Man in a Box Die Zukunft sadistischer Fernseh-Shows heißt ... Internet

In einem Selbstversuch lässt sich ein britischer Fernsehmoderator in eine winzige Box sperren. Die Zuschauer können ihn befreien, wenn sie herausfinden, wo sie steht.

Auf der Seite von justin.tv ist bislang noch ein Standbild zu sehen. Im Chatfenster fragen Zuschauer bereits, wann es losgeht

Auf der Seite von justin.tv ist bislang noch ein Standbild zu sehen. Im Chatfenster fragen Zuschauer bereits, wann es losgeht

Wem beim Dschungelcamp noch die Füße eingeschlafen sind, weil die Testpersonen von Maden und Mitreisenden viel zu freundlich behandelt wurden, der schaltet ab nächster Woche am besten das Internet an. Auf dem Lifecasting-Kanal justin.tv läuft ab Montag nämlich ein neues Unterhaltungs-Format, das seinen Zuschauern eine präzise Frage stellt: Wird der Hauptdarsteller 30 Tage in einem engen Kasten überleben?

A man in a Box heißt das Format. Und der Mann ist der 36-jährige Tim Shaw, ein britischer Fernseh-Moderator. Sein stählernes Gefängnis ist einen Meter hoch, 1,4 Meter breit und 2,5 Meter lang.

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Stehen wird er dort also nicht können, hinlegen ist auf den 3,5 Quadratmetern Grundfläche immerhin möglich. In seinem neuen Zuhause gibt es nur ihn und eine Kamera. Also immerhin das beruhigende Gefühl, dass viele unsichtbare Augen an jeder Sekunde seiner Isolationshaft lustvoll teilhaben werden. Durch eine Luke werden ihm Nahrung und Wasser gereicht. Und jeden Tag ein weiterer Hinweis auf seinen Aufenthaltsort. Nur wenn einer seiner Beobachter herausfindet, wo genau sich seine Box befindet, wird er freigelassen. Ansonsten muss er die volle Zeit eingesperrt bleiben – 30 lange Tage. 

Über seinen Aufenthaltsort weiß er nur, dass ein Bezug zu seiner Person besteht. Und um den Seelenstriptease perfekt zu machen, soll er gemeinsam mit seinen Beobachtern herausfinden, wo genau das sein könnte. Er wird dafür einiges von sich preisgeben müssen, will er die Ermittlungen der Zuschauer nicht behindern. Dabei soll es vor allem um persönliche Schwächen gehen.

Die Siegbedingung? Wer Shaws Standort richtig auf Google Maps markiert, gewinnt 30.000 Pfund. Alle sonstigen Einnahmen durch Werbung und ähnliches gehen an Help for Heroes, eine gemeinnützige Organisation, die verletzten Soldaten hilft.

Auf der zugehörigen Webseite soll es außerdem Foren und Chatmöglichkeiten geben und ein Formular, auf dem Nutzer Essen für Shaw vorschlagen dürfen (Maden?). Außerdem Videos von Shaws Therapeuten, in denen sie sich über die Folgen sozialer Isolation auslassen dürfen. Als Folgen von Isolationshaft, auch bekannt als Weiße Folter, listet Wikipedia übrigens unter anderem Störungen von Hormonhaushalt und Organfunktionen auf, Fresssucht bei gleichzeitigem Ausbleiben des Durstgefühls, unmotivierte Hitzewallungen oder Kältegefühle, Sprech-, Denk- und Wahrnehmungsstörungen. Sicher interessant, da live dabei zu sein.

Vermutlich war die Entscheidung richtig, für die Lösung des Rätsels einen hohen Preis auszuloben. Sonst würde am Ende vielleicht keiner auf die Idee kommen, Shaw vor der Zeit von seinem Leid zu erlösen.

 
Leser-Kommentare
  1. ...dümmer gehts nicht mehr, kommt irgendwo ein De.pp daher

    Ehrlich gesagt, sollte man diesen Blö.dmann einfach 30 Tage in seiner selbstgewählten Isolation hocken lassen.

    Wer so bereitwillig die Sensationsgier und das Gaffertum befeuert, hat es nicht anders verdient.

    Stattdessen werden wieder Millionen mitmachen und es wird ein Riesenerfolg werden.
    Und nächstes Jahr sehen wir dann ein noch krankeres Experiment. Weit ist es nicht mehr zu dem, was Tom Toelle schon Anfang der Siebziger im "Millionenspiel" darstellte.

    Man könnte an der Menschheit verzweifeln, ehrlich!

  2. Was tut der gute Mann, wenn er aufs Klo muss?

    Muss sich der geneigte Zuschauer ansehen, wie er seine Notdurft verrichtet? Hat er überhaupt ein Klo? Ich hab in der Kiste keines gesehen. Und ich finde die Vorstellung ekelig.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das ganze klingt mehr nach der Handlung eines mittelmäßigen Horrorfilms, anstatt nach einem TV-Konzept....

    Was meinen Sie, warum er nach 30 Tagen bereits herauskann. An der eigenen Sch**sse zu ersticken wünscht man ja nicht mal seinem schlimmsten Feind! :-)

    Das ganze klingt mehr nach der Handlung eines mittelmäßigen Horrorfilms, anstatt nach einem TV-Konzept....

    Was meinen Sie, warum er nach 30 Tagen bereits herauskann. An der eigenen Sch**sse zu ersticken wünscht man ja nicht mal seinem schlimmsten Feind! :-)

  3. ...so tief ist das Land mittlerweile abgestürzt...

    (Und ich wohne auf dieser Insel...)

  4. Das ganze klingt mehr nach der Handlung eines mittelmäßigen Horrorfilms, anstatt nach einem TV-Konzept....

  5. Was meinen Sie, warum er nach 30 Tagen bereits herauskann. An der eigenen Sch**sse zu ersticken wünscht man ja nicht mal seinem schlimmsten Feind! :-)

  6. (viereggtext) kriegt man die Zuschauer. Endlich was los... überlebt er, wenn wir ihn finden, schaffen wir es, ihn schnell zu befreien? Wundert mich nicht, dass da viele drauf abfahren. RTL macht's genauso.

  7. super! ich finde ihn und stelle ihn einfach woanders hin. har har

    • SWiSH
    • 12.02.2010 um 19:08 Uhr

    Zb. mit heißen Lampen, von denen sich immer, wenn 100 Besucher auf der Webseite (killwithme.com?) waren, eine neue Lampe einschaltet. Je mehr Besucher, desto schneller stirbt der Mann...toll nich :-).

    Quelle: "Untracable"

    Glaube so weit ist das gar nicht entfernt.

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