Die heute gebräuchlichen Schlüssel zur Sicherung etwa von Kreditkartennummern im Netz könnten nach jüngsten Forschungsergebnissen bald nicht mehr sicher genug sein. Ein internationales Team unter Bonner Beteiligung zerlegte einen 768 Bit langen Schlüssel und stellte damit einen Weltrekord auf.

Damit seien die Forscher dem derzeit üblichen Schlüssel von 1024 Bit ein großes Stück näher gekommen, teilte die Universität Bonn mit. Die Forscher nutzten ein Computernetzwerk, um die Primfaktoren zu zerlegen. Auf einem herkömmlichen PC hätte das Knacken dieses Schlüssels ihren Angaben zufolge rund 2000 Jahre gedauert.

Die US-Forscher Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman hatten 1977 das so genannte RSA-Verfahren zur Verschlüsselung von Daten entwickelt und später die Firma RSA Security gegründet. Ihre Technik steckt inzwischen in jedem Internet-Browser: Ein kleines Programm verschlüsselt dort beispielsweise Kreditkarten-Nummern so, dass ein Hacker mit ihnen nichts anfangen kann. Dieser Schutz könnte bald unzureichend sein. Sichere Schlüssel sollten heute mindestens 1024 Bit groß sein. Anders gesagt: als Binärzahl aus lauter Nullen und Einsen 1024 Ziffern.

Viele Verfahren zur Verschlüsselung sensibler Daten beruhen darauf, dass es äußerst schwierig ist, große Zahlen in ihre sogenannten Primfaktoren zu zerlegen. Primfaktoren sind diejenigen Primzahlen, die multipliziert die gesuchte Zahl ergeben. So hat etwa die Zahl 21 die Primfaktoren drei und sieben (dreimal sieben gleich 21). Die nun zerlegte Zahl hat im Dezimalsystem 232 Stellen.