Rückzug aus China Die Google-RepublikSeite 2/2
Googles Machtdemonstration weckt noch einen anderen Impuls. Offensichtlich betrachtet sich der Konzern als so mächtig, dass er einerseits auf den chinesischen Markt, immerhin einen der größten der Welt – verzichten kann. Und andererseits auch als stark genug, sich mit der chinesischen Regierung anzulegen. Etwas, das nicht einmal große Industrienationen wie Deutschland oder die USA ernsthaft wagen.
In der Konsequenz heißt das, dass uns in Google ein neues quasistaatliches Gebilde erwächst. Eine Idee, die der Blogger Christian Heller in einem Vortrag beim Kongress des Chaos Computer Clubs im Dezember ausführte.
O.K., ließe sich einwenden, statt die Interessen der eigenen Bürger zu verteidigen, kümmert sich Google eben um die seiner Kunden. Das Ergebnis ist dasselbe. Vielleicht ist es das. Mit zwei Unterschieden. Staaten reinvestieren Gewinn vollständig in Infrastruktur und Ähnliches, sie schöpfen ihn nicht ab, um Einzelne zu bereichern. Und demokratische Staaten sind, auch wenn das oft nicht so wirkt, transparent und ja, eben demokratisch. Von Google lässt sich das bei aller Liebe nur schwer behaupten.
Also: Ein Bravo an Google, aber eine Warnung an all jene, die das mit einem Sieg für die Freiheit gleichsetzen.
- Datum 13.01.2010 - 12:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Da erwägt Google seinen Rückzug ausdrücklich aufgrund der Einschränkungen durch die chinesische Zensur, aber bei der Zeit vermutet man vielmehr wirtschaftliche Motive. Was ist daran bitteschön verwerflich? Google ist weder ein staatliches Gebilde noch eine Menschenrechtsorganisation... Ein Beitrag, der absolut ins Leere führt!
Ebay stieg auch nach ein paar schlechten Geschäftsjahren aus China aus, weil die Amerikaner die Kultur einfach nicht begreifen können.
Google hat gerade mal 30% Marktanteil in China.
Die Netzzensur hat natürlich einen großen Einfluß auf Google, vor allem mit der Cloud-Infrastruktur. Wenn die Daten auf den Servern in Amerika blockiert werden, dann funktionieren die meisten Services gar nicht mehr.
Google Reader, Google Docs, und auch Yahoo! Flickr werden regelmäßig blockiert.
"Staaten reinvestieren Gewinn vollständig in Infrastruktur und Ähnliches, sie schöpfen ihn nicht ab, um Einzelne zu bereichern."
Das war wohl nichts: gerade vor ein paar Monaten haben Merkel und Steinbrück ein Musterbeispiel dafür abgelegt, daß dem nicht so ist. Die vielen Milliarden, die aufgrund einer ominösen "Krise" verteilt wurden, wurden eben nicht investiert. Einzelne haben sich an den Bankenmilliarden und überhaupt an der Krise bereichert. Das Prinzip ist nicht immer so auffällig in ihrer Wirkung, aber immer aktiv. Das ist Korruption in ihrer perfidesten Form, und es ist bei uns und anderswo allgegenwärtig. Wer etwas dagegen sagt, wird dem Glauben an Verschwörungstheorien bezichtigt und dadurch mundtot gemacht. Herzlichen Glückwunsch, Scheindemokratie!
ist keine staatliche Maßnahme, sondern eine Folge der mangelnden Loyalität weniger Menschen gegenüber vielen Menschen, somit ist nicht das "System Staat" dafür verantwortlich zu machen. Der im Artikel herangezogene Vergleich dient nur der Verdeutlichung, genauer um die Strukturen von solch Konzernen wie Google kurz und bündig zu beschreiben. Und es dient dazu, den Anhängern dieses Konzerns ein Argument zu unterbreiten, weshalb die Abkehr von China als solche - nicht aber Google für seine Tat zu feiern ist.
Diesbezüglich kann man anderer Meinung als Herr Biermann sein, allerdings sollte man diese dann nicht mit einem ins Leere führenden Kommentar ausführen.
