen Internetnutzer massiv in Wallung versetzt. Interessant an der Personensuche ist zudem, dass sich außer US-Schauspieler Zac Efron ausschließlich Frauen in der Top 10 befinden – einmal die Kunstfigur Brüno (Sacha Baron Cohen) ausgenommen.
Doch Google weiß nicht nur, was die Menschen in Berlin, Deutschland und der Welt in ihrer Gesamtheit interessiert. Google und seine Partner aus dem Werbenetzwerk wissen auch, für welche Themen sich jeder einzelne Nutzer erwärmen kann. Peter Fleischer, der globale Datenschutzbeauftragte von Google, sieht wenig Chancen, dass man seine Privatsphäre durch Datenminimierung schützen kann. Transparenz ist für ihn der beste Weg, das Misstrauen gegenüber den Internetdiensten abzubauen.
Ziel von Google sei es, die Kontrolle darüber, was, wann und wie lange gespeichert wird, so weit wie möglich an die Nutzer abzugeben, wie Fleischer am Montagabend vor Journalisten in Berlin sagte. Eine Möglichkeit dazu ist das kürzlich eingeführte Dashboard, das für alle Google-Dienste, bei denen man sich wie zum Beispiel bei Googlemail mit Name und Kennwort anmelden muss, Auskunft über die gespeicherten Daten und Profile gibt.
Aber auch über die werberelevanten Informationen kann man sich informieren, und zwar über die Ad-Preferences. Ein Beispiel: Wird die Seite mit den Werbevorlieben von einem Computer der Tagesspiegel-Medienredaktion aufgerufen, könnten sich folgende Kategorien ergeben. Der Redakteur interessiert sich unter anderem für „Computer und Elektronik – Software – Internet-Clients und -Browser“, er ruft häufiger Seiten zu „Gesellschaft – Rechtswesen – Strafrecht“ auf und hat zudem noch Interesse an „Unterhaltung – TV – Fernsehprogrammen“. Anders als beim Dashboard sind diese Informationen jedoch nicht an die Person geknüpft, sondern über eine kleine Datei – einem so genannten Cookie – mit dem jeweiligen Computer beziehungsweise Internetbrowser.
Dashboard und Preferences sind mehr als eine Selbstauskunft. Der Internetsurfer beziehungsweise Computernutzer kann sein Profil auch bearbeiten, indem er im Dashboard den Kalender oder die Mailkonten verwaltet. Oder in den Werbevorlieben Kategorien entfernt oder hinzufügt. Werbung wird er dann zwar auch weiterhin sehen, aber immerhin welche, die dann (hoffentlich passt.
(Der Artikel erschien im gedruckten Tagesspiegel vom 2.12.2009)
- Datum 03.12.2009 - 11:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Zitat: "Google und seine Partner aus dem Werbenetzwerk wissen auch, für welche Themen sich jeder einzelne Nutzer erwärmen kann."
Nein, wissen sie nicht.
Den meisten Usern werden bei jedem neuen Gang ins Netz dynamische IPs zugewiesen. Wenn also der Abgeordnete Müllermaus heute um 17.00 nach Hundesex gegoogelt hat, um 18.00 nach Büttenreden und um 19.00 nach Travestie, dann lässt sich daraus zwar ableiten, dass er ein lustiger Geselle ist, keineswegs jedoch spezifische Vorlieben.
Google speichert ein kleines Datenpaket (Cookie) in dem verwendeten Browser-Profil. Das Cookie enthält eine eindeutige Kennung, die auch bei Wechsel der IP-Adresse erhalten bleibt. Damit kann Google jede einzelne Suche, im Prinzip jeden Klick innerhalb seiner Angebote, nachvollziehen. IP Wechsel helfen hier nicht, eine Anmeldung, bei der eine entsprechende Regelung vom Benutzer akzeptiert werden müsste, gibt es nicht, weil dieser Mechanismus auch ohne Google-Konto verwendet wird. Die "Laufzeit" des Cookies ist übrigens auf zwei Jahre beschränkt, wird aber bei jedem Besuch einer Google-Seite verlängert, d.h. effektiv läuft es nie ab.
Falls Sie Google weiterhin für unbedenklich halten, dann lesen Sie doch bitte einmal deren Datenschutzbestimmungen:
http://www.google.de/intl...
Ohne Zweifel, die Google Suche ist außergewöhnlich gut, dass man sich die guten Ergebnisse mit extensiven, nach deutschem Recht klar rechtswidrigen, Profiling erkauft, dürfte allerdings nur den wenigsten Nutzern klar sein. Immerhin gibt es mit https://ssl.scroogle.org/ eine Möglichkeit, die normale Google-Suche zu nutzen, ohne Google das genannte Profiling durchzuführen. Es sei daher allen Lesern ans Herz gelegt!
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Ohne Zweifel, die Google Suche ist außergewöhnlich gut, dass man sich die guten Ergebnisse mit extensiven, nach deutschem Recht klar rechtswidrigen, Profiling erkauft, dürfte allerdings nur den wenigsten Nutzern klar sein. Immerhin gibt es mit https://ssl.scroogle.org/ eine Möglichkeit, die normale Google-Suche zu nutzen, ohne Google das genannte Profiling durchzuführen. Es sei daher allen Lesern ans Herz gelegt!
Ich habe langsam das Gefühl, dass auf Zeit.de jede noch so kleine Regung von Google aufgegriffen wird. Meistens nur kurz und vage - das ist schade und wird weder dem interessanten Unternehmen Google noch dem Journalismus der Zeit gerecht!
Google speichert ein kleines Datenpaket (Cookie) in dem verwendeten Browser-Profil. Das Cookie enthält eine eindeutige Kennung, die auch bei Wechsel der IP-Adresse erhalten bleibt. Damit kann Google jede einzelne Suche, im Prinzip jeden Klick innerhalb seiner Angebote, nachvollziehen. IP Wechsel helfen hier nicht, eine Anmeldung, bei der eine entsprechende Regelung vom Benutzer akzeptiert werden müsste, gibt es nicht, weil dieser Mechanismus auch ohne Google-Konto verwendet wird. Die "Laufzeit" des Cookies ist übrigens auf zwei Jahre beschränkt, wird aber bei jedem Besuch einer Google-Seite verlängert, d.h. effektiv läuft es nie ab.
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Ohne Zweifel, die Google Suche ist außergewöhnlich gut, dass man sich die guten Ergebnisse mit extensiven, nach deutschem Recht klar rechtswidrigen, Profiling erkauft, dürfte allerdings nur den wenigsten Nutzern klar sein. Immerhin gibt es mit https://ssl.scroogle.org/ eine Möglichkeit, die normale Google-Suche zu nutzen, ohne Google das genannte Profiling durchzuführen. Es sei daher allen Lesern ans Herz gelegt!
Wie wäre es damit einfach die Cookies nach jeder Session zu löschen? Schon ist das vermeintliche Problem um ein Vielfaches kleiner geworden.
Zum anderen sollte man Cookies nicht ad hoc verteufeln. Sie gehen letztlich darauf zurück, dass es sich bei HTML um ein "stateless protocol" handelt im Gegensatz z.B. zu SMTP. Damit also client und server wissen bei welcher Anfrage sie gerade sind und welche Daten sie vorher ausgetauscht haben, kann ein Cookie sehr nützlich sein.
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