Haiti Das Netz hilftSeite 2/2

Einen der Einträge hat David Belle, Leiter und Gründer des Instituts, verfasst. Er ist von Jermal in die Hauptstadt Port-au-Prince gereist. Wie, das beschreibt er nicht. Aber er beschreibt die Zustände dort, denn er hatte gehört, dass in amerikanischen und in allen großen Medien weltweit die Rede sein soll von "Plünderungen, Gewalt, Chaos". Das stimme nicht, bloggt Belle, "Nichts läge der Wahrheit  ferner." Im Gegenteil: Er habe nicht einen Akt von Gewalt beobachten können, noch habe er von einem solchen gehört. Obwohl die Menschen kaum etwas zu essen haben und wenig zu trinken, sei die Hilfsbereitschaft untereinander sehr groß. Man helfe sich, wo man könne, schreibt Belle und schließt: "Haiti kann auf seine Überlebenden stolz sein. Ihre Würde und ihr Anstand angesichts dieser Tragödie ist selbst erschütternd."

Nach Katastrophen rücken Menschen zusammen. Dank des Internets aber wirkt der Effekt dieses Mal weltweit. Millionen wurden inzwischen an Spenden überwiesen, von unzähligen Menschen in aller Welt, die berührt von solchen Nachrichten kleine Beträge von ihrer Mobiltelefonrechnung abbuchen ließen.

Oder die ihre Kommunikationsmöglichkeiten nutzen, um zu helfen. So beschreibt ein Blogger namens "Cajun", wie viele Menschen versuchten, Treibstoff für einen Generator zu besorgen, um das Internet in Haiti am Laufen zu halten und wie sie halfen, Waisenkinder auszufliegen.

Gleichzeitig nutzen auch Hilfsorganisationen das Netz, um nicht nur nach innen zu ordnen, sondern auch nach außen: Fireside International beispielsweise twittert: "Coming to Haiti to serve without your own infrastructure will remove capable aid workers from serving Haitians in order to serve you." Was so viel heißt, wie: Wer helfen will, muss das auch können, sonst nimmt seine Betreuung anderen die Hilfe weg.

Und möglicherweise können die neuen Kommunikationswege auch dafür sorgen, dass ein anderes Problem solcher Krisen zumindest gemildert wird. "Mission Manna" beschreibt es auf Twitter: "Pretty soon the news outlets will stop reporting on Haiti. Encourage your friends to follow us for ongoing coverage." Sinngemäß: Mobilisiert Eure Freunde, damit sie uns folgen und unsere Berichte verbreiten, auch wenn die internationalen Medien sich längst dem nächsten Thema zugewandt haben.

 
Leser-Kommentare
    • rik84
    • 20.01.2010 um 14:23 Uhr

    Ja, das Netzt hilft - auch hier in Deutschland. Z.B. mit RUN4HAITI, dem dezentralen, weltweiten Spendenlauf am 31.01. zugunsten der Aktion Deutschland Hilft e.V., dem Bündnis deutscher Hilfsorganisationen. http://run4haiti.de

    Wäre toll, wenn die ZEIT auch über solche Aktionen hier vor Ort berichten würde!

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