Nicholas Carlson, der Autor der Artikel im Business Insider nun glaubt, dass er Belege dafür hat, wie weit Zuckerberg in seinen Sabotageversuchen ging. So zitiert er eine Instant Message, die Zuckerberg am 7. Dezember 2003 einem Kommilitonen, Freund und offiziellen Mitgründer, Eduardo Severin , geschickt haben soll: " Someone is already trying to make a dating site. But they made a mistake haha. They asked me to make it for them. So I'm like delaying it so it won't be ready until after the facebook thing comes out ." Sinngemäß: "Da haben sie den Falschen gefragt, ihre Datingseite zu bauen. Ich werde sie aufhalten, sodass sie nicht vor meiner Idee fertig ist." Carlson zitiert noch andere Botschaften ähnlichen Inhalts, die an weitere Kommilitonen gegangen sein sollen.

Eine zweite Aktion, die der Business Insider Zuckerberg vorwirft , würde zumindest belegen, dass der Facebook-Chef mit den drei ConnectU-Gründern heftig im Streit lag. Soll er doch die ConnectU-Profilseite eines der drei gehackt und verändert haben, um ihn in Misskredit zu bringen. Außerdem soll er ungefähr 20 weitere Accounts dort gelöscht und bei einigen weiteren die Privatsphäreeinstellungen so verändert haben, dass sie praktisch nicht mehr zu finden waren.

In einer dritten Geschichte beschreibt Carlson, dass Zuckerberg versuchte, einen Bericht über sich zu manipulieren. Reporter der Campuszeitung Harvard Crimson hätten 2004 recherchiert, was an den Diebstahlsvorwürfen dran war. Um mehr darüber zu erfahren, was der Crimson wusste, habe Zuckerberg Mails einiger Mitarbeiter gehackt. Er nutzte dazu angeblich Logindaten seines eigenen Dienstes. Auf Facebook suchte er demnach nach Crimson-Mitarbeitern, die dort Mitglied waren, und schaute dann in den Serverdaten, ob diejenigen beim Einloggen versehentlich falsche Passworte eingegeben hatten. In zwei Fällen hatte er wohl Glück und bekam so Passworte, die zwar nicht für Facebook galten, aber für die Harvard-E-Mail-Accounts der Betreffenden. Er konnte sich dort einloggen und mitlesen, was sie über ihn schreiben wollten, so Carlson.

Angestellt hat er mit seinem Wissen demnach aber nichts. Und auch die erste Aktion wirkt eher wie die eines wütenden Jugendlichen, nicht aber wie eine gezielte, kriminelle Attacke. Trotzdem haben die Vorwürfe Brisanz, lebt Facebook doch von dem Vertrauen der Nutzer. Das könnte erschüttert werden, wenn der Gründer es mit Wahrhaftigkeit und der Privatsphäre nicht so genau nimmt.

Vielleicht aber sind diese Geschichten auch nur die moderne Version einer alten Wahrheit, die der französische Schriftsteller Honoré de Balzac vor langer Zeit formulierte: "Hinter jedem großen Vermögen steht ein großes Verbrechen."