Enquete-Kommission Bundesregierung sucht einen Netzzugang
Die Unionsfraktion möchte die Auswirkungen der digitalen Revolution näher untersuchen, in einer Enquete-Kommission. Woher der Sinneswandel kommt, ist nicht ganz klar.
Das Thema Netzpolitik ist im Bundestag angekommen, so scheint es zumindest. Bislang beschränkte man sich auf den Versuch, Breitbandverbindungen zu verlegen. Nun hat die Unionsfraktion am Donnerstag beschlossen, eine Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" einzusetzen.
Was das ist? Nach Paragraf 56 der Geschäftsordnung des Bundestages kann eine solche Kommission – wie die Union in ihrer Mitteilung dazu selbst erläutert – "zur Vorbereitung von Entscheidungen über umfangreiche und bedeutsame Sachkomplexe (...) eingesetzt werden". Abgeordnete und Experten sollen sich in ihr gleichberechtigt mit einem Thema befassen. Das kann man in diesem Fall durchaus als Eingeständnis verstehen, das Thema bisher vernachlässigt zu haben. Positiv betrachtet aber ließe es sich auch als Versuch loben, einen politischen Zugang zum Netz zu finden.
Was soll die Kommission nun genau machen? Laut Aussage der Union sollen die "soziologischen und politischen Auswirkungen" des Internets erforscht werden. Man wolle die Folgen der Online-Revolution und die Herausforderungen für die Politik prüfen. Bis Mitte 2012 solle dazu das Phänomen Internet untersucht werden.
Im Blog Carta ist der komplette Antrag zu lesen und die Technikjournalistin Christiane Schulzki-Haddouti hat in ihrem Blog ausführlich aufgeschrieben, womit man sich beschäftigen will. Im Kern geht es um Themen wie Jugendschutz, digitale Spaltung, Zugang zum Internet, Urheberrecht, Medienvielfalt, Green-IT, Netzneutralität, Verbraucherschutz, Datenschutz.
Das kann – aus Sicht der Internetnutzer – gut oder schlecht sein, je nach Zusammensetzung der Runde. Was etwas verwirrt ist die Tatsache, dass Enquete-Kommissionen im Bundestag bislang entweder von allen Fraktionen gemeinsam getragen wurden und einen Konsens beispielsweise zu Ethik und Genforschung suchen sollten, oder aber ein Instrument der Opposition waren, um Aufmerksamkeit für ein Thema zu erlangen, beispielsweise für Umweltschutz. Immerhin meint Enquete ursprünglich Untersuchung oder Nachforschung.
Die Internet-Kommission aber ist eine Idee allein der Union. SPD, Grüne und Linke wurden nicht gefragt und reagierten verhalten. Die FDP schien angetan, aber auch etwas überrascht.
Die Liberalen verwiesen zügig darauf, dass sie entsprechende Experten zuhauf hätten und beschlossen "die Gründung einer aus liberalen Fachleuten bestehenden Querschnitts-AG 'IT und Informationsgesellschaft'". Die solle als liberales "Schnellboot", "den Tanker" Enquete-Kommission begleiten und ergänzen.
- Datum 14.01.2010 - 17:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Angesichts des Umstandes, dass 99% aller Politiker Firefox für einen Spielfilm mit Clint Eastwood halten, kann man sich denken, was bei dieser Kruschtkommission rauskommen wird.
wenn man sich seitens der Regierung nach Steuer-, Renten- und Sozialpolitik ins nächste Betätigunsfeld begibt, ohne auch nur einen Hauch davon zu verstehen.
Was sich so ein Mensch wie z. B. Herr Kauder wohl unter "Breitband" vorstellt, wenn man im Jahre 2010 schon die "digitale Revolution" bemerkt hat?
Nun, ohne Sachverstand war man ja schon beim Zensurversuch mit dem Vorwand "Kampf gegen Kinderpornografie" zugange, allerdings wahrlich nicht nur auf Seiten der CDU.