Pru
ist keine staatliche Maßnahme, sondern eine Folge der mangelnden Loyalität weniger Menschen gegenüber vielen Menschen, somit ist nicht das "System Staat" dafür verantwortlich zu machen. Der im Artikel herangezogene Vergleich dient nur der Verdeutlichung, genauer um die Strukturen von solch Konzernen wie Google kurz und bündig zu beschreiben. Und es dient dazu, den Anhängern dieses Konzerns ein Argument zu unterbreiten, weshalb die Abkehr von China als solche - nicht aber Google für seine Tat zu feiern ist.
Diesbezüglich kann man anderer Meinung als Herr Biermann sein, allerdings sollte man diese dann nicht mit einem ins Leere führenden Kommentar ausführen.
Pru
Diesen Satz muss ich auch noch mal aufgreifen:
"Staaten reinvestieren Gewinn vollständig in Infrastruktur und Ähnliches, sie schöpfen ihn nicht ab, um Einzelne zu bereichern."
Google investiert - zwar nicht vollständig, zugegeben - in neue Produkte, Dienste und Innovationen mit dem Ziel, die Interneterfahrung zu bereichern. Ich sehe nichts falsches daran, dass eine Person oder eine Firma, die neue Ideen entwickelt, auch davon profitieren soll. Nur so funktioniert Kapitalismus.
Abgesehen davon habe ich ernsthafte Zweifel, dass diejenigen, die über staatliche Investitionen entscheiden, dies immer völlig ohne Eigennutz tun. Das funktioniert auch nur in der Theorie.
Es ist einfach nur Klasse. Google hat was, was andere nicht haben. Die machen das was sie sagen, punkt.
tschö
Der Westen ist arrogant. Woher nimmt er sich das Recht Zensur zu verurteilen. Es ist Mittel eines anderen Staatenmodells. Nicht alles was vom hießige abweicht ist ablehnenswert. In China könnten tiefbraune Zeitungen wie die österreichische Krone nicht entstehen. Diese darf ungehindet, geschützt durch die Pressefreiheit, braune Parolen an die Hälfte der österreichsichen Leserschaft verbeiten oder diesen zumindest eine Plattform liefern. Die Macht der Medien auf die Politik ist hierzulande (D) doch nicht abzustreiten. Ob sie nun konstruktive Beiträge liefert, steht auf einem anderen Blatt! Sicherlich ist Pressefreiheit eine grundsätzlich löbliche Errungenschaft. Aber ich sehe nicht ein, warum wir Zensur als solche bestrafen! Vielmehr ist doch das, was daraus gemacht wird das Problem. Sowohl bei der Pressefreiheit, als auch bei der Zensur! Der Westen darf seine Werte nicht als Allheilmittel verkaufen. Dafür hat er auf der Welt viel zu viel Schaden angerichtet. Dieses Verhalten ist arrogant und stößt zurecht auf Verachtung seitens der Chinesen!
Gruß
Ich kann nicht begreifen wie man nach Bücherverbrennungen im eigenen Land und der übelsten Zensur in Kombination mit Manipulationsversuchen vor einiger Zeit Zensur als nicht verwerflich betrachten kann.
Ich kann nicht begreifen wie man nach Bücherverbrennungen im eigenen Land und der übelsten Zensur in Kombination mit Manipulationsversuchen vor einiger Zeit Zensur als nicht verwerflich betrachten kann.
Ich kann nicht begreifen wie man nach Bücherverbrennungen im eigenen Land und der übelsten Zensur in Kombination mit Manipulationsversuchen vor einiger Zeit Zensur als nicht verwerflich betrachten kann.
Es ist lächerlich zu beobachten, wie die Feinde der Freiheit zuallererst aus dem westlichen "Verständnis-für-den-Anderen"-Lager kommen. Google vertritt nicht westlichen Imperialismus, sondern etwas, wofür chinesische Bürger seit Jahrzehnten ihr Blut gelassen haben. Der Chiquita Vergleich ist, mit Verlaub, unter aller Sau. [ Anmerkung: Bitte bleiben Sie sachlich in Ihrer Wortwahl. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
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