ZEIT ONLINE: 4. Angenommen, Filter, Sperren und Schaltuhren sind wirksam + sinnvoll, wer soll die Seiten + die Maßnahmen überwachen?

Sid_2010: Solche Maßnahmen müssen durch staatliche Institutionen mit entsprechender Erfahrung umgesetzt werden.

Über Erfahrung im digitalen Jugendschutz verfügen beispielsweise die Bundesprüfstelle und die Polizei.

ZEIT ONLINE: 5. Es wird immer Wege geben, Sperren zu umgehen. Wie wichtig ist Aufklärung der Nutzer, zum Beispiel für Kinder in der Schule?

Sid_2010: Sperrungen können nicht umgangen werden, wie das Beispiel China zeigt.

ZEIT ONLINE: 6. Was halten Sie von der Ankündigung der Regierung, Sperren nicht zu nutzen + herkömmlich zu löschen? http://bit.ly/b7o4IN

Sid_2010: Wir können die Diskussionen um Sperrungen in Deutschland nicht nachvollziehen.

ZEIT ONLINE: 7. Warum nicht? Warum können Sie die dt. Debatte nicht nachvollziehen?

Sid_2010: In skandinavischen Ländern wurden große Fortschritte mit Sperrungen gemacht. Deutschland verhält sich hier technikfeindlich.

ZEIT ONLINE: 9. Aber haben die Sperrgegner nicht erwiesen, dass die Technik eben nicht taugt + auch legales sperrt?

10. ...und dass das Verfahren auch noch intransparent und dadurch bedenklich ist?

Sid_2010: Zu Fragen 8. und 9.: Wie wir wissen, waren nur DNS-Sperren geplant. Deep Packet Inspection ist wesentlich wirkungsvoller.

ZEIT ONLINE: 11. Aber deep packet ist doch noch umstrittener, geht es dann doch um Überwachung der Inhalte, oder?

Sid_2010: Wir arbeiten an einem europäischen Projekt, das für mehr Transparenz und Vertrauen sorgen wird.