Was denn ein Browser sei, fragte einer frech bei der Hörung im Bundestag ... und es konnte niemand antworten.
Mag sein, dass sich da die Sache mit dem "Firefox" des Vorkommentators ergab, die beim Mitwirken an Gesetzen des Bundes irgendwie an Lustigkeit verliert.
Sollte das Volk nur Zeichnungsbefugte in hohen Staatsämtern gewollt haben?
Nur Sachverstand (zumindest grob, also die Hürden wie z. B. die Brwoserfrage nehmend) verhindern den Einfluss der Lobbyisten ... aber ob diese Minderung überhaupt angestrebt wird, darf mit einem lauten "Yahoo!" nichtssagend ins Bundestagsplenum geworfen werden.
"Die SPD erlaubte sich Zweifel, ob von der Kommission als Ergebnis ein Bekenntnis zur "Freiheit im Internet" abgegeben wird – entsprechendes hatte die Union mit Bezug auf ihren Koalitionsvertrag in der Erklärung versprochen."
Ausgerechnet die SPD meldet sich hier zu Wort und wagt es, nach ihrer Zensursula-Beteiligung Kommentare zur "Freiheit im Internet" abzugeben. Über diese Partei kann ich nur noch den Kopf schütteln....
aber nicht hinreichend würde ein Mathematiker sagen.
Es ist natürlich längst überfällig, dass die mit Nebenjobs zeitlich überforderten Parlamentarier und Regierungsmitglieder, sich einmal der realen Welt zuwenden.
Und dazu gehört auch das Thema Internet.
Wenig hilfreich ist da aber schon, wenn als eine der Vorgaben die "Stärkung des Bewusstseins für den Wert geistigen Eigentums" sein soll.
Hier sollte eine Enquete-Kommission erst mal "den Wert geistigen Eigentums" sinnvoll definieren.
Denn da liegt zu viel im Argen, weil die Politik auch dieses nur als Mantra vor sich herum trägt, aber auch völlig verschlafen hat.
Bzw. durch Lobbyismus nicht neutral sehen vermag.
"Andere" sind bei allen NRW-Wahlumfragen auf Rekordhoch, von Umfrage zu Umfrage mehr. Wer sind dieses anderen? Wir dürfen vermuten, daßß, besonders in NRW, die "Anderen" vor allem Piraten sind. Und das ist der Hintergrund der obskuren Aktion: Die einzige Angst, die CDU-Politiker umtreibt, ist die Angst vor Machtverlust.
Also wird eine potemknsche Kompetenz-Fassade aufgebaut, die suggerieren soll, was keiner glaubt: Die CDU, so soll uns diese EnqueteKommision sagen, versteht die Zukunft. Dabei zeigen sowohl die Stoßrichtung als auch der Zeitpunkt ihrer Einberufung, daß die Verursacher dieser Kommision nicht einmal die Gegenwart verstehen.
Was soll man auch von einer Regierung erwarten, die beim IT-Gipfel, erst vor Kurzem, eine "Maximalforderung" zum Thema Breitband stellt, die 50% hinter der ansonsten gleichlautenden Initiative aus Portugal liegt?
Wer Zukunft gestalten will, muss die Gegenwart verstehen. Da ist diese Regierung mal wieder nicht dabei...
Eine sehr amüsante Analyse über Medienkompetenz der Regierung und den "Raum der Freiheit" findet sich unter www.SemperVideo.de (S. Überschrift)
Mehr muss man dazu ja nichts sagen, oderrr?
es ist aber relativ klar, wer da drin sitzen wird, die üblichen Verdächtigen von Lobo, Beckedahl und Niggemeier, ein paar Professoren der Soziologie und haufenweise Abgeordnete, die in geschlossenen Zirkeln debattieren und ein gedrucktes Werk im Telefonbuchformat auf den Tisch hauen. Statt die Internet-Gemeinde mit modernen Kommunikationsmitteln zu beteiligen oder sie den Bericht selber entwickeln zu lassen.
